Viele S-Bahn-Kund:innen haben es sofort bemerkt: Seit dem 14. Oktober rollen auf der S8 die Züge der neue Baureihe 483/484. „Wir sind sehr stolz, dass wir pünktlich auf den Tag genau die Fahrzeuge auf der Strecke in Betrieb nehmen konnten“, so S-Bahn-Chef Peter Buchner. „Das ist eine Riesenleistung trotz Corona und Lieferkettenproblemen.“

Zum Start des ersten neuen Zuges ließen es sich Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey und der Brandenburger Verkehrsstaats­sekretär Rainer Genilke nicht nehmen, einen Blick in den Führerstand zu werfen. Sie steuerten den Sonderzug sogar selbst ein kleines Stück zwischen Pankow und Treptow. „Schön leise“, lobte Giffey die Rot-Gelbe. „Die Züge sind eine hervor­ragende Werbung für den Umstieg vom Individual­verkehr. Das ist ein weiterer Baustein für mehr Klimaschutz, moderne Mobilität und Teilhabe.“

Pro Zug gibt es Platz für 300 Fahrgäste zusätzlich – statt vier sind jetzt sechs Wagen je Zug unterwegs. Die Kund:innen können sich zudem über eine neue Station freuen. Endhaltestelle ist in der Hauptverkehrszeit nicht mehr Zeuthen, sondern Wildau. Zusammen mit dem Angebot der Linie S46 gibt es dort einen Zehn-Minu­tentakt. Ideal, um das Auto stehen zu lassen und umweltfreundlich den Brandenburger Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort zu erreichen. 3.500 Studierende besuchen dort die Technische Hochschule.

 


Prominente Gäste beim Start der neuen S-Bahn auf der S8: Verkehrsstaats­sekretär Rainer Genilke, Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey und S-Bahn-Chef Peter Buchner (von links). Foto: Stadler

 

Tschüss, Cola-Dose

Neben mehr Platz bieten die komfortablen Züge unter anderem eine moderne Fahrgastinformation sowie Kameras und Klimaanlagen. Ihre Mehrzweckabteile lassen viel Raum für Fahrräder oder Kinderwagen. Die neuen Fahrzeuge lösen nach und nach die Züge der Baureihe 485 ab, deren Konstruktion noch aus DDR-Zeiten stammt. Seit 1987 ist sie im Dienst und hört auf den Spitznamen „Cola-Dose“ – denn früher war die Baureihe mit einem roten Anstrich versehen.

Ihren letzten regulären Einsatz wird sie im April nächsten Jahres haben. „Als Reserve könnte sie eventuell noch ein paar Monate länger unterwegs sein, das wird noch entschieden“, so Buchner.

Die Züge der neuen Baureihe 483/484 fahren bereits seit mehr als anderthalb Jahren im S-Bahn-Netz. Erster Einsatzort war die Linie S47, dann folgte im vergangenen Sommer die S46. Zum Fahrplanwechsel im Dezember können sich auch die Fahrgäste der Ringbahnlinien S41 und S42 auf die schicke Neue freuen.

Früher als geplant wird sie dort ihre Runden drehen. Buchner: „Wenn alles so erfolgreich läuft wie bisher, wollen wir hier Schritt für Schritt immer mehr Neubaufahrzeuge einsetzen und damit auch auf der Ringbahn ein Drittel mehr Platz bieten.“ Künftig werden auf den beiden Linien Züge mit acht statt wie bisher sechs Wagen fahren.  | Kristin Lübcke

 

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