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Über die Ringbahn und ihre Besonderheiten
20 Jahre Ringschluss: S-Bahn Berlin lädt zu Themenfahrten im Sonderzug

Es gibt Dinge, die sollte man sich einmal ganz in Ruhe ansehen. Weil sie im Alltag oft als selbstverständlich wahrgenommen werden und so schnell an einem vorbeifliegen, dass man ihren sehenswerten Details nicht genügend Aufmerksamkeit schenken kann. Bei der Ringbahnstrecke ist das zum Beispiel der Fall. Denn dass sie verlässlich in gut einer Stunde rund um die Hauptstadt fährt, war nicht immer so. Am 15. Juni jährt sich der S-Bahn-Ringschluss zum 20. Mal.

Aus diesem Anlass veranstaltet die S-Bahn Berlin am Samstag, 18. Juni, drei Themenfahrten zur Geschichte des Rings. Dafür eingesetzt wird der im vergangenen Jahr zum 150-jährigen Ringbahn-Jubiläum beklebte Sonderzug. Ihn zieren zahlreiche historische Motive und informative Fakten.

Moderiert werden die Fahrten von Sven Heinemann, der in seiner Freizeit leidenschaftlich gern zu historischen Themen rund um die Eisenbahn recherchiert. Im vergangenen Jahr hat er das Buch „Die Berliner Ringbahn – Die Geschichte der legendären Eisenbahnstrecke 1871 bis heute“ veröffentlicht.

„Während der Fahrten sieht man sehr gut, wie sich die Stadt entwickelt hat, beispielsweise am ehemaligen Flughafen Tempelhof“, sagt Sven Heinemann. „Ich werde den Fahrgästen von ver­
schwundenen und neuen Bahnanlagen berichten – und auch über große Industriebetriebe, die es damals an der Ringbahn gab und heute noch gibt, erzählen.“ Es habe zum Beispiel seit jeher viele Güterbahnhöfe sowie Elektrizitäts- und Gaswerke entlang der Strecke gegeben, deren Spuren man heute noch sehen könne, wenn man denn darauf aufmerksam gemacht werde, sagt Sven Heinemann weiter. „Alleine sieht man das vielleicht eher nicht.“

Einen weiteren Schwerpunkt bei seinen historischen Ausführungen wolle er auch auf die deutsche Teilung legen. „Denn an den Bahnhöfen Schönhauser Allee/Gesundbrunnen und Sonnenallee war die Ringbahn ja damals ebenfalls geteilt.“

Sven Heinemanns Lieblingsbahnhof auf der Ringstrecke ist der Bahnhof Ostkreuz, wie er verrät. „Nicht nur, weil ich in der Nähe wohne, sondern auch, weil er so ein großer Kreuzungsbahnhof ist.“ Als schönsten Bahnhof und Kleinod benennt er hingegen den Bahnhof Prenzlauer Allee.

Auf jeden Fall aus dem Fenster schauen sollte man laut Heinemann zwischen Ostkreuz und Treptow. „Das ist nicht nur der älteste Streckenabschnitt, sondern man hat auch einen tollen Blick auf die Spree“, sagt er.

„Ich freue mich, dass die Einnahmen dem Bündnis ,Deutschland hilft’ zugute kommen – und hoffe auf schönes Wetter“, sagt Sven Heinemann weiter. „Denn dann sieht die Stadt besonders freundlich aus und die Gebäude erstrahlen in tollem Licht.“

 

Drei Themenfahrten finden am Samstag, 18. Juni, zu folgenden Zeiten statt:



1. Runde
ab 10.28 Uhr – Gleis 3
an 11.28 Uhr


2. Runde
ab 11.48 Uhr – Gleis 1
an 12.48 Uhr


3. Runde
ab 13.08 Uhr – Gleis 1
an 14.08 Uhr

Die Fahrten beginnen und enden am S-Bahnhof Treptower Park und werden ohne Halt durchgeführt. Pro Fahrt sind 76 Plätze verfügbar. Tickets kosten für Erwachsene 10 €, Kinder und Jugendliche (6 - 18 Jahre) zahlen 2 €. Die Fahrkarten können in allen S-Bahn-Kundenzentren und in der Fahrkartenausgabe auf dem Bahnhof Ostkreuz erworben werden. Die Einnahmen aller Fahrten spendet die S-Bahn Berlin an die „Nothilfe Ukraine“ des Bündnisses „Aktion Deutschland hilft“.