Technik | 2015/20 - 22. Oktober, S. 6


Komplettwäsche in 160-Meter-Waschstraße


Weiterer Ausbau des S-Bahn-Instandhaltungswerkes Friedrichsfelde


Zum Waschen einmal durch die ganze Stadt? Zurzeit werden die S-Bahnzüge bis ins Werk Wannsee und Grünau gebracht, um dort in den Waschanlagen wieder blitzblank zu werden. Doch das kostet Zeit und Personal. Deshalb baut die S-Bahn Berlin ihren Instandhaltungsstandort Friedrichsfelde weiter aus – und beginnt mit dem Neubau einer 160 Meter langen Zug-Waschstraße durch die polnische Firma AGAT.

Instandhaltungswerk Friedrichsfelde
Fotos (4): Christiane Flechtner

Peter Buchner, Vorsitzender der Geschäftsführung der S-Bahn Berlin, ist vom Konzept des polnischen Partners überzeugt: „Um unseren 14-tägigen Rhythmus der Außenreinigung einhalten zu können, benötigen wir eine leistungsfähige Anlage. Pro Vollzug dauert ein Waschgang dann 55 Minuten.“

Das Besondere: 80 Prozent des Waschwassers verbleiben im Aufbereitungskreislauf und werden zur Wäsche mehrfach verwendet. Gewaschen werden jährlich rund 5 000 Viertelzüge. Das geschieht in den Abend- und Nachtstunden, da die Züge tagsüber im laufenden Betrieb benötigt werden. Die Lärmbelästigung für die Nachbarschaft wird auf ein Minimum reduziert, weil die Waschanlage komplett eingehaust ist.

Doch die Außenwaschanlage ist nur ein Ausbauprojekt in dem traditionsreichen Werk, dessen Ursprung bis in das Jahr 1905 zurück reicht. Es ist heute zentraler Wartungsstandort für 184 Viertelzüge der Linien S 3, S 5 und S 75.

Mit einem ersten Spatenstich im Mai 2012 hatte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, Rüdiger Grube, das Sanierungsprojekt gestartet. Es umfasst eine grundlegende Gebäudesanierung, den kompletten Neubau der Außengleisanlagen und die Gesamterneuerung der Arbeitsstände. Investitionsvolumen: 25 Millionen Euro.

Tobias Fischer
Dr. Tobias Fischer, Instandhaltungsleiter der S-Bahn Berlin

„Zwei Drittel dieser Bauarbeiten sind bereits abgeschlossen “, erklärt Dr. Tobias Fischer, Instandhaltungsleiter der S-Bahn Berlin. „Derzeit wird die Kranhalle saniert, sämtliche Gleise herausgenommen und wieder eingesetzt, Fußböden und Arbeitsgruben erneuert.“ In der Kranhalle werden die Bauarbeiten im November abgeschlossen sein. Im Anschluss daran erfolgt dann dasselbe Procedere für die 160 Meter lange Triebwagenhalle.

Die Gesamt-Fertigstellung der Betriebswerkstatt Friedrichsfelde ist für den Herbst 2016 vorgesehen. Danach entsteht im Auftrag von DB Netz südlich der Werkstattgleise eine neue Zugbildungsanlage, mit der die Bereitstellungskapazitäten für Züge der Stadtbahn erheblich verbessert werden.

cf

P. Buchner und Z. Winkiel

S-Bahn-Geschäftsführer Peter Buchner und Zbigniew Winkiel, Präsident der Firma AGAT, die die Zug-Waschstraße einbauen wird.

Innenreinigung

Die Innenraumreinigung der Züge findet bereits im Instandhaltungswerk Friedrichsfelde statt.