Kanus, die übers Wasser gleiten, und Kids auf Crossbikes, die durch den Dreck und über Hindernisse heizen. Ein Berliner Künstler, der zum Malen in sein Atelier bei Neustrelitz fährt, der letzte Fischer vom Strelasund und die wohl älteste Eisdiele Mecklenburgs im original DDR-Style. Was das alles verbindet? Der RE5 auf seiner Strecke von Berlin nach Stralsund. Der rote Zug war denn auch der Star bei der Dreharbeiten zu einer neuen „Nordstory“ des NDR. Der erste Teil der Reportagereihe „Geschichten aus dem Zug“ spielte letztes Jahr im RE4 (vgl. unterwegs April 2019).

Für den zweiten Teil reiste das NDR-Team im RE5 durch drei Bundesländer: Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Elf Drehtage im Zug und an den Orten neben der Strecke, Gespräche mit Menschen, die hier leben und arbeiten, dazu Drohnenaufnahmen aus der Luft: Mit viel Liebe und Engagement nähert sich das Team der „Berliner Nordbahn“, die 1878 in Betrieb ging und heute auf 240 Kilometern Berliner Hauptbahnhof mit der Hansestadt Stralsund verbindet.

 

Kundenbetreuer in Aktion

Die Nordstory bringt auch die Menschen vor die Kamera, auf die bei einer Zugfahrt immer Verlass ist: die Kundenbetreuer. Yvonne Greifenberg und Thomas Frisch ließen sich bei ihrer Arbeit filmen. Thomas Frisch stand schon einmal vor der Kamera und nahm die Dreharbeiten gelassen. Wohl auch, weil er die Aufmerksamkeit von gut 100 Fahrgästen pro Wagen gewohnt ist. „Ich fand es gut, mal einen Einblick in unsere Arbeit zu geben und zu zeigen, wie wir uns kümmern – auch dann, wenn alle Wagen voll besetzt sind“, erklärt der gebürtige Neustrelitzer, der 1982 bei der Bahn anfing. An der Linie RE5 schätzt Thomas Frisch die nette Atmosphäre. „Da sagt man guten Morgen und macht auch mal einen Plausch.“

Dass ihre Arbeit viel mehr umfasst als die Fahrkartenkontrolle, ist Yvonne Greifenberg ebenfalls wichtig. „Ich kümmere mich um meine Fahrgäste, egal welche Sorgen sie haben. Dazu gehört schon mal, eine Mutter zu beruhigen, die mit ihrem Kind in den falschen Zug gestiegen ist, oder einen Fahrgast zu bitten, einer älteren Dame beim Ausstieg den Koffer rauszureichen.“

Für die Nordstory stand Yvonne Greifenberg das erste Mal vor der Kamera und war anfangs noch etwas nervös. „Aber ich hatte den ersten Teil gesehen und wusste, das wird gut“, erklärt sie. „Es hat dann auch unheimlich viel Spaß gemacht“. Und so ließ sie sich auch nicht aus der Ruhe bringen, als wenige Stationen nach Einstieg des Drehteams eine Rollstuhlfahrerin Unterstützung benötigte. „Meine Fahrgäste stehen immer an erster Stelle“, stellt die ausgebildete Zugbegleiterin mit 30 Jahren Erfahrung klar.


Die Kundenbetreuer Yvonne Greifenberg und Thomas Frischsind auch privat gerne mit dem Zug unterwegs.
Foto: DB AG / Nadine Fuhrhop

 

Mit der Bahn unterwegs

Wo sind die Kundenbetreuer in ihrer Freizeit gern?

Der Tipp von Thomas Frisch: „Als ehrenamtlicher Kanutrainer bin ich in meiner Heimatstadt Neustrelitz viel auf dem Wasser unterwegs. Wer sich im Hafen am Zierker See ein Boot leiht und rausfährt, hat einen schönen Blick auf die Stadtkulisse am Ufer. Mehr brauche ich nicht zum Erholen. Neustrelitz erreicht man direkt mit dem RE5.“ neustrelitz.de/erleben

Der Tipp von Yvonne Greifenberg: „Die uralten Eichen von Ivenack ziehen mich immer wieder an. Ich habe diesen Ort an der Strecke des RE4 vor circa 20 Jahren entdeckt und bin immer noch fasziniert von den bis zu 1.000 Jahre alten Bäumen. Meine Kinder sind heute genauso begeistert. Und der 2017 dort eröffnete Baumwipfelpfad ist noch mal ein Erlebnis für sich.“ wald-mv.de/forstaemter/stavenhagen

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