Termine | 2011/04 - 24. Februar, S. 16


Was vom Agentennest übrig blieb


Berliner Studentenunternehmen bietet Führungen auf den Teufelsberg an


Wo zu Zeiten des Kalten Krieges Agenten ihre Antennen gen Osten ausrichteten und Spione Funksignale entschlüsselten, können sich „Zivilisten“ nun ganz legal bewegen. Bislang war es verboten, die ehemalige Abhörstation der US-Nachrichtendienste auf dem Teufelsberg zu besuchen. Doch das Studentenunternehmen BerlinSightOut führt nun mehrmals wöchentlich über das historisch interessante Gelände.

Dass die Teilnehmer jedoch zu den ersten gehören, die rund 115 Meter über der Stadt das einst so geheime Areal nach dem Abzug der Alliierten in Augenschein nehmen, können sie vergessen. Unzählige Abenteurer besuchten die Ruinen bereits, wovon vor allem Müll und Vandalismusschäden zeugen.

Mittlerweile sorgt ein ehrenamtlicher Wachdienst dafür, dass Unbefugte nicht weiter ihre Zerstörungswut ausleben. „Denn es wäre doch schade, wenn noch mehr unwiederbringlich verloren geht“, sagt Andreas Jüttemann, der die Idee zu den Führungen hatte und mittlerweile zwei Mitarbeiterinnen beschäftigt. Die Nachfrage ist groß.

Teufelberg
De weiße Kuppel des Teufelsberg
Foto: BerlinSightOut

Von weitem zu sehen, aber aus nächster Nähe erst richtig faszinierend, sind die weißen Kuppeln – längst zum Wahrzeichen des Teufelsbergs avanciert. In ihnen befanden sich einst Antennen und Radartechnik, nun sind sie leer und sorgen für akustische Wunder. „Das Echo ist unbeschreiblich – wie die eigene Stimme klingt, muss man einfach mal selbst erleben“, so Jüttemann, der kürzlich sein Psychologiestudium beendet hat.

Imposant ist zweifelsohne auch die Aussicht von der Dachterrasse der ehemaligen Abhöranlage. „Schließlich müsste das der dritthöchste Ort Berlins sein, von wo aus die Silhouetten der Stadt wunderbar zu sehen sind“, so der Tourenführer, der für die Vorbereitung der zweistündigen sogar einen Ex-Spion traf. „Staatsgeheimnisse wollte der jedoch nicht verraten und die Akten beim CIA sind noch unter Verschluss.“                     

cb

Preis der Führungen:
15 €, erm. und VBB-Abo65plus 6 €

Buchung:
www.berlinsightout.de

(030) 80 40 33 90

Teilnahme ab 14 J., Jugendliche unter 18 J. benötigen die Erlaubnis eines Erziehungsberechtigten

Termine:
28.2., 14 Uhr / 4.3., 12 Uhr /
6.3., 14 Uhr / 12.3., 14 Uhr

Wegweiser:
S 3, S 75 bis S-Bf Heerstraße
S 7 bis S-Bf Grunewald,
Fußweg ca. 15 Minuten