Der Begriff Industriekultur stand bisher hauptsächlich für die Auseinandersetzung mit der Kulturgeschichte und der Kulturlandschaft des Industriezeitalters. Das Festival „Kulturland Brandenburg“ wagt mit dem Themenjahr „Zukunft der Vergangenheit – Industriekultur in Bewegung“ den Versuch eines Updates, bei dem es nicht länger nur um einen erhaltungsbemühten Rückblick, sondern insbesondere auch um eine industrielle Zukunftsperspektive gehen soll.

punkt 3 stellt in einer kleinen Serie einzelne Angebote aus dem vielfältigen Kulturland-Programm vor. Zu gewinnen gibt’s außerdem was.

Seitdem Brandenburg an der Havel das Stadtrecht besitzt, war das Tuchmacherhandwerk in der Stadt verwurzelt. Mit dem Niedergang dieses Handwerks nach dem Dreißigjährigen Krieg wurden die Tuchmacher von den Kurfürsten und den Preußischen Königen stark gefördert. Aufgrund dieser Förderung hat bereits im späten 18. und besonders im 19. Jahrhundert eine Entwicklung vom familiär-ständischen Handwerksbetrieb über die Manu­fakturarbeit bis hin zu einer frühen Industrieform stattgefunden.

Die Ausstellung „StoffWechsel“ soll die Entwicklung von zunftgeprägtem Kleinhandwerk über die frühen Textilindustrien bis hin zum Niedergang des Gewerbes in der Mitte der 1990er-Jahre in vier unterschiedlichen Themenblöcken zeigen. Vom mittelalterlich geprägten Weberhandwerk in der Stadt als Ausgangspunkt der Entwicklung wird der Weg nach der Aufhebung des Zunftzwangs 1810 bis zu einem letzten Aufschwung in der Mitte des 19. Jahrhunderts gezeigt.

 

Die Schau „StoffWechsel“ ist vom 26. August bis 10. Oktober im Stadtmuseum in Brandenburg an der Havel zu sehen.
stadtmuseum.stadt-brandenburg.de
kulturland-brandenburg.de

 

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