Mitfahrgelegenheit finden leicht gemacht: Die App „Share1Car“ will die Mobilität auf dem Land verbessern. Die Idee hinter dem Projekt ist, dass Menschen sich auch auf kurzen Strecken gegenseitig im Auto mitnehmen. Und zwar, ohne dafür Umwege in Kauf zu nehmen oder das Ganze lange vorab planen zu müssen. „Der größte Unterschied zu anderen Mitfahrangeboten ist, dass unsere App in Echtzeit und damit spontan funktioniert“, erläutert Sama Mirshahvalad, die „Share1Car“ gemeinsam mit Julius Stauffenberg entwickelt hat. „Fahrer und Mitfahrer können sich auf einer virtuellen Karte finden und sich schnell verabreden.“ Als Pilotstandort haben die beiden Gründer die Stadt Bad Belzig in Potsdam-Mittelmark ausgewählt.

Aktuell suchen die Studenten der Technischen Universtität Berlin jedoch mittels einer Umfrage noch Tester für die App. Außerdem wollen sie weitere Infos zu möglichen Nutzern sammeln, um das Angebot und die App künftig noch verbessern zu können: Von wo bis wo pendeln die Menschen? Welche Verkehrsmittel nutzen sie dafür bisher? Denn künftig solle die App auch die Angebote des öffentlichen Nahverkehrs in ihre Suche mit einbeziehen, um den schnellsten und günstigsten Weg zum Ziel zu finden.

Bislang konnten die beiden Gründer 33 Tester gewinnen – damit ist etwa ein Drittel des Gesamtziels erreicht. „Wir brauchen mindestens 100 Leute, damit wir den Testlauf starten können, die Ergebnisse repräsentativ sind und wir die Match-Wahrscheinlichkeit unter den Fahrern und Mitfahrern erhöhen können“, sagt Sama Mirshahvalad. „Wir suchen also nach wie vor Tester, die täglich in verschiedene Richtungen pendeln“, ergänzt Julius Stauffenberg. „Unser Ziel ist, dass weniger Menschen das Auto nutzen.

Das Ganze ist eine Bürgerbewegung, die Leute müssen mitmachen und sich für neue Lösungen interessieren.“ Das Projekt starte zwar auf dem Land. „Wir können uns aber auch vorstellen, später in Städte zu expandieren“, erläutert Julius Stauffenberg. „Wo die Nutzer sind, können wir auch sein“, ergänzt Sama Mirshahvalad. „Wir sehen uns als grünes Start-up mit dem Fokus auf Nachhaltigkeit. Es geht um die effiziente Nutzung der Ressourcen.“

Die Kosten für eine Mitfahrt seien abhängig von der zurückgelegten Strecke. „Für die ersten drei Kilometer bekommt der Fahrer immer einen Euro, dann variiert der Preis zwischen etwa zehn bis 35 Cent pro Kilometer – je länger die Strecke, umso günstiger der Preis“, erklärt die Mitbegründerin. Die Bezahlung solle über die App erfolgen, Bargeld sei nicht nötig.

Finanziell gefördert wird „Share-1Car“ über das Programm „University Startup Factory“. Für die Zukunft suchen Sama Mirshahvalad und Julius Stauffenberg jedoch nach anderen Fördermöglichkeiten und vor allem Investoren, die das Projekt unterstützen.

Josephine Mühln

share1car.de

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