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Vielfältige Grenzregion
Das Oderbruch mit Bus und Bahn entdecken

Das Oderbruch liegt am östlichsten Rand von Brandenburg. Die Grenze zum Nachbarland Polen ist nicht weit entfernt. Stille Wiesen, durchzogen von Wassergräben, dazwischen ein paar niedrige Büsche und riesige Felder soweit das Auge reicht. Es ist die erste Kulturlandschaft in Europa, die das Europäische Kulturerbe-Siegel erhalten hat. Das frühere Sumpfgebiet ließ einst König Friedrich II., volkstümlich der „Alte Fritz“ genannt, trocken legen und von neuen Bewohnern besiedeln.

Das lässt sich auch heute noch an vielen Ortsnamen erkennen: Sie heißen Neureetz, Neulietzegöricke, Neuküstrinchen, ebenso französisch lautende wie Beauregard, Vevais oder Croustillier sind darunter um nur einige zu nennen. So ungewöhnlich wie manche Dorfnamen hier klingen, so eigensinnig ist auch die flache, weite Landschaft, die auf vielfältige Weise erkundet werden kann.

Besonders gut geht dies mit dem Fahrrad, zum Beispiel auf einer Tour, die zu besonderen Fontane-Orten im Oderbruch führt und in Bad Freienwalde beginnt. Die Stadt im Oderbruch liegt an der Bahnstrecke der Regionalbahn RB60, die Eberswalde mit Frankfurt (Oder) verbindet. Damit ist der Ort ein guter Ausgangspunkt für eine Rad- oder Wandertour. Durch das Oderbruch selbst fährt zudem der Oderbus (Line 879), die unter anderem in Bad Freienwalde sowie Wriezen hält und auf die Fahrzeiten der Bahn abgestimmt ist (oderbus.de).

 

Kultur an der Oder

Der Oderbus steuert aber auch nach Zollbrücke an, wo sich Deutschlands östlichstes Theater befindet. Die Spielstätte ist das kulturelle Highlight des Oderbruchs. Akteure und Betreiber des „Theater am Rand“ sind der Akkordeonist Tobias Morgenstern und Schauspieler Thomas Rühmann, bekannt aus der ARD-Serie „In aller Freundschaft“ (theateramrand.de).

Alpines Wandern mit fast tausend Höhenmetern, vier Aussichts­türmen und dem einzigen Watzmann außerhalb Bayerns – auch das ist in dieser Region möglich. Im hügeligen und von Schluchten durchzogenen Oberbarnimer Hochplateau können sich Wanderfans zwischen Falkenberg und Bad Freienwalde auf eine herausfordernde Strecke der „Gipfelstürmer-Tour“ begeben.

Ein Highlight für Eisenbahnfans ist eine Radtour über die ehemalige Oderbruchbahn, die man in Wriezen beginnen kann. Sie war mehr als ein halbes Jahrhundert so etwas wie die Lebensader der Region. Mehr als 40 Stationen gab es auf den insgesamt 111 Kilometern der Oderbruchbahn. Sie verband die kleinen und großen Orte des Oderbruchs und bot zugleich Anschluss an die große Metropole Berlin. Heute führt der Oderbruchbahn-Radweg durch die stille Landschaft des Oderbruchs bis an die Oder.

 

Mal ganz ungewöhnliche Übernachtungen

Ebenso zu Wasser lässt sich das Oderbruch erkunden – und zwar über die Flussläufe der Alten Oder. „Von Wriezen nach Oderberg auf der Alten Oder Nord“ heißt die Tour. Knorrige Bäume und ausgedehnte Schilfzonen prägen das Bild dieser Landschaft, die Lebensraum für zahlreiche Tiere und Pflanzen bietet. Wer länger im Oderbruch bleiben möchte und mal zur Abwechslung eine unkonven­tionelle Übernachtung ohne 5-Sterne-Luxus sucht, wird im Erlenhof in Kienitz fündig. Hier gibt es ein Domizil mit sechs Schäferwagen, in denen die Feriengäste übernachten können (erlenhof-im-oderbruch.de).

Für Eisenbahnfans gibt es in Groß Neuendorf besondere Quartiere in ehemaligen Bahnwaggons der Oderbruchbahn. Sie stehen direkt Fluss und bieten damit einen grandiosen Ausblick auf die Oder (verladeturm.de).

 

Anreise: Von Berlin nach Eberswalde fährt der Regionalexpress RE3 sowie die Regionalbahn RB24. Frankfurt (Oder) ist mit dem Regionalexpress RE1 erreichbar. Von dort fährt jeweils die RB60 ins Oderbruch.
Weitere Ausflugstipps: reiseland-brandenburg.de