Ein Vierteljahrhundert ist es nun schon her, dass die Bahnhöfe Westend und Jungfernheide wieder miteinander verbunden wurden. Bis am 15. April 1997 aber die große Wiedereröffnung und der Lückenschluss gefeiert werden konnten, begann am Bahnhof Jungfernheide 1995 zunächst das große Abreißen. „Die Anlagen wurden völlig neu gebaut“, schreiben Jürgen Meyer-Kronthaler und Wolfgang Kramer in ihrem Buch über Berlins S-Bahnhöfe.

„Etwa auf dem Platz des früheren S-Bahnsteigs B, für eine bessere Umsteigemöglichkeit zur U-Bahn geringfügig nach Osten verschoben, befindet sich der heutige S-Bahnsteig.“ Fortan konnten also wieder Züge auf der 2,1 Kilometer langen Strecke zwischen Westend und Jungfernheide fahren.

Die Zeitschrift „Signal“ geht in ihren Schilderungen zum damaligen Neubau etwas mehr ins Detail. In der Ausgabe von Dezember 1996 ist zu lesen: „Gleise und Bahnsteige samt Dächern wurden abgetragen, mehrere alte Stahlbrücken beseitigt. Verschwunden ist auch die markante Fachwerkbrücke am ebenfalls abgebrochenen Stellwerk ,Chag‘ nördlich des Charlottenburger Güterbahnhofs.“

Es heißt weiter, der Abschnitt Westend – Jungfernheide sei als zwei eingleisige Strecken eröffnet worden. „Vom rechten aufs linke Gleis und um­gekehrt wechseln die Züge auf einem in Westend eingebauten Weichen­trapez, in Jungfernheide wenden sie generell direkt am Bahnsteig. Der Einbau einer Kehr­anlage ist dort nur vorsorglich berücksichtigt, um nach Weiter­führung der Strecke beispielsweise Verstärkerzüge ein- und aussetzen zu können.“ Bis zu dieser Weiterführung und schließlich dem Ringschluss sollten dann noch mal fünf Jahre vergehen.

Wichtiger Umsteigeknoten im Nordwesten

Inzwischen ist der S-Bahnhof Jungfern­heide zu einem wichtigen Umsteigeknoten im Nordwesten von Berlin geworden. Hier treffen sich S- und U-Bahn, Regionalzüge und Schnellbusse. Einst gelangte man so von Jungfernheide aus schnell zum nahe gelegenen Flughafen Tegel. Heute ist der Bahnhof ein guter Tipp für die alternative Anreise zum Schlosspark Charlottenburg. Man betritt den Park von hinten und erreicht nach einem schönen Spaziergang schließlich das Schloss.

 

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