Das Sturmtief Sabine hat im Bahnbetrieb erhebliche Einschränkungen verursacht. Für einige Fahrgäste der Linie RE1 ging ein Unfall dank der beherzten Hilfe eines Mitreisenden glimpflich aus: In der Nacht vom 8. auf den 9. Februar prallte der Regionalexpress bei Wannsee auf einen durch den Sturm aufs Gleis gekippten Baum. Die Lok wurde dabei so stark beschädigt, dass Teile herunterhingen und eine Weiterfahrt nicht möglich war.

Der Triebfahrzeugführer bat per Durchsage um Mithilfe. Gesucht wurde ein stabiles Hilfsmittel – Draht oder ähnliches – um die herunterhängende Dose der Zugsammelschiene notdürftig zu befestigen. Die Rettung brachte ein ganz besonderes Stück: Der Reisende Franz E. stellte seinen original japanischen schwarzen Judogürtel zur Verfügung. Damit und mit Verbandsmaterial aus dem Zug wurden die losen Fahrzeugteile der Lok hochgebunden  und der Zug konnte notdürftig repariert bis Berlin Zoologischer Garten weiter fahren. Ohne die großzügige Leihgabe hätte der Zug auf freier Strecke evakuiert werden müssen. Franz E. hat seinen Mitreisenden also mit diesem großzügigen Einsatz eine anstrengende Nacht erspart.

Der Zug wurde dann zur Reparatur ins Werk Lichtenberg gebracht. Dort konnte Franz E. seinen Gürtel wieder abholen, der gar nicht einfach wiederzubeschaffen und mit hohem ideellen Wert versehen ist. Der Gürtel hatte etwas gelitten, aber dafür hat er jetzt eine Geschichte mehr zu erzählen. Zum Dank für die Leihgabe erhielt er ein Quer-durchs-Land-Ticket.

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