Über 170 Stillleben hat Van Gogh in dem Jahrzehnt seines künstlerischen Schaffens von 1881 bis zu seinem Tod 1890 gemalt. Das Genre bot ihm einen Einstieg in die Malerei und wurde zu seinem Experimentierfeld. Seine Reaktion auf den Impressionismus, den Van Gogh in Paris kennenlernte, zeigt sich in den Stillleben ebenso wie seine Verarbeitung von Einflüssen japanischer Farbholzschnitte. Besonders die Entwicklung zu einem immer freieren, intensiveren Umgang mit Farbe lässt sich anhand der Stillleben nachvollziehen. Zu sehen ist im Potsdamer Museum Barberini bis 2. Februar 2020 eine repräsentative Auswahl von 27 Gemälden. Sie durchmisst das gesamte OEuvre des Künstlers von den in dunklen Erdtönen gehaltenen Studien des Frühwerks der Jahre 1881 bis 1885 bis zu den in leuchtenden Farben gemalten Obst- und Blumenstillleben, die in den letzten Lebensjahren in Arles, Saint-Rémy und Auvers entstanden sind. Erstmals wird so die Bedeutung dieses Genres in seinem Werk gewürdigt. In Stillleben hat der Künstler Singularität errungen: Sie waren das geeignete Medium für sein Ringen um die Ausdruckskraft der Farbe. So entstand eine emblematisch-existentielle Malerei, deren Energie bis heute ausstrahlt.

museum-barberini.com

 

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