Gleiserneuerungen, Oberbauerneuerungen, Brückenbauten – die Deutsche Bahn hat viel vor in diesem Jahr. Rund 840 Millionen Euro stehen für die Verbesserung der Infrastruktur in Berlin und Brandenburg zur Verfügung, das Geld soll unter anderem in moderne Schienen, Technik, Bahnhöfe und Energieanlagen investiert werden. Sowohl bei der S-Bahn als auch auf den Strecken des Regionalverkehrs ist die Liste der Bauvorhaben für 2020 entsprechend lang.

„Aber 840 Millionen Euro zu verbauen, ohne dass es jemand merkt, das ist schwierig“, macht Alexander Kaczmarek, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn für das Land Berlin, deutlich. „Denn wo gebaut wird, kann erfahrungsgemäß nicht gefahren werden – und deshalb ist das Bauen bei den Kunden nicht gerade beliebt.“ Damit die geplanten Maßnahmen dennoch möglichst ohne zu große Einschränkungen für die Reisenden durchgeführt werden können, investiert die Deutsche Bahn zusätzliche Mittel aus dem Budget für das sogenannte „Kundenfreundliche Bauen“, kurz: KuBa.

„Das haben wir seinerzeit bei der Stadtbahn schon probiert, als dort das neue Zugbeeinflussungssystem für die S -Bahn e ingebaut wurde“, sagt Kaczmarek weiter. „Wir haben von 22 bis 5 Uhr gearbeitet – das war zwar ein ziemlicher Aufwand, führte aber dazu, dass die Stadtbahn nicht komplett gesperrt werden musste.“ Ähnliche KuBa-Erfolge sollen in diesem Jahr bei vier weiteren Maßnahmen erzielt werden.

So werden beispielsweise bei der Gleiserneuerung am Südring zwischen Tempelhof, Neukölln und Baumschulenweg die Gütergleise für die Baulogistik mitbenutzt und über mehrere Bauspitzen im Mehrschichtbetrieb gearbeitet. Das reduziert den Ausfall von S-Bahnen, weil die Logistikfahrten vorwiegend auf dem Fernbahnnetz stattfinden können.

Bei der Überführung Schönerlinder Straße zwischen Karow und B ernau werden d rei Hilfsbrücken eingebaut, um die Sperrzeiten gering zu halten. Diese reduzieren sich dann im Wesentlichen auf den Ein- und Ausbau der Hilfsbrücken.

Und auch für die Oberbauerneuerung auf der Strecke zwischen Ludwigsfelde und Jüterbog investiert die Bahn 1,3 Millionen Euro KuBa-Mittel. „Wir lassen 30 Weichen bereits im Werk vormontieren und mit einem speziellen Transportwagen anfahren“, erläutert Alexander Kaczmarek. „Das ist uns die  Sache wert, damit die Strecke schnell wieder in Betrieb geht – sonst hätten wir mehr als doppelt so lange Sperrzeiten gehabt.“

Zu den weiteren Bauschwerpunkten im Regional- und Fernbahnnetz zählen unter anderem die Inbetriebnahme des Elektronischen Stellwerks in Köpenick im April, die ersten Maßnahmen für den Umbau des Glasower Damms auf der Strecke Genshagener Heide-Schönefeld mit Einbindung der Mahlower Kurve sowie der Beginn des Umbaus am Bahnhof Wünsdorf mit Sperrungen von April bis September, vor allem an den Wochenenden.

„In Köpenick wird derzeit noch die gesamte Signal- und Sicherungstechnik umgebaut“, erläutert Christian Morgenroth, Leiter Koordinierung Betrieb/Bau bei der DB Netz AG. „Das neue Stellwerk bietet dann durch zusätzliche Weichen mehr Fahrmöglichkeiten für den Zugbetrieb. Beide Gleise sind dann mit Sicherungstechnik so ausgerüstet, dass sie in beiden Richtungen befahren werden können. Das ist ein Vorteil, den wir beim geplanten Umbau des Bahnhofs Köpenick nutzen können.“

Bei der S-Bahn habe man es dagegen an vielen Stellen weiterhin vor allem mit dem Einbau des neuen Zugbeeinflussungssystems zu tun, sagt Morgenroth weiter. So zum Beispiel auf der Strecke der S5 ab dem Biesdorfer Kreuz in Richtung Strausberg. Hier müssen sich die Fahrgäste deshalb im März, April, Mai, Oktober und November immer mal wieder auf Schienenersatzverkehr einstellen.

Auch die Strecke zwischen Zehlendorf und Wannsee bekommt im Laufe des Jahres neue Gleise und Weichen, außerdem wird die Brücke über der Moltkestraße erneuert.

Ähnliche Arbeiten – Gleiserneuerungen – stehen zudem zwischen Treptower Park und Tempelhofs owie zwischen Neukölln und Baumschulenweg an. Hier müssen sich Fahrgäste vor allem in den Sommermonaten auf Ersatzverkehre mit Bussen einstellen.

 

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