Bauen | 2017/12 - 22. Juni, S. 12


Endspurt am Ostkreuz


S 3 fährt ab August wieder in die City, ab Dezember halten weitere Regionalzüge


Die gute Nachricht zuerst: Bis Jahresende werden wesentliche Teile des neuen Ostkreuz fertiggestellt, so dass bewährte Verbindungen wieder zurückkehren und neue hinzukommen.

Welzel
Christian Welzel
Projektleiter Ostkreuz DB Netz AG

Ab dem 21. August fährt die S-Bahnlinie S 3 wieder in die Innenstadt durch, ab 10. Dezember auch die Flughafenlinie S 9. Zudem halten ab Dezember die Regionalzüge von und zur Berliner Innenstadt (RE 1, 2, 7 und RB14) am Ostkreuz.

Ostkreuz
Fotos (2): Santiago Engelhardt

Der Wermutstropfen: Fahrgäste, die am Ostkreuz ein-, aus- und umsteigen, müssen sich in den Sommerferien noch einmal auf Einschränkungen einstellen. Denn für die Inbetriebnahme samt der wichtigen Testläufe der neuen Signal- und Sicherungstechnik sind Sperrungen unumgänglich, wie Alexander Kaczmarek, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn (DB) für das Land Berlin, erklärt: „Schließlich wollen wir die neue Technik nicht an den Fahrgästen austesten.“

Ostkreuz
Über die Südkurve rollt künftig die S 9 ohne Halt in Ostkreuz zwischen Schönefeld und City.

Ans Netz genommen wird ein neues elektronisches Stellwerk in Ostkreuz, das den gesamten S-Bahnverkehr von Ostbahnhof über Warschauer Straße und von Ostkreuz bis Rummelsburg und Nöldnerplatz steuert. Zudem werden die Strecken mit dem modernsten Zugbeeinflussungssystem ausgerüstet. Die Gesamtbauzeit von insgesamt zwölf Jahren wird eingehalten, wie Projektleiter Christian Welzel von der DB Netz AG mitteilte. Die Baukosten von rund einer halben Milliarde Euro befinden sich im erwartbaren Rahmen.

Das Ostkreuz ist bereits heute Deutschlands meist frequentierter Bahnhof. Über 1 500 Züge halten hier täglich. „Mit dem Ausbau als Umsteigebahnhof im Regionalverkehr wird das Ostkreuz künftig für Berlin und die Hauptstadtregion noch wichtiger“, so Kaczmarek. Komplett abgeschlossen wird das Mammutvorhaben zum Fahrplanwechsel am 9. Dezember  2018. Dann wird auch die so genannte „Ostbahn“ Bahnsteige am Ostkreuz erhalten, so dass die Regionalzüge aus Richtung Küstrin (RB26) ebenfalls bis Ostkreuz fahren können.

Außerdem stehen dann die vielfach gewünschten Toiletten zur Verfügung und die Fußgängerbrücke – auch Brademann-Steg genannt – wird den nördlichen Vorplatz erreichen. Vormerken sollten sich alle Interessierten den 7. Oktober 2017, wenn beim großen Ostkreuz-Tag das Projekt der Öffentlichkeit abschließend vorgestellt wird und auch Zeit zum Feiern ist.

Claudia Braun

Detaillierte Informationen
zu den Fahrplanänderungen stellt die S-Bahn Berlin auf der Webseite sbahn.berlin/bauinformationen
zur Verfügung.

Auch auf bauinfos.deutschebahn.com
oder am S-Bahn-Kundentelefon
030 2974 3333
gibt es Auskunft.

Projektinfos auf deutschebahn.com/ostkreuz