Was für ein tolles Novum! Noch nie zuvor war das S-Bahnwerk Oranienburg für interessiertes Publikum zugänglich. Am 21. und 22. August jedoch – pünktlich zum 95. Geburtstag – war es dann endlich soweit. Vorher angemeldete Besucher:innen konnten an diesem besonderen Tagen, tiefe Einblicke in die Arbeit des Werks mit seinen 46 Mitarbeiter:innen bekommen.

Mit einem extra eingerichteten S-Bahnshuttle vom Bahnhof Oranienburg aus ging es für die Gäste mit einem Viertelzug der Baureihe 483 auf das altehrwürdige Werksgelände. Auch das eine Rarität, denn die neue Baureihe verkehrt bislang nur auf der S47 zwischen Spindlersfeld – Hermannstraße. Doch die S-Bahn Berlin scheute zum stolzen Jubiläum des Werks keinen Aufwand und stellte dafür Fahrzeuge all ihrer aktuell verkehrenden Baureihen (480, 481, 485 und 483/484) zur näheren Erkundung im Werk bereit.


Der Hilfsgerätezug war eins der Highlights bei den Tagen der offenen Tore. Foto: André Groth

 

Das Interesse war groß und die Laune bestens. Mitarbeiter:innen der S-Bahn Berlin führten die Besuchergruppen durch das Werk und standen ausgiebig für Fragen zur Verfügung. Die (coronabedingt) eher kleinen Gruppen mit verhältnismäßig vielen Führer:innen erlaubten es dann auch, ganz gezielt und individuell auf die Bedürfnisse der Besucher:innen einzugehen. Die Oranienburger:innen konnten endlich mal genau erfahren, was in dem benachbarten S-Bahnwerk alles so vonstattengeht, die Kinder konnten die sonst fest verschlossenen
Führerstände erkunden und die eingefleischten S-Bahnfans konnten mit Experten und Expertinnen um die Wette fachsimpeln.

„Wenn man mit Leuten ins Gespräch kommen und etwas lernen will, ist so eine Werksführung genau das Richtige“, so Daniela Franke, die diese Veranstaltung für die S-Bahn mit organisiert hat. Und das gilt wechselseitig, sowohl für das interessierte Publikum als auch für Mitarbeiter:innen der S-Bahn selbst, denn das Vorwissen der Besucher:innen war teilweise enorm.


Zum Abschluss ein Foto für die außergewöhnlich große Geburtstagskarte, die im Werk aufgehängt werden wird. Foto: André Groth

 

Ein besonderes Highlight für die anwesenden Teilnehmer:innen war der aus Wannsee bereitgestellte Hilfsgerätezug – ein Zug der Baureihe 478, der nur bei bestimmten Notfällen zum Einsatz kommt. So wird der Zug, der auch unabhängig von der streckenbezogenen Stromversorgung per Batterie betrieben werden kann, beispielsweise bei im Gleisbett liegenden Bäumen oder Entgleisungen eingesetzt. Sein genaues Einsatzspektrum wurde von dem dazugehörigen Team fachkundig erläutert.

Zum Abschluss hatten alle noch die Möglichkeit, sich mithilfe einer „Sharingbox“ fotografisch verewigen zu lassen. Die Ergebnisse konnte man sich nachhause mailen lassen. Darüber hinaus wurden die Bilder im Nachgang zu einem zwei Meter langen und eineinhalb Meter breiten Bild zusammengeführt, das im Werk Oranienburg aufgehängt werden wird.

 

image_printdrucken