Immer wenn das Wochenende vor der Tür steht, geht es für Uwe Klötzer auf Zeitreise. Dann schlüpft der 53-Jährige in eine alte Lokführer-Uniform und taucht ab in eine andere Welt. Seine heile Eisenbahnwelt, wie er es nennt.

Denn Uwe Klötzer ist Vorsitzender des Vereins „Museumsbahn Buckower Kleinbahn“. Ein Ehrenamt, das er seit 2009 inne hat. „Zum Verein bin ich eher durch Zufall gekommen“, erzählt der Berliner. „Ich war 2002 mit einem Freund beim Tag der offenen Tür des U-Bahnhofs Friedrichsfelde und wir hatten schon nach kurzer Zeit alles gesehen. Also haben wir überlegt, was wir mit dem Tag noch anfangen – und beschlossen, mal Richtung Osten zu fahren und nach der stillgelegten Strecke Müncheberg–Buckow zu schauen.“

Schließlich haben die Freunde das zugehörige Museum entdeckt und sind mit den Mitarbeitenden ins Gespräch gekommen. „Wir haben auch Bekannte von der S-Bahn Berlin getroffen und auf einmal kam die Frage auf, ob wir nicht helfen könnten – 2002 wurde der Museumsbetrieb aufgenommen“, erinnert sich Uwe Klötzer. „Naja und aus dem bisschen Helfen ist dann 2009 der Vereins­vorsitz geworden“, ergänzt er lachend.

Seitdem nimmt der gelernte Lokführer die Besucher:innen der Buckower Kleinbahn jedes Wochen­ende mit in die 1980er-Jahre. „Die Züge wurden 1980/1981 im S-Bahnwerk Schöneweide gebaut – mit der Optik der damaligen Ostberliner S-Bahnen“, berichtet Uwe Klötzer. Sechs Wagen fahren dann immer zwischen Müncheberg und Buckow hin und her, die Strecke inklusive der Bahngebäude gehört seit 2007 dem Verein. Im Museum ist zudem eine Modelleisenbahn ausgestellt. Diese zeigt einen Teil der Strecke Müncheberg-Buckow – original nachgebaut. Am Modell erzählen die Vereinsmitglieder den Besucher:innen von der Geschichte der Kleinbahn.

„Wir kümmern uns ehrenamtlich um alles, finanzieren uns ausschließlich über Spenden“, erzählt Klötzer. Der Verein zählt aktuell 82 Mitglieder, davon sind etwa 25 aktiv dabei. Andere unterstützen die Arbeit als Fördermitglieder. Er macht auf die Besonderheit seines Hobbys aufmerksam: „Unsere Kleinbahn fährt mit Gleichstrom über eine Ober­leitung, davon gibt es nur noch zwei Stück. Eine weitere ist die Oberweißbacher Bergbahn in Thüringen.“

Wenn Uwe Klötzer nicht in Buckow ist, dann gilt sein Interesse außerdem Straßenbahnen und Oberleitungsbussen. „Ich besuche im Urlaub gern andere Städte und fahre dort mit Bus und Bahn – als nächstes steht zum Beispiel eine Reise ins Ruhrgebiet an“, erzählt der Marzahner. „Bei mir ist das alles eins, ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht.“

 

Uwe Klötzer von seiner beruflichen Seite:

Schon beim Spielen als Kind war Uwe Klötzer am liebsten der Lokführer – und der wollte er auch später im Berufs­leben bleiben. Sein Wunsch: Die Fahrgäste der S-Bahn Berlin quer durch die Hauptstadt zu befördern. Also begann er 1986 seine zweijährige Lehre zum Elektro­monteur im Werk der S-Bahn Berlin in Schöne­weide. 1988 folgte nahtlos die Ausbildung zum Lokführer. In diesem Beruf arbeitete Uwe Klötzer von 1989 bis 1993, bevor er schließlich selber zum Ausbilder für Lokführer wurde. Seit 2009 ist er zusätzlich als Trainer und Prüfer im Fortbildungszentrum der S-Bahn Berlin in Schöneweide tätig.

Bereut hat Uwe Klötzer seinen Berufswunsch bis zum heutigen Tag nicht. Am liebsten war er stets auf der Linie S 5 unterwegs, raus aufs Land. Gleich an zweiter Stelle stand aber seine „Heimat­strecke“, die S 7 nach Ahrensfelde. An seinem Job als Trainer schätzt der 53-Jährige, dass er Menschen etwas beibringen kann. Das hat er schon immer gerne gemacht. Auch sein ­Vater war als Lehrer tätig – vermutlich wurde ihm das Unter­richtstalent also in die Wiege gelegt.

 

Die Saison geht von Mai bis Oktober. An jedem Wochenende werden im Stundentakt Fahrten angeboten. Auch Weihnachts- und Halloweenfahrten veranstaltet der Verein.
buckower-kleinbahn.de

 

image_printdrucken