Schon der Name verrät, dass Sarah Gwiszcz (Foto) eine echte Spree­wälderin ist. Sie betreibt ein Modegeschäft in der Lübbenauer Altstadt, nur ein paar Minuten vom Stadt­hafen entfernt. Hier gibt es Tragbares, das von Mustern aus der sorbischen Tradition ebenso inspiriert ist wie vom unmittelbaren Natur­erlebnis.

Was die junge Frau mit den Rastalocken verkauft, hat sie sich meist selbst ausgedacht. Sarah Gwiszcz hat Modedesign studiert und unter dem Namen „Wurlawy“ (sorbisch für „wilde Spreewaldfrauen“) ein eigenes Label gegründet. Wenn Moderatorin Nadine Heidenreich anlässlich der Kampagne zum Fahrzeugumbau für das Netz Elbe-Spree diesen Modeladen besucht, muss das einen besonderen Grund haben.

 

Frau Gwiszcz, was haben Sie mit den Regional-Express-Zügen der Deutschen Bahn zu tun?

Sarah Gwiszcz: Ich habe mich riesig gefreut, als DB Regio Nordost auf mich zukam, um mich als Einheimische, die an der Strecke des Netzes Elbe-Spree lebt und arbeitet, für ihre Kampagne ins Boot zu holen. Sie meinten, meine Mode verkörpert den Spreewald und steht damit für die tollen Sachen, die man entlang der Strecke entdecken kann. Daraufhin habe ich mir die Sitzbezüge etwas genauer angeschaut und kam auf den Gedanken, daraus ließe sich eine Kollektion machen – alltagstauglich, robust und trotzdem schick, dazu etwas frech. Passend zu unserem Label.

 

Und welche Rolle spielte dabei die blaue Farbe der Sitzbezüge?

Sarah Gwiszcz: Blau ist eine Farbe, die in meinen Kollektionen schon immer eine große Rolle spielt, weil sie zur traditionellen Spreewald-Tracht gehört. Zumindest im alltäglichen Leben. Auf den Schürzen der Spreewald-Frauen spielte Blau immer eine große Rolle. Außerdem steht Blau für unendliche Weite und ist für die meisten Menschen ihre Lieblingsfarbe.

 

Wie ging es weiter?

Sarah Gwiszcz: Gemäß dem Slogan von DB Regio „So schön kann Nachhaltigkeit sein“ dachten die Beteiligten daran, den Sitzbezugsstoff zu recyceln, also auch anderweitig zu verwenden. Bei einem Brainstorming mit der Bahn habe ich sofort an eine Winterkollektion unserer Spreewald-Moden gedacht. Ich bekam also etwas von dem Bezugsstoff und konnte ausprobieren.

 

Können Sie so einfach den Bezugsstoff zu Kleidung verarbeiten?

Sarah Gwiszcz: Einfach ist das nicht. Von Anfang an war klar, dass wir daraus keine Sommerkleidung machen können. Aber umso mehr eignet sich der Stoff in Verbindung mit unseren sonstigen alltagstauglichen Stoffen für Röcke, Hosen und Jacken für ganz normale Frauen. Ich entwarf einfache Looks mit praktischen Details, großen Taschen zum Beispiel. Jedes Teil kommt als Einzelstück aus unserem Atelier.

 

Und wie ist das mit der spreewaldtypischen Haube?

Sarah Gwiszcz: Die stecken wir aus leichterem Stoff, der allerdings Applikationen enthält, die aus dem Bezugsstoff sind.

 

Wo wird diese besondere Kollektion präsentiert?

Sarah Gwiszcz: Noch arbeiten wir daran, die fünf Outfits zur Betriebs­übernahme des RE2 in DB Regio-Regie vorstellen zu können. Vielleicht gibt es sogar eine Modenschau.

 

Und wo kann man Ihre Mode kaufen?

Sarah Gwiszcz: In meinem Laden in der Ehm-Welk-Straße 27. Dienstag bis Freitag ist nachmittags geöffnet, und meist berate ich selbst. Und mit etwas Glück kann man ein Teil der Kollek­tion auch gewinnen. Einfach auf die Website bahn.de/elbe-spree gehen und am Gewinnspiel teilnehmen.

 

Sarah Gwiszcz – Modedesign


Das Team Wurlawy

Ehm-Welk-Straße 27
03222 Lübbenau/Spreewald
Öffnungszeiten: Di - Fr  12 - 18 Uhr
Tel. 0176 78019121
wurlawy.fashion@aol.de

 

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