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Roter Teppich für modernisierte Fahrzeuge
DB Regio stellte komfortabel ausgestattete Flotte fürs Netz Elbe-Spree vor

Blitzblank in Rot und Weiß präsentierten sich ein Doppelstock-Zug und ein Triebzug am Lichtenberger Bahnhof. Beide sahen glänzend aus, obwohl sie nicht neu waren. „Dass aus alten Klamotten schicke Mode werden kann, ist bekannt. Hier haben gleich komplette Züge ein nachhaltiges Upcycling erfahren – mit mehr Fahrkomfort“, so Bettina Jarasch, Senatorin für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz.

Sie gehörte zu den Gästen, die zur Besichtigung der modernisierten Züge eingeladen waren. Ein feierlicher Anlass, bei dem ein roter Teppich auf dem Bahnsteig und Streichmusik nicht fehlen durften. Mit dabei waren auch Alexander Kaczmarek, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn für die Länder Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, Guido Beermann, Minister für Infrastruktur und Landesplanung in Brandenburg, Carsten Moll, Vor­sitzender der DB Regio Nordost, Peter Panitz, Geschäftsführer der Landes­gesellschaft Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt (NASA) GmbH und Thomas Dill, Bereichsleiter Center für Nahverkehrs- und Qualitätsmanagement Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB).

Insgesamt 145 Doppelstockwagen, 41 „Talent-2-Fahrzeuge“ sowie 29 Loks unterzieht DB Regio Nordost derzeit für rund 150 Millionen Euro einer Frischekur. Sie sind zwischen zehn und 25 Jahre alt und werden ab 11. Dezember im Netz Elbe-Spree unterwegs sein. Mit 17 Regional-Express- und Regionalbahnlinien sowie dem Flughafen-Express (FEX) umfasst es rund 28 Millionen Zug­kilometer pro Jahr – und ist damit eines der größten Nahverkehrsnetze in Deutschland. Ein Teil seiner Linien wird zukünftig von der DB Regio Nordost bedient.


Symbolische Unterzeichnung des Verkehrsvertrags Netz Elbe-Spree (v. l. n. r.): Thomas Dill, Bereichsleiter Center für Nahverkehrs- und Qualitätsmanagement Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB), Peter Panitz, Geschäftsführer der Landesgesellschaft Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt (NASA) GmbH, Frank Nostitz, Leiter Finanzen und Controlling DB Regio Nordost, Carsten Moll, Vorsitzender der DB Regio Nordost, Guido Beermann, Minister für Infrastruktur und Landesplanung in Brandenburg, Bettina Jarasch, Senatorin für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz und Alexander Kaczmarek, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn für die Länder Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Foto: DB AG / Pablo Castagnola

 

Bessere Verbindungen

 

Besiegelt wird das im Verkehrs­vertrag, den die Gäste vor Ort feierlich unterzeichneten. „Das neue Netz Elbe-Spree schafft bessere Verbindungen innerhalb von Brandenburg und in unsere Nachbarländer. Mit geräumigen und rundum erneuerten Zügen machen wir den Schienen­verkehr deutlich attraktiver“, so Beermann. Und Jarasch ergänzte: „Ich freue mich, dass wir mit dieser Weichenstellung in der gesamten Region spürbare Verbesserungen für eine klimafreundliche Mobilität schaffen und damit die Mobilitäts­wende voranbringen.“

Das Netz Elbe-Spree erstreckt sich über vier Bundesländer – Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt. In modernisierten Zügen können Fahrgäste bereits unterwegs sein, etwa auf der Linie RB20 (Potsdam – Oranienburg) oder RE7 (Dessau – Roßlau – Berlin –Wünsdorf-Waldstadt). Ab Dezember werden die Fahrzeuge auch auf Linien wie der RE2, FEX, RB14, RB21, RB22, RB24 und RB32 fahren. Kundinnen und Kunden können sich künftig dabei auf mehr Züge freuen, eine dichtere Taktung, freies WLAN sowie insgesamt rund 30 Prozent mehr Sitz­plätze und mehr Platz für Fahrräder und Gepäck in vielen Fahrzeugen. „Das größere Angebot ist eine enorme Leistung, ich freue mich riesig auf den Fahrplanwechsel“, so Dill vom VBB.

 

Facelift für den Zug

 

Bis es soweit ist, haben die Mitarbeiter:innen bei der DB-Fahrzeuginstandhaltung in Wittenberge und Dessau sowie beim Hersteller Alstom in Hennigsdorf noch jede Menge zu tun. Nicht nur die Außen­flächen der Züge bekommen einen frischen Lack: Die Innenräume werden zunächst komplett entkernt. Danach wird an vielen Stellen Hand angelegt für eine frische Optik: Haltestangen werden beispielsweise pulverbeschichtet, Sitzpolster erneuert, Edelstahlverkleidungen angebracht oder moderne WC-Folierungen in Badezimmeroptik verklebt, auf denen sich Graffiti einfach abwischen lässt.

Die Fahrzeuge werden dabei nicht nur optisch schicker, sondern bieten auch mehr Komfort. Die Steckdosen in Sitzhöhe gibt es neu im Talent-2, in den Dostos gab es die auch schon vorher. In den Dostos gibt es neu durchgehende Handstangen vom Einstieg bis in den Oberstock und in den Flughafen-Dosto-Linien zusätzlich Gepäckregale im Unterstock. In den Talent-2 gibt es neu größere Tische und geänderte Abfallbehälter für mehr Sitzkomfort. Neu angeordnete Sitze und Stehplätze sorgen für mehr Bewegungsfreiheit und größere Bildschirme informieren die Reisenden in Echtzeit über ihre Anschlussmöglichkeiten. Wo ist Platz im Zug? Sensoren erfassen die Auslastung – ein Blick in die App DB Navigator genügt! Zu den Neuerungen gehören auch große Rollstuhl- und Fahrrad-Piktogramme außen sowie innen gut sichtbare Zeichen auf dem Fußboden für den Rad-Bereich.

„Wir bringen gebrauchte Fahr­zeuge auf den neuesten Stand“, so Moll. „Das ist ganz im Sinne von Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung.“ Die modernisierten Züge seien dabei nicht nur eine Investition in Komfort, sondern auch in mehr Kapazität“, ergänzte Kaczmarek. Damit die Verkehrswende gelingen kann, brauche es zudem einfache und unkomplizierte Tickets, bei denen man sich nicht um Anschlusstarife oder Ähnliches kümmern müsse. „Das hat der Erfolg des 9-Euro-Tickets deutlich gezeigt.“ | Kristin Lübcke

 

Alle Informationen – auch mit einer detaillierten Übersicht zu den einzelnen Linien – auf bahn.de/elbe-spree

 

Mitmachen und Meinung sagen!

Wer in den kommenden Wochen in den umgebauten Fahrzeugen von DB Regio Nordost für das Netz Elbe-Spree unterwegs ist, sollte die Augen offenhalten: Fahrgäste finden in den Zügen QR-Code-Sticker, über die sie an einer kurzen Umfrage teilnehmen können. Einfach mit dem Smartphone den Code scannen – und schon kann es losgehen. Die Umfrage dauert nur fünf Minuten. Gefragt ist die Meinung der Reisenden zu den neuen Fahrzeugen: Nutzen Sie das WLAN-Angebot? Haben Sie die neuen Steckdosen schon entdeckt? Wie sitzt es sich auf den runderneuerten Sitzen? Der VBB und DB Regio Nordost freuen sich auf Feedback.