Die Tourempfehlung „Süffiger Wein und Räucherfisch an der Havel“ mit Offlinekarte und nützlichen Serivceinfos gibt’s mit DB Ausflug kostenlos aufs Smartphone. Über den roten Button in der App geht’s direkt zur Reiseplanung anhand der aktuellen Fahrplandaten. Dauer: 3 h, Strecke: 7 km

Um es gleich vorweg zu sagen: Diese Erkundungstour in Werder (Havel) wird – zumindest im ersten Teil – kein gemütlicher Spaziergang. Es geht kräftig bergauf und bergab.  Doch lohnt die Mühe, wenn Sie von den Höhen weit über Stadt und Seen schauen. Planen Sie ein wenig Zeit ein, denn es gibt viel zu sehen, so dass ein Besuch durchaus einen Tagesausflug lohnend macht. Sie beginnen Ihre Tour am Bahnhof von Werder (Havel). Vom Bahnhofsgebäude aus halten Sie sich rechts. Hier geht es schon sachte bergauf bis linker Hand die Sonnenstraße abzweigt. Sie gehen unter altem Baumbestand immer geradeaus und Sie können so die Höhenstraße gar nicht verfehlen. Nach etwa 600 Metern wenden Sie sich nach links. Auf der „Friedrichshöhe“ fand früher manch Ausflug bereits sein feucht-fröhliches Ende.

Nach kurzer Wanderschaft entführt Sie ein Wegweiser rechts ab vom Hohen Weg. Wieder geht es ein paar Stufen nach oben. Dafür wird dem Besucher „die beste Aussicht Brandenburgs“ versprochen. Das Ziel ist die „Bismarckhöhe“ auf dem früheren Galgenberg. Seit 1894 steht hier der wuchtige Bau mit einem riesigen Ballsaal, dem schönsten im Land Brandenburg, wie es in einer Selbstdarstellung heißt.

Wieder zurück auf dem Hohen Weg, geht es merklich bergab. Sie gelangen zum Plantagenplatz. Hier befindet sich unter anderem das „Scharfrichterhaus.“ Es wurde vor rund 400 Jahren in der Nähe zum Galgenberg gebaut und gilt als das älteste Haus Werders auf dem Festland. Hier befand sich im 17. Jahrhundert die „Henkerei“. Der Scharfrichter hatte seinerzeit jedoch noch andere Aufgaben als allein die Be- strafung der verurteilten Verbrecher.

Nach ein paar Schritten durch die Eisenbahnstraße sind Sie auf der Straße Unter den Linden angelangt. Sie bringt Sie zur einzigen Verbindung mit der Inselstadt: Eine kleine Brücke führt über die Föhse, einem Nebenarm der Havel. Schon von der Brücke bietet sich Ihnen ein Panoramablick über das gesamte westliche Ufer der Inselstadt. Rechter Hand schauen Sie bereits auf die Bockwindmühle, die links dahinter vom Turm der Heilig-Geist-Kirche überragt wird. Umgeben ist das Ensemble von verwinkelten Gassen der Altstadtbebauung. Gleich hinter der Brücke passieren Sie ein denkwürdiges Gebäude: ein Fischerwohnhaus, dessen Dachstuhl zum Alten Wachlokal der hier stationierten Garde-Invaliden des „Alten Fritz“ gehörte. Es folgen Anbieter regionaler Produkte, kleine Cafés und Eisläden.

Der Bummel führt schließlich zur Werderaner Uferpromenade mit Blick auf die Havel und die vorbeiziehenden Schiffe. Das Haus Fischerstraße 20 zeigt ein weitgehend im Original erhaltenes Werderaner Fischerhaus. Es wurde um 1770 erbaut. Der Weg Am Mühlenberg führt dann zu jenem technischen Denkmal, das nicht mehr aus der Silhouette Werders wegzudenken ist: die Bockwindmühle. Sie ist mit Hechtschen Federjalousieflügeln ausgestattet und zeigt diverses technisches Inventar wie Schrotgang und Wurfsichter. Nach aufwendiger Restaurierung ist sie seit Juni 2007 wieder windgängig und mahlfähig.

Ebenfalls nicht fehlen darf bei einem Besuch in Werder ein Ausflug zur Heilig-Geist-Kirche. Sie ist bereits die dritte Kirche an dieser Stelle auf der Insel der Stadt. 1856 bis 1858 wurde der jetzige Bau im gotischen Stil mit einer Grundrissform eines lateinischen Kreuzes errichtet. 1980 wurde das Äußere und 1989 bis 1994 das Innere rekonstruiert. Der Turm der Heilig-Geist-Kirche ist rund 50 Meter hoch. In dem Gotteshaus werden regelmäßig Gottesdienste gefeiert, Ausstellungen gezeigt sowie Konzerte veranstaltet.

Abschließend führt Sie der Weg zum westlichen Ufer der Insel, wo Ihr Rundgang endet. Über die Brücke und auf der Eisenbahnstraße kommen Sie zur Bushaltestelle Werder-Post, die sich in Sichtweite des Gasthauses „Zum  Scharfrichter“ befindet. Der Bus 631 bringt Sie direkt zum Potsdamer Hauptbahnhof oder in die Gegenrichtung zum Bahnhof Werder. Alternativ können Sie zu Fuß den Bahnhof Werder in einer halben Stunde erreichen.

 

Aussichts- und Museumsturm Bismarckhöhe
„Schönste Aussicht auf Werder und Umgegend“, unter diesem Slogan Gustav Altenkirchs ist die Bismarckhöhe mit ihrem Blick vom Plateau auf dem Galgenberg und von ihrem Aussichtsturm bekannt. Der 1898 zusammen mit dem Kleinen Saal von Gustav Altenkirch errichtete Turm diente neben seiner Aussichts- funktion auch der Familie Altenkirch als Wohnraum und mit dem Salon im Erdgeschoss als Gastraum. Nach wechselvoller Geschichte besteht das Bau- und Kulturdenkmal Bismarckhöhe jetzt aus dem repräsentativen Großen Ballsaal, dem Aussichtsturm und der Biergartenterrasse. Der Verein „Freundeskreis Bismarckhöhe“ hat den Turm zu einem neuen kulturellen Zentrum entwickelt.

Bismarckhöhe
Tel. 030 24658435 | bismarckhoehe.com

 

Fischrestaurant „Arielle“
Die stets frisch zubereiteten Fischgerichte reichen von Aal bis Zander. Alles was schwimmen kann wird in verschiedenen Varianten angeboten – als Filet, geräuchert oder gedünstet – und bietet dabei höchsten Genuss. Damit niemand an der Frische der angebotenen Speisen zweifelt, können die Fischkästen im Wasser und die Räucheröfen an Land persönlich in Augenschein genommen werden. Für zuhause kann man sich im dazugehörigen Fischladen eindecken.

Fischrestaurant „Arielle“
Tel. 03327 45641 | fischrestaurant-arielle.de

 

Katholische Kirche Maria Meeresstern
Die Kirche „Maria Meeresstern“ ist ein über 100 Jahre alter neuromantischer Kirchenbau am Ufer der Föhse, der mit seinem 35 Meter hohen Turm auch in der Vorstadt gut sichtbar ist und sich zu einem Wahrzeichen der Stadt etablierte. Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten der Außenhaut der Kirche 2002/2004 wurde der neu gestaltete Eingangsbereich im August 2004 fertiggestellt. Ebenfalls in diesem Jahr wurde die Kirche innen neu ausgemalt. Das Fenster über dem Tabernakel wurde 2004 wiederentdeckt und neu gestaltet.

 

Anreise
Hinfahrt: mit dem RE1 ab Berlin Zoologischer Garten, z. B. um 9.00 Uhr, Rückfahrt: z. B. um 18.14 Uhr, Fahrzeit: ca. 45 Minuten

Ticket-Tipp
Das Brandenburg-Berlin-Ticket gilt Mo – Fr von 9 Uhr bis 3 Uhr des Folgetages, Sa/So und an Feiertagen von 0 Uhr bis 3 Uhr des Folgetages im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg. Es kostet 29 € und kann von Gruppen bis zu
fünf Personen genutzt werden. Für Familien gilt: Zwei Erwachsene können beliebig viele eigene Kinder oder Enkel unter 15 Jahren kostenlos mitnehmen. bahn.de/brandenburg

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