„Rum & Rollmops“ und andere Schätze
Stralsund hat viel mehr als nur Backsteingotik zu bieten

Dieser Stadtrundgang hält einige Besonderheiten bereit: Die UNESCO-Welterbe-Stadt Stralsund hat neben ihrem historischen Stadtkern mit imposanter Stadtmauer, Kirchen in Backsteingotik und Rathaus mit Hingucker- Giebel obendrein Fischköppe-Skat und Miniatur-Fahrzeuge made in DDR zu bieten. Halten Sie sich am Bahnhof rechts und laufen Sie über den Tribseer Damm, der über den Knieperteich mit dem Wasserspiel führt. Die Straße Katharinenberg bringt Sie zur ersten Station, dem historischen Speicher einer einstigen Dampfmühle. Hier fand die Stralsunder Spielkartenfabrik ihr Domizil. Sie können eine Führung buchen oder einen Workshop. Oder einfach nur handgefertigte Spielkarten aus der Werkstatt erwerben, wie Skat für Fischköppe oder „Rum & Rollmops“.

Von den Spielkarten geht es über den Katharinenberg, vorbei am Meeresmuseum, in die Mönchstraße zum Stralsund Museum, das bereits 1924 sein Domizil im ehemaligen Dominikanerkloster St. Katharinen fand – eines der wenigen Klöster Norddeutschlands, deren gotische Substanz fast vollständig erhalten blieb. Das Haus wird aktuell jedoch barrierefrei umgebaut und kann daher bis Frühjahr 2021 nicht besichtigt werden. Die gute Nachricht aber ist: Das Stralsund Museum hat drei Standorte und das ehemalige Krämerhaus in der Mönchstraße 38 gehört dazu und ist geöffnet. Es lädt Sie ein zu einer Zeitreise durch 600 Jahre Kulturgeschichte.

Vom Keller bis zum Speicherboden können Jung und Alt das mittelalterliche Gebäude durchstöbern und Spuren der einstigen Bewohner – Krämer und Gewürzhändler – entdecken. Die Mönchstraße führt Sie zur Mühlenstraße mit den prächtigen Giebelhäusern – Sie sind nun im Kerngebiet des UNESCO-Welterbes, denn die Häuser aus Backstein mit den geschmückten Giebeln sind charakteristisch für die mittelalterliche Bebauung. Unten in den Häusern befanden sich einst die Wohn- und Geschäftsräume, darüber die Speichergeschosse. Noch heute zeugen die schön sanierten Fassaden von der Bedeutung der Stadt während der Hansezeit. Am Alten Markt berät die Tourismuszentrale die Gäste der Stadt, laden Restaurants und Cafés zum genüsslichen Verweilen ein, präsentiert sich das Rathaus als Wahrzeichen der Stadt.

Gleich daneben erhebt sich majestätisch die Nikolaikirche. Werfen Sie unbedingt einen Blick hinein. Sie ist die älteste der drei Stralsunder Pfarrkirchen und gehört mit ihren zwei imposanten Orgeln zu den schönsten Sakralgebäuden Nordeuropas. Erstmals im Stadtbuch erwähnt wird der Bau im Jahre 1276 und ist dem Schutzpatron der Seefahrer, dem heiligen Nikolaus, geweiht. Die Kirche war zunächst eine vermutlich schlichte Halle mit einem Turm. Durch den raschen Aufstieg Stralsunds zur bedeutenden Seehandelsstadt wurde sie im 14. Jahrhundert zur Basilika mit der imposanten Doppelturmanlage umgebaut.

Jetzt geht’s aber ans Wasser! Laufen Sie einfach die Badenstraße entlang zum Strelasund, dem Meeresarm der Ostsee zwischen Stralsund und der Insel Rügen. Auf der Hafeninsel gibt es jede Menge zu sehen und zu entdecken. Hier steht auch das futuristisch anmutende Ozeaneum mit seinen riesigen Aquarien, in dem Sie auf Unterwasserreise gehen können.

 

Ein Stück grüne Lunge der Stadt

Eine völlig andere Welt zeigt Ihnen dann die nächste Station des Stadtbummels: das DDR Miniatur Fahrzeug Museum. Von dort ist es außerdem nur ein Katzensprung zum Heiliggeistkloster-Gelände mit den schmucken Fachwerkhäusern und der Kirche. Der Frankenwall am Frankenteich – ein Stück grüne Lunge der Stadt – führt Sie wieder zurück Richtung Bahnhof. Zuvor aber passieren Sie die evangelische Pfarrkirche Marienkirche. Erklimmen Sie die 366 Stufen auf der steinernen Wendeltreppe und über schmale Holzstiegen des 104 Meter hohen Turms, haben Sie zum Abschied einen tollen Blick über die Stadt, auf Rügen, Hiddensee und die Ostsee.

 

Die Tourempfehlung „Rum & Rollmops“ mit Offlinekarte und nützlichen Serviceinfos gibt’s mit DB Ausflug kostenlos aufs Smartphone. Über den roten Button in der App geht es direkt zur Reiseplanung anhand der aktuellen Fahrplandaten. Dauer: 4 h, Strecke: 4,2 km

 

Anreise
Hinfahrt: Mit dem RE5 Richtung Stralsund, z. B. um 7.43 Uhr ab Berlin Hbf
Rückfahrt: z. B. um 19.02 Uhr
Fahrzeit: etwa drei Stunden

Ticket-Tipp
Mit dem Stadt-Land-Meer-Ticket geht es für 43 Euro pro Person nach Stralsund und zurück. Wer will, kann unterwegs auch einen Zwischenstopp einlegen, das Ticket ist pro Richtung zwei Tage gültig. Eigene Kinder oder Enkel bis 15 Jahre fahren kostenlos mit. bahn.de/brandenburg

Stralsunder Spielkartenfabrik
Katharinenberg 35
spiefa.de | Tel. 03831 703360
Öffnungszeiten: Mo – Fr 11 – 13 Uhr & 15 – 19 Uhr
Führung: ab 7,50 € pro Person

Stralsund Museum
Museumshaus Mönchstraße 38
stralsund-museum.de
Öffnungszeiten: Di – So 10 – 17 Uhr, 24.12. und 31.12. geschlossen
Eintritt: 5 €, erm. 2,50 €

DDR Miniatur Fahrzeug Museum
Langenstraße 34 (Ecke Wasserstraße)
ddr-miniatur-fahrzeuge.de
Tel. 03831 490372 oder 0177 3246022
Öffnungszeiten:
April – Dezember
Di, Do 12.30 – 16.00 Uhr
Fr, Sa 12.30 – 15.30 Uhr
Mo, Mi, So auf Anfrage
Januar – März: ausschließlich Fr 12.30 – 15.30 Uhr
Eintritt: 5 €, Kinder 3 €

 

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