Seine Position hat er mitten im Shutdown der Corona-Krise angetreten. Im Interview spricht er darüber, welche Herausforderungen dies mit sich brachte und was er sich für seine neue Stelle vorgenommen hat. Herr Sonnenburg, Sie haben vor kurzem als Leiter Produktion bei DB Regio Nordost begonnen.

 

Wie war der Start auf Ihrer neuen Position in Zeiten von Corona?

Jens Sonnenburg: Es ist eine besondere Herausforderung, einen neuen Job innerhalb dieser außergewöhnlichen Zeit anzutreten. Viele Kollegen waren seit Anfang März im Home-Office. Als Leiter Produktion bin ich unter anderem für die Werkstattstandorte verantwortlich; dort nicht sofort für ein erstes Kennenlernen hinfahren zu können, war wirklich ungewöhnlich. Das persönliche Kennenlernen der Kollegenwird insgesamt natürlich sehr erschwert. Wir haben zwar viel über Telefonate gelöst, aber das ersetzt den persönlichen Kontakt nur bedingt, der besonders am Anfang wichtig ist. Das dauert deutlich länger, als ich es bisher gewohnt war.

 

Bis jetzt war also noch gar kein persönlicher Kontakt möglich?

Jens Sonnenburg: Ich hatte Glück, weil ich bereits im Februar ein paar Termine mit DB Regio wahrnehmen konnte. Darunter war auch eine große Besprechung, bei der ich einige Kollegen persönlich gesehen habe. Mit sechs von ihnen gab es anschließend noch eine längere Kennenlernrunde, sodass uns der Einstieg da gut gelungen ist, denke ich. Inzwischen habe ich auch Einzeltermine vereinbart und mich unter Beachtung der geltenden Abstandsregeln mit Kollegen in unseren Büros getroffen, die dafür groß genug sind.

 

Schwieriger war es da sicher, die Standorte in der Fläche kennenzulernen?

Jens Sonnenburg: Ja, da habe ich lange gezögert und überlegt, wie ein Antrittsbesuch trotz Corona gelingen kann. Tatsächlich klappte das dann aber ganz gut und wir haben Einzeltermine für Kleingruppen in den großen Werkstatthallen vereinbart. Das hat nicht nur Nachteile. Es dauert zwar, bis man jeden getroffen hat, aber die Gespräche sind oft auch intensiver und dauern länger. Ich konnte mittlerweile alle drei Werkstattstandorte besuchen und die Leiter sowie einige Kollegen dort kennenlernen.

 

Was macht ein Regionalleiter Produktion genau?

Jens Sonnenburg: Ich bin grundsätzlich verantwortlich, dass der Eisenbahnbetrieb bei DB Regio Nordost reibungslos funktioniert. Das umfasst also alles, was mit den Regionalzügen von DB Regio Nordost zu tun hat, die draußen fahren – und geht über die Planung und Besetzung von Lokführern und Lokführer-Schichten, die Vorhaltung der Fahrzeuge bis hin zu ihrer Instandhaltung. Im Störungsfall geht es darum, Schäden schnell zu reparieren und zügig für Ersatz zu sorgen. Im besten Fall so, dass es der Fahrgast nicht merkt.

 

Wie sieht Ihr Arbeitsalltag gewöhnlich aus?

Jens Sonnenburg: Morgens starten wir mit einer gemeinsamen Lageeinschätzung und schauen, wie der vergangene Tag gelaufen ist. Gab es Probleme? Was müssen wir tun, um diese in den Griff zu bekommen? Gab es Unfälle oder Schäden an Triebfahrzeugen? Außerdem haben wir einen Blick auf die Kennzahlen, zum Beispiel was Pünktlichkeit und die Verfügbarkeit von Fahrzeugen angeht.
Die Ergebnisse sind derzeit gut bis sehr gut, die Ausfälle liegen im Rahmen. Es ist gut, wenn man nicht nur Brände löschen muss, sondern auch nach vorne schauen kann.

 

Was haben Sie sich für Ihre neue Position vorgenommen?

Jens Sonnenburg: Ein großes Thema ist natürlich die Inbetriebnahme des Flughafen-Express im Oktober, das wollen wir als Region gut hinbekommen. Der Fokus liegt darauf, einen reibungslosen Start zu ermöglichen. Auch das weitere Kennenlernen ist ein wichtiger Punkt auf meiner Agenda. Und größere Fahrzeugthemen, wie der Umbau für den Verkehrsvertrag „Netz Elbe-Spree“, der im Dezember 2022 startet. Hier sollen Doppelstockwagen in ihrer Ausstattung vereinheitlicht und aufgewertet werden, beispielsweise mit zusätzlichen Fahrgastinfos und WLAN.

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