Einfach mal wieder raus! Dafür eignet sich ganz wunderbar der Moor­erlebnispfad im Naturpark Stechlin-Ruppiner Land. Er führt Wander:in­nen einmal rund um den Roofensee – mit mehreren Stationen, an denen wirklich Staunenswertes zur Entwicklungs­geschichte des Moores und über die dort wachsenden Pflanzen zu erfahren ist.

Am Start und Ziel in Menz gibt es je nach Saison mehrere Einkehr­möglichkeiten. Auf der rund fünfstündigen Wanderung hilft aber zusätzlich ein mitgebrachter Snack, denn der naturnahe Weg punktet vor allem mit Wald, Wiesen, den namensgebenden Mooren und Begegnungen mit allerlei tierischen und pflanzlichen Bewohnern.

Wer den Ausflug für den kommenden Frühling oder Sommer plant: An warmen Tagen lohnt es sich auch, Badesachen einzupacken, denn am Ende der Tour gibt es eine Badestelle.

Ein wichtiger Hinweis: Der Bus von Fürstenberg/Havel nach Menz verkehrt zu manchen Tageszeiten nur als RufBus, für den die Fahrt mindestens 90 Minuten vor Fahrtantritt angemeldet werden muss – geht bereits ab einer Person unter Tel. 03306-2307.


Der Rundweg ist etwa zwölf Kilometer lang. Foto: Dr. Wolfgang Henkel

 

Der Duft des Mischwalds

Der zwölf Kilometer lange Rundweg „Von Moor zu Moor“ beginnt nur wenige Meter entfernt vom „NaturParkHaus Stechlin“ (voraussichtlich erst ab Februar wieder geöffnet) am Ufer des Roofensees. Malerische Blicke aufs Wasser wechseln sich ab mit waldigen Strecken unterm Blätterdach von Kiefern, Buchen, Birken und Eichen. Der Duft des Mischwalds, die ver­schiedenen Grüntöne und das Konzert aus Vogelwelt und Krötenreich sprechen alle Sinne an.

Unterwegs sorgen Erlebnisstationen für Unterhaltung. An der ersten erklärt ein kleines Quiz, wie aus einer Bucht des Roofensees zunächst ein Moor, dann eine Wiese und nun langsam wieder ein Moor wird. Wussten Sie, dass es Moore gibt, die seit mehr als 12.000 Jahren existieren?

Die zweite Station ist eine Feuchtwiese, auf der um die 50 Pflanzen­arten gedeihen. Danach entfernt sich der Weg vom See und führt einige Kilometer weiter nördlich in das Kesselmoor bei „Dietrichs Teerofen“. Mystische Stimmung kommt auf, wo tote Bäume in den Himmel ragen, Moore und Erlenbrüche den Weg säumen. Wer möchte, kann auch abkürzen und direkt am See weiterlaufen, verpasst dann aber diese Station.

 

Heutiges Kesselmoor war ein Kleinsee

Am Standort eines ehemaligen Teerofens der Familie Dietrich am Teufelssee informiert eine Tafel über das damalige Leben der Bewohner:in­nen. So erfährt man unter anderem, wie das Harz der Bäume über Tage langsam zu Pech verbrannt oder „verschwelt“ wurde, und dass die Kinder der Familie vor über 200 Jahren kilometerweit durch den Wald zur Schule laufen mussten. Das vermittelt eine Ahnung, woher die Ideen zu unheimlichen Märchen wie „Hänsel und Gretel“ oder „Rotkäppchen und der Wolf“ stammten.

Nebenan zeigt eine weitere Tafel, wie sich das heutige Kesselmoor aus einem Kleinsee heraus entwickelte. Auch, wie viele Jahre es braucht, bis Torf entsteht, ist hier nachzulesen.

Die an sauren Standorten wie diesem wachsenden Torfmoose speichern enorme Wassermengen und lassen sich wie ein Schwamm ausdrücken.

Der Weg führt weiter zum Großen Barschsee, der in der letzten Eiszeit aus einem Eisblock entstand und vor 2.000 bis 4.000 Jahren zum Kesselmoor verlandete. Ein Bohrkernmodell zeigt die Schichten des Jahrtausende alten Moorbodens. Es folgt ein verwunschener Erlenbruch, der über einen Steg erreicht wird.

Schließlich kommen Sie zurück ans Ufer des Roofensees und folgen diesem zurück nach Menz. Links ragen moosbewachsene Baumstämme romantisch ins Wasser, rechts reihen sich Kiefern und Buchen den Hang hinauf aneinander.

 

Tipps für den Ausflug

Die Busse zwischen Fürstenberg und Menz fahren auch über Neuglobsow, deshalb bietet sich hier ein Stopp für einen Imbiss im Café „Glasklar“ und die Ausstellung im Glasmacherhaus an:

Café Glasklar
Stechlinseestraße 17, 16775 Neuglobsow
Öffnungszeiten: Fr - So 13 - 17 Uhr
Tel. 033082-407 525
cafeglasklar.de

Glasmacherhaus Neuglobsow
Stechlinseestraße 21, 16775 Stechlin
Öffnungszeiten: Mi, Do, So 10 - 14 Uhr
Tel. 033082-70202
stechlin.de/erlebnisse/kunst-kultur


Museum im Glasmacherhaus, Foto: terrapress 

 

Weitere Informationen zum Rundweg „Von Moor zu Moor“ um den Roofensee gibt es beim Naturpark Stechlin-Ruppiner Land unter stechlin-ruppiner-land-naturpark.de.

Anreise
Hinfahrt: z. B. mit dem RE5 um 9.47 Uhr von Berlin Hbf bis Bf Fürstenberg (Havel), von dort geht es mit dem Bus der Linie 839 weiter bis nach Menz
Hinweis: Der Bus verkehrt zu manchen Tageszeiten nur als RufBus (Fahrplan unter ovg-online.de), für den die Fahrt mindestens 90 Minuten vor Fahrtantritt angemeldet werden muss – geht bereits ab einer Person unter Tel. 03306-2307. Fahrzeit (mit dem Zug): etwa eine Stunde
Rückfahrt: z. B. mit dem RE5 um 19.12 Uhr

Ticket-Tipp
Die einfache Fahrt im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) kostet mit einem Einzel­fahrausweis 10,70 €, hin und zurück geht es also für 21,40 €. Bereits ab zwei Personen lohnt sich das Brandenburg-Berlin-Ticket (BBT). Es gilt Mo - Fr von 9 Uhr bis 3 Uhr des Folgetages sowie Sa, So und an Feiertagen von 0 Uhr bis 3 Uhr des Folgetages im VBB. Das BBT kostet 33 € und kann von Gruppen bis zu fünf Personen genutzt werden. Darüber hinaus können bis zu drei Kinder im Alter von sechs bis einschließlich 14 Jahren kostenlos mitgenommen werden.
bahn.de/brandenburg | vbb.de

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