Ob Baumblüte oder erntereife dicht behangene Obstbäume – eine Radtour durch die „Obstkammer Berlins“ im Havelland hat vom Frühjahr bis in den Herbst Saison. Auf 22 Kilometern Länge bieten kleine Manufakturen und Hofläden vielerlei rund um das Thema Obst an: Marmeladen, Essige, Liköre, Chutneys und natürlich die Obstweine, eine besondere Spezialität dieser Region. Aber auch die „Hauptstadt der Obstkammer“, Werder (Havel), und der Schlosspark Petzow, mit der auf einem Hügel thronenden Schinkelkirche, sind eine Besichtigung wert. Ein Großteil des Weges ist mit der Markierung „Panoramaweg Werderobst“ gekennzeichnet.

Aktuell verzeichnen wir eine erhöhte Fahrradmitnahme in unseren Zügen, daher empfehlen wir Ihnen für eine entspannte Anreise, sich ein Rad zu leihen. Dies können Sie bei „Krüger und Till“ in der Straße unter den Linden 17 tun (Reservierung unter h   03327 42424 ist ratsam). Vom Bahnhof Werder (Havel) können Sie den Bus der Linie 631 oder den Citybus bis zur Bushaltestelle Werder, Post nehmen. Von dort laufen Sie noch circa fünf Minuten in Richtung Inselstadt. Wenn Sie mit eigenen Rädern anreisen, beachten Sie bitte, dass im Regionalverkehr kein Anspruch auf Fahrradmitnahme besteht.

Die Tour startet am Bahnhof und führt über die Bahnhofstraße in die Innenstadt. Wenn Sie möchten, können Sie einen Abstecher in die Altstadt von Werder unternehmen. Ansonsten geht es über die Potsdamer Straße bis zum Abzweig Fercher Straße, dem Sie rechts folgen. Nach zwei Kilometern erreichen Sie den Sanddornhof von Christine Berger.

Das Familienunternehmen kultiviert heute auf rund 150 Hektar Anbaufläche bio-zertifizierten Sanddorn. Die Früchte reifen frei von Umweltbelastungen und chemischen Düngemitteln. Geschnitten und schockgefrostet, werden die Sanddornbeeren auf schonende Art weiter-
verarbeitet, so dass die wertvollen Wirkstoffe erhalten bleiben. Das Angebot reicht von Bio-Sanddornsaft und Sanddorn-Fruchtaufstrichen über Sanddorn-Wein und -likör bis zu Sanddorn-Fruchtgummis und -schokolade.

Im zweistöckigen Hofladen und im Spezialitätenmarkt des Familienbetriebes finden die Besucher über 70 Produkte aus eigener Herstellung. Für die gute Qualität gab es schon mehrere Auszeichnungen durch die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft. Im Sanddorn-Garten von Christine Berger gibt es einen Sanddorn-Lehrpfad, eine Gläserne Schauproduktion, einen Kräuter- und Duftgarten mit zahlreichen Sitzgelegenheiten, einen Kinderspielplatz und eine eigene Bootsanlegestelle.

Vom Sanddorn-Garten geht es die Fercher Straße weiter in Richtung Süden. Nach nur 100 Metern öffnet sich zur Linken der Gutspark Petzow. Biegen Sie links in den von Peter-Joseph Lenné gestalteten Landschaftspark. Umrunden Sie den Parkteich und genießen Sie den Blick auf den Schwielowsee. Rund um den Park gibt es zudem mehrere gastronomische Betriebe, wenn Sie eine Pause einlegen möchten. Sie kommen wieder zurück auf die Fercher Straße, hier biegen Sie gleich links in die Straße Am Rüsterhorn (Richtung Porta Elisa) oder machen noch einen kurzen Abstecher zur kleinen Schinkelkirche, von der Sie einen wunderschönen Blick auf das Havelland genießen können.

Weiter geht es durch den Wald, rechter Hand sehen Sie schon den Glindower See. Nach rund einem Kilometer erreichen Sie das Märkische Ziegeleimuseum Glindow.Wenn Sie möchten, können Sie mittwochs und an den Wochenenden das Museum besuchen. Ansonsten fahren Sie auf der Alpenstraße weiter. Wenn Sie baden möchten, können Sie an der Glindower Seestraße rechts zum Strandbad Glindow abbiegen.

Weiter geht es die Alpenstraße entlang bis zur Klaistower Straße in die Ziemensstraße. Nach wenigen Metern geht es rechts in die Glindower Mühlenstraße. Links und rechts des Weges laden Sie die ersten Obst- und Spargelhöfe ein. So können Sie die Ziemensstraße kurz geradeaus weiter fahren.

Nach wenigen Metern erreichen Sie den Spargelhof Hertel. Nach weiteren 200 Metern erreichen Sie Schultz’ens Siedlerhof, der Sie in den Hofladen und die Hofschänke einlädt. Auf der Normalroute geht es weiter durch Obst- und Gemüseanbauflächen immer dem „Panoramaweg Werderobst“ folgend. Nach einigen Kilometern unterfahren Sie die Autobahn und erreichen den Ortsteil Derwitz. In der Derwitzer Dorfstraße erreichen Sie den Derwitzer Vierlindenhof. Von dort geht es schließlich über die Krielower Straße nach Krielow. Am Ende der Chaussee erreichen Sie den Bahnhof Groß Kreutz. Von dort gelangt man in einer guten Dreiviertelstunde zurück zum Radverleih in Werder (Havel).

Der Sanddorn-Garten Petzow hat derzeit von Mo-So 10 - 17 Uhr mit eingeschränktem Gastronomie-Angebot geöffnet. Das Restaurant ist am Wochenende 13 - 18 Uhr offen. Aufgrund der aktuellen Situation empfiehlt es sich, vorher bei den genannten Ausflugszielen anzurufen, ob sich an den Öffnungszeiten oder Angeboten etwas verändert hat. Falls die Tour verkürzt wird, kann der Rückweg von Werder (Havel) nach Potsdam mit dem Rad angetreten werden. Ab Potsdam kann nach Berlin auch die S-Bahn genutzt werden.

 

Märkisches Ziegeleimuseum Glindow

Das Märkische Ziegeleimuseum erzählt Wissenswertes über den Tonabbau und die Backsteinherstellung der Ziegelei in Glindow. Untergebracht ist das kleine Museum in einem Turm, der wohl, reich verziert, einst zu Werbezwecken errichtet wurde. Eine Führung geleitet durch die historischen Produktionsanlagen, deren berühmtester Vertreter der originale Hoffmannsche Ringofen ist.

Der Dichter Theodor Fontane hat auch dem Ort Glindow in seinen „Wanderungen“ ein eigenes Kapitel gewidmet und darin ausführlich über die Herstellung von Ziegeln geschrieben: „In Werder wird gegraben, gepflanzt, gepflückt – in Glindow wird gegraben, geformt, gebrannt.“
In Glindow werden Ziegel bis heute im Handstrichverfahren hergestellt.

Von den einstmals 50 Ringöfen, die im Ort existierten, ist der Ringofen der Glindower Ziegelei der einzige original erhaltene. Heute werden hier und in einem zweiten Ofen Ziegel für den denkmalpflegerischen Einsatz gefertigt. Unmittelbar an der Ziegelei beginnen die „Glindower Alpen“ mit ihrem vielseitigen Naturlehrpfad. Diese können individuell oder in Begleitung eines Försters besichtigt werden.

ziegelmanufaktur.com oder telefonisch: 03327 66490


Foto: Clemens Franz

 

Gutspark Petzow

Im Jahre 1838 wurde nach Plänen des berühmten Landschaftsplaners Lenné der ausgedehnte Landschaftspark angelegt. Er erstreckt sich südlich des Schwielowsees. Im Park befinden sich verschiedene historische Gebäude wie die Schinkelkirche, das Waschhaus, eine Fischerhütte und die Alte Schmiede mit Restaurant. Das Schloss ließ Carl Friedrich August Kaehne 1825 errichten. Baulich ist es eine Mischung aus italienischem Kastell und englischem Tudorstil.

Dem Ort Petzow hat der Dichter und Reiseschriftsteller Theodor Fontane in seinen „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ ein ganzes Kapitel gewidmet. Er verglich die Lage des Ortes mit Sanssouci.

petzow-online.de oder telefonisch: 03327 668379

Foto: Doris Antony

 

Anreise

Hinfahrt: z. B. mit dem RE1 um 9.11 Uhr von Berlin Hbf bis Werder (Havel)
Rückfahrt: z. B. um 17.13 Uhr Fahrzeit: etwa 35 Minuten

 

Ticket-Tipp

Brandenburg-Berlin-Ticket für bis zu 5 Personen. bahn.de/brandenburg

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