Warum haben Sie sich für die Ausbildung zum Lokführer entschieden?

Benno Bosse: Lokführer ist tat­sächlich mein Traumberuf. Ich habe einfach das Interesse für die Bahn gehabt und wollte mich aktiv in das System einbringen. Mir gefällt die technische Arbeit an den Fahrzeugen, und dieses Interessengebiet kann ich in diesem Beruf bestens ausleben. Der Beruf des Lokführers ist im Grunde Abwechslung pur. Immer unterwegs sein, mit verschiedenen Fahrzeugen, zu unterschiedlichen Destinationen und zu allen Jahreszeiten. Vom eiskalten Wintertag bis zum heißen Sommertag, an dem man die Menschen von den Badeseen einsammelt, ist alles mit dabei.

 

Wie sieht Ihr Ausbildungsalltag momentan, auch unter Corona-Bedingungen, aus?

Benno Bosse: Ich bin immer zwei Wochen im Betrieb und eine Woche in der Berufsschule. Dort finden derzeit ein bis zwei Tage in Präsenzunterricht statt und der Rest online. Im Betrieb bei DB Regio haben wir das Glück in Präsenz arbeiten zu können, aber eben unter besonderen Bedingungen: Schnelltests, Mindestabstände, Masken und offene Fenster gehören ganz automatisch dazu. Die Mitfahrten auf der Strecke sind natürlich nicht mehr in Gruppen möglich und finden deshalb als Einzelfahrten statt. Außerdem nehmen wir online über die Ausbildungsplattform DB Training an speziellen Lehrgängen und Seminaren teil, in denen das Ausbildungsspek-trum nochmal etwas weiter gefasst wird.

 

Was würden Sie zukünftigen Bewerber:innen mit auf den Weg geben?

Benno Bosse: Konzentriert euch wirklich auf die Bewerbung und bereitet euch gut auf die Tests und Tauglichkeitsuntersuchungen vor. Die Übungsaufgaben, die man nach der Bewerbung zugesandt bekommt, helfen einem dabei, sich selbst zum Beispiel in Physik zu testen: Habe ich ausreichende Grundkenntnisse oder sollte ich mir nochmal anschauen, was der Zusammenhang zwischen Stromstärke, Widerstand und Spannung ist? Und fürs Bewerbungsgespräch: zeigt eure besonderen Interessengebiete und verstellt euch nicht.

 

Worauf freuen Sie sich am meisten nach dem Abschluss Ihrer Ausbildung?

Benno Bosse: Allgemein darauf, Teil des komplexen Systems Bahn zu sein und es aktiv voranbringen zu können. Und auch wenn es vielleicht absurd klingen mag, aber ich freue mich auf die Schichtarbeit. Sie gehört für mich zu dem abwechslungsreichen Beruf des Lokführers dazu. Wenn ich zum Beispiel um 3.25 Uhr in Lichtenberg mit der Zugvorbereitung beginne und dabei den Sonnenaufgang miterlebe oder das Umgekehrte in einer Spätschicht, ist das schon toll. Aber eben auch die eher entspannte Atmosphäre einer Nachtschicht gehört zu dieser Abwechslung dazu, auf die ich mich sehr freue. Außerdem hört das Lernen mit dem Ende der Lehre ja nicht auf, es werden immer neue Baureihen und Strecken hinzukommen.

 

Gibt es etwas, das Sie besonders beeindruckte in ihrem ersten Lehrjahr bei DB Regio Nordost?

Benno Bosse: Ja, die Teamarbeit ist wirklich herzlich. Ganz am Anfang wurde uns gesagt, diesen Satz „Ich bin nur Azubi.“ sollen wir uns gleich aus dem Kopf schlagen. Wir sind Teil der Firma, wir sind Teil des Teams – und das finde ich sehr wichtig.

 

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