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Kragenbär, Känguru und Co.
Ein Spaziergang durch Dessaus Tierpark und Georgengarten

Inzwischen haben sich Anastasia und Dmitry bestimmt schon gut in ihrem neuen Zuhause eingelebt. Die beiden Ussurischen Kragen­bären sind Ende Dezember 2021 aus einem Zoo in Sibirien in den Tierpark in Dessau umgezogen. Dieser ist damit der einzige Zoo in Deutschland, der solche Kragen­bären hält. Abgeholt wurden die beiden dreijährigen Bären von Tierparkleiter Jan Bauer höchst­persönlich. In Dessau fühlen sich die Tiere nun hoffentlich so wohl, dass sie das Team und die Be­su­cher:innen bald mit Nachwuchs erfreuen.

Dessaus Zoo liegt gleich neben dem Georgen­garten, einem wunderschönen Landschaftspark im englischen Stil. Der Georgen­garten mit seinem Schloss Georgium ist Teil des Gartenreichs, das die Fürsten im 18. Jahr­hundert zur Verschönerung der Landschaft in ihrem kleinen Ländchen Anhalt-Dessau schufen. Hier entstand ein stimmungsvoller Park mit italienisch-leichten Elementen, der nach Prinz Johann Georg (1748 - 1811) benannt wurde.

Dort wurden im Jahre 1958 die ersten Gehege und Volieren für den Tierpark angelegt – als Naherholungszentrum der Dessauer. Einen fantastischen Blick gibt der Eingang zum Tierpark frei: auf ein Mausoleum mit 43 Meter hoher Kuppel. Wo einst die anhaltinischen Herzöge ihre letzte Ruhestätte fanden, wird heute zu Veranstaltungen eingeladen.

Interessiert Sie die Geschichte des Mauso­leums, können Sie sich rechtzeitig vor Ihrem Ausflug gern zu einer Führung anmelden (m   Infobox auf Seite 9). Also, steigen Sie am Dessauer Hauptbahnhof aus: Es ist nur knapp ein Kilometer bis zum Georgen­garten und zum Tierpark, der übrigens rund ums Jahr geöffnet hat.

Schon das Ankommen stimmt Sie ein auf den schönen Ausflug, denn das denkmalgeschützte Empfangsgebäude des Bahnhofs östlich der Gleise wurde in den letzten Jahren saniert. Möchten Sie ein paar Meter abkürzen, nehmen Sie den Tunnel westlich zum Seminarplatz. Passieren Sie die Antoinettenstraße an der Ampel und laufen Sie nun die Parkstraße, vorbei am Multikulturellen Zentrum, hoch zur Georgenallee. Linker Hand öffnet sich Ihnen der Georgengarten. Rechter Hand am Sphingenportal geht es in den Tierpark.

In dessen reizvoller Landschaft leben 500 Tiere etwa 120 verschiedener Arten inmitten seltener Bäume und Sträucher. Über 1.000 Bäume bestimmen das Profil des Parks. Der Tierpark ist nicht nur ein Anziehungspunkt für Kinder und Erwachsene, sondern auch bestens geeignet, anschaulich Herkunft, Lebensräume und Lebensort der unterschiedlichen Tiere darzustellen.


Mausoleum im Zentrum des Dessauer Tierparks, Foto: terra press/Noelte

 

Ein Mausoleum im Zentrum

Der markanteste Bau im Tierpark ist das Mausoleum im Zentrum des Parks. Die 43 Meter hohe Kuppel ist schon von Weitem sichtbar. Hier fanden einst die Herzöge von Anhalt ihre letzte Ruhestätte. Laufen Sie nun am Sphingenportal einfach geradeaus, gelangen Sie zum Schloss Georgium. Das zweigeschossige schmucke Gebäude beherbergt heute die Anhaltische Gemäldegalerie.

Das Ensemble Georgengarten, Schloss Georgium, das nördlich gelegene naturnahe Wald- und Sumpfgebiet „Beckerbruch“ und die Auenwiesen an der Elbe bilden nach dem berühmten Wörlitzer Park den zweitgrößten Landschaftspark im Dessau-Wörlitzer Gartenreich.

Benannt wurde der Georgengarten nach Johann Georg von Anhalt-Dessau (1748 - 1811), dem jüngeren Bruder des Regenten Fürst Leopold Friedrich Franz (1740 - 1817). Dieser moder­nisierte nach seinen Studienreisen, die ihn unter anderem nach Italien, Frankreich und England führten, sein Fürstentum. Dazu gehörte auch die Landschaftsgestaltung. So ließ er die ersten Landschaftsparks außerhalb Englands errichten, die das Schöne mit dem Nützlichen verbinden sollten. Von Anfang an standen die Parks allen offen.

Im Georgengarten erfreuen heute das klassizistische Herrenhaus Schloss Georgium, das Blumengartenhaus, die Orangerie sowie Skulpturen, Vasen, Urnen und Sitze die Besucher. Das Schloss Georgium ist jedoch bis auf Weiteres wegen Sanierungsarbeiten geschlossen. Seit 1988 gehört der Park zum Biosphärenreservat „Flusslandschaft Mittlere Elbe“ und seit dem Jahr 2000 ist er Teil des Gartenreichs Dessau-Wörlitz UNESCO-Welterbe.

Bevor Sie jetzt wieder über die Antoinettenstraße und den Seminarplatz zum Bahnhof laufen, können Sie sich noch in der Gaststätte „Restaurant am Georgengarten“ stärken, die außer montags täglich ab 11.30 Uhr geöffnet hat (bitte Betriebsferien im Winter beachten). Im Sommer bieten die Sitzplätze auf der Terrasse einen schönen Blick auf die Orangerie und den Georgen­garten.

 

Tipps für den Ausflug
Bei Vorlage einer tagesaktuellen Fahrkarte der Deutschen Bahn (DB) oder des Mitteldeutschen Verkehrsverbunds (MDV) erhalten Erwachsene 1 € Ermäßigung auf den Tierpark-Eintritt. Wer sich für die Geschichte des Mausoleums im Zentrum des Dessauer Tierparks interessiert, kann sich unter h   0340 8991002 für eine Führung anmelden. Diese findet ab einer Teilnehmer:innenzahl von mindestens 15 Personen statt.

Tierpark Dessau
Querallee 8, 06846 Dessau-Roßlau
Tel. 0340 614426
Mo – So 11 – 16 Uhr (Kassenschluss)
tierpark.dessau@dessau-rosslau.de
tierpark.dessau-rosslau.de

Anreise
Hinfahrt: z. B. mit dem RE7 um 11.15 Uhr von Berlin Hbf bis Dessau Hbf, Fahrzeit: 1 Stunde 39 Minuten

Ticket-Tipp
Das Brandenburg-Berlin-Ticket (BBT) gilt Montag bis Freitag von 9 Uhr bis 3 Uhr des Folgetages, Samstag, Sonntag und an Feiertagen von 0 Uhr bis 3 Uhr des Folgetages im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) – und auch bis nach Dessau. Es kostet 33 € und kann von Gruppen bis zu fünf Personen genutzt werden. Darüber hinaus können bis zu drei Kinder im Alter von sechs bis einschließlich 14 Jahren kostenlos mitgenommen werden. bahn.de/brandenburg | vbb.de

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