Seit Beginn des Krieges in der Ukraine hat auch die Deutsche Bahn (DB) schnelle und unbürokratische Hilfe für die Menschen auf der Flucht geleistet. Zu einer der ersten Maßnahmen zählte, dass Geflüchtete mit ukrainischem Pass oder Personalausweis kostenlos alle Fernzüge aus Polen in Richtung Deutschland nutzen konnten.

Kurz darauf wurde dann das „helpukraine“-Ticket auf den Weg gebracht – das inzwischen schon mehr als 100.000 Menschen in Anspruch genommen haben. Das kostenlose Ticket gilt für die Fahrt im Fern- und Nahverkehr zu jedem Zielbahnhof. Damit können die Geflüchteten ihre Familien, Verwandten und Bekannten in ganz Deutschland erreichen.

Vorerst befristet bis zum 31. März gilt zudem, dass geflüchtete Menschen mit ukrainischen Ausweisdokumenten mit allen Bussen und Bahnen im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) kostenfrei fahren dürfen.

 

Züge von Polen nach Deutschland

Bislang haben schon etwa 25 Züge von DB Regio Nordost mehrere tausend Geflüchtete von Przemy´sl und Wrocław in Polen nach Berlin und Cottbus gebracht. In den Zügen stehen Snacks, Getränke, Baby­nahrung, Decken, Kissen, Kuschel­tiere und Spielzeug sowie Powerbanks zur Verfügung. Ebenfalls sind stets russisch- und/oder ukrainischsprachige Mitarbeitende an Bord, um zu unterstützen.

Um diese Hilfe möglich zu machen, mussten kurz­fristig Züge von anderen Linien abgezogen werden, weil es in Deutschland nur wenige Fahrzeuge mit Zulassung für Polen gibt. Dies führte auf einigen Linien zu Ausfällen und Ersatzverkehren oder dem Einsatz von Fahrzeugen aus anderen Regionen.

DB Regio Nordost bedankt sich beim Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB), den Ländern Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, dass sie die Hilfe für die Ukraine unterstützen. Ein weiterer Dank geht an die Fahr­gäste für ihr Verständnis. Auch sie leisten damit einen wichtigen Beitrag.

Seit dem 23. März ist der Bahnhof Cottbus drittes Drehkreuz für Geflüchtete, um die beiden bestehenden Drehkreuze Berlin und Hannover zu entlasten. Über Cottbus sollen künftig bis zu 2.500 Geflüchtete täglich nach Deutschland in Sicherheit gebracht werden. Dazu fährt DB Regio als Shuttle bis zu sechs Züge pro Tag zwischen Wrocław und Cottbus.


Foto: DB AG / Oliver Lang

 

Hilfe finden am Hauptbahnhof

Die Flüchtenden haben viele Fragen, wie es in Deutschland für sie weitergeht. Ansprechpartner:innen finden sie unter anderem am Berliner Hauptbahnhof. Dort kümmert sich eine Vielzahl von freiwilligen Helfer:innen mit größtem Engagement um die ankommenden Ukrainer:innen. Auf dem Washingtonplatz vor dem Hauptbahnhof wurde eine Willkommenshalle aufgebaut. Dort werden Hilfsmaß­nahmen, Einsätze von Freiwilligen und Sachspenden koordiniert.

 

Schienenbrücke für Hilfsgüter aufgebaut

Nicht nur aus der Ukraine in Richtung Deutschland funktioniert die Hilfe der DB. Auch eine Schienen­brücke von DB Cargo und DB Schenker wurde aufgebaut, die Hilfsgüter ins Kriegs­gebiet transportiert. Per Last­wagen und Güterzug werden vom Rangierbahnhof in Seddin aus tausende Tonnen Lebensmittel, Trinkwasser, Sanitärartikel und medizinische Produkte direkt in die Ukraine gebracht. Der erste Containerzug ist am 16. März angekommen.

 

Unter berlin.de/ukraine/helfen finden sich Hinweise dazu, wo man selbst aktiv werden und helfen kann – mit Geld- oder Sachspenden und als ehrenamtliche:r Helfer:in. Außerdem bietet die Deutsche Bahn ab sofort eine digitale Info­plattform in vier Sprachen an. Unter zugportal.de/ukraine_de informiert sie bereits während der Zugfahrt über notwendige, zuverlässige und verständliche Informationen zur Einreise und Ankunft in Deutschland, zu kurzfristigen Hilfsangeboten für die nächste Zeit sowie zu nächsten Schritten und Ansprechpartner:innen.

Wichtig
In Absprache zwischen der Hilfsorganisation Karuna, der Deutschen Bahn und allen Beteiligten werden Gastgeberfamilien gebeten, nicht mehr persönlich zum Hauptbahnhof zu kommen, sondern ihre Unterkunft in dem Online-Portal unterkunft-ukraine.de zu hinterlegen, welches die Vergabe von Schlafplätzen prüft und koordiniert. Dies dient der Sicherheit der Geflüchteten vor unlauteren Angeboten sowie der Entzerrung am Hauptbahnhof. Die Deutsche Bahn bittet weiterhin darum, von Sachspenden am Hauptbahnhof abzusehen.

 

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