Um auf die stark gestiegene Nachfrage in Berlin und Brandenburg zu reagieren, hatten sich der Verkehrsverbund-Berlin-Brandenburg (VBB) und DB Regio auf eine deutliche Kapazitätsausweitung ab 1. April 2019 geeinigt. Um dieses größere Angebot zu ermöglichen, hatte DB Regio Nordost 21 zusätzliche Doppelstockwagen und vier Loks aus anderen Regionen beschafft. So sollten Triebwagen des Typs ET 442 (TALENT 2) frei werden, um die Linien RB10, RB13 und RE7 zu verstärken.

Und es fing auch gut an, doch dann wurden die Züge insbesondere im Sommer kürzer, die Sitzplätze weniger und das Gedränge an den Bahnsteigen größer. Das Sitzplatzangebot auf RE7 und RB10 war an manchen Tagen deutlich geringer als vertraglich zwischen dem Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg VBB und DB Regio Nordost vereinbart. „Wir haben viel Ärger bei unseren Fahrgästen erzeugt. Das bedauern wir und es gibt nichts zu beschönigen. Deshalb entschuldigen wir uns dafür“, sagt Jörg Werner, Leiter Fahrgastmarketing der DB Regio Nordost in Berlin. Fahrzeuge und Personal sind knapp.

Diverse, teilweise unvorhersehbare Ereignisse, haben zu dieser misslichen Lage beigetragen. So dürfen zwölf der 21 Wagen, die eigens aus anderen Regionen Deutschlands beschafft wurden, derzeit nicht durch den Berliner Nord-Süd-Tunnel fahren. Sie benötigen eine Zulassung aufgrund neuer Brandschutz-Vorschriften, erklärt Jörg Werner: „Bis diese da ist, versuchen wir, die Wagen auf anderen Linien einzusetzen“. Baustellen wie die Sperrung der Berliner Stadtbahn im September verschärften zuletzt die Probleme.

Längere Züge unterwegs

Mehr Lokomotiven, längere Züge und damit mehr Sitzplätze sollen den Zugverkehr in Berlin und Brandenburg wieder verbessern. Seit Anfang November ist ein ganzes Paket von Maßnahmen in Kraft, das nach und nach auf den Regionalbahnlinien RB10, RB13 und RB14 sowie auf der Regionalexpresslinie RE7 für einen zuverlässigen Betrieb sorgen soll. So werden unter anderem auf der RB11 zum Teil Doppelstockwagen eingesetzt. Möglich wird die höhere Kapazität durch das Anmieten weiterer Wagen aus der so genannten „überregionalen Reserve“. Darüber hinaus lagert DB Regio Nordost Reparaturen und Prüfungen auf andere DB-Werkstätten aus, teilweise auch auf andere Unternehmen, um die Fahrzeuge kürzer in der Instandhaltung zu binden.

Mehr Personal eingestellt

Es wurde mehr Personal eingestellt – sowohl beim Betrieb als auch in den Werkstätten, damit Züge schneller wieder einsatzbereit sind. „Es gibt somit Hoffnungen, dass sich die Situation in den nächsten Tagen verbessert“, berichtet Susanne Henckel, Geschäftsführerin des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg VBB in Berlin. Das sei auch dringend nötig, schließlich nehme die Zahl der Fahrgäste im Netz des VBB weiter zu.

Matthias Schäfer

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