Bahnhöfe | 2013/03 - 07. Februar, S. 7


In Gesundbrunnen entsteht einladender Empfang


DB Station&Service hat mit Bau eines neuen Bahnhofsgebäudes begonnen


Ein großer Teil des weitgehend unbebauten Hanne-Sobek-Platzes am Bahnhof Gesundbrunnen ist derzeit durch Bauzäune und Bretterwände abgesperrt. Dahinter entsteht das neue Empfangsgebäude für die Station, an der neben S- und Regionalbahnen auch ICE-Züge halten.

Die DB Station&Service AG, die für dieses Projekt erstmals die gesamte Planung sowie das Baumanagement in Eigenregie leistet, rechnet damit, dass Ende Dezember das zu allen Seiten offene Gebäude aus Stahl, Glas und Beton auf einer Grundfläche von 6000 Quadratmetern fertiggestellt ist.

Gesundbrunnen
Im neuen Empfangsgebäude sollen Geschäfte entstehen, darunter auch ein DB Reisezentrum und eine Anlaufstelle für S-Bahn-Kunden.
Simulation: DB Station&Service AG

„Im Anschluss kann dann der Ausbau der Geschäfte durch die Mieter erfolgen“, erklärt Projektleiter Karl-Heinz Mitzon von DB Station&Service. Vorgesehen sind unter dem Dach ein DB Reisezentrum, eine DB Information, Einrichtungen der S-Bahn Berlin und der Bundespolizei sowie Läden mit Reisebedarf, Schnellrestaurants und Imbisse einziehen zu lassen.

Der Projektleiter geht davon aus, dass Mitte 2014 der Bau, der einen Großteil des heutigen Vorplatzes überdacht, komplett ist – inklusive der größten Photovoltaikanlage innerhalb des Berliner S-Bahn-Rings. Für dieses Projekt soll voraussichtlich im Sommer die Ausschreibung erfolgen.

„Durch die Anlage, für die Platz auf der gesamten Flachdachfläche ist, kann der Kohlendioxid-Ausstoß deutlich gesenkt werden“, so Mitzon. So sei es durchaus möglich, mit dem erzeugten und eingespeisten Strom das unter dem Dach befindliche Beleuchtungssystem zu versorgen. „Was sich als technisch machbar und sinnvoll erweist, werden wir noch prüfen. Optimal ist es, den Strom für die Verkehrsstation zu nutzen“, sagt Karl-Heinz Mitzon.

Während der Bauarbeiten müssen Fahrgäste, die am Bahnhof Gesundbrunnen ein-, aus- oder umsteigen, in diesem Jahr Umwege in Kauf nehmen (siehe Grafik). An einem eigens aufgestellten Pavillon am Übergang zum Einkaufszentrum erhalten die Kunden Fahrausweise, Kaffee und ein kleines Imbissangebot.

Der Bahnhof Gesundbrunnen, an dem täglich rund 1000 S-Bahnen, 90 Nah- und 30 Fernverkehrszüge fahren, gehört mit seinen 105 000 Reisenden täglich zu den 21 deutschen Bahnhöfen der Kategorie 1. Die Deutsche Bahn fasst darunter Stationen, die über eine große und leistungsstarke Infrastruktur verfügen, stark frequentiert und stufenfrei erreichbar sind.

Bahnhofsbesucher sollen sämtliche Dienstleistungen rund um die Bahn sowie Einkaufs- und Verpflegungsmöglichkeiten finden. Mit dem Bau der neuen Empfangshalle wird man diesem Anspruch nun gerecht. Insgesamt investiert die DB Station&Service AG dafür 9,7 Millionen Euro. Finanziert wird das Vorhaben hauptsächlich aus Eigenmitteln.

Claudia Braun
 
 
 
Gesundbrunnen Grafik
Grafik: DB Station&Service
 
Seit Beginn der Bauarbeiten sind die Bahnsteige des Bahnhofs Gesundbrunnen barrierefrei von der Badstraße bzw. der Brunnenstraße aus nur über den Aufzug der BVG durch den Personentunnel im Übergang zur U-Bahn erreichbar. Bis Ende Februar werden zwei Hochstege errichtet, welche direkt an die Zugänge zum Gleis 1/2 sowie zum Gleis 9/10 anbinden. Der Zugang der Gleise 3-8 erfolgt dann nur über den Personentunnel (siehe Grafik).