Plexiglasscheiben, Abstandsbodenaufkleber, Absperrbänder, Desinfektionsspender, verstärkte Reinigungszyklen und kostenloses Hände waschen – im Rahmen ihrer Hygiene- und Reinigungsoffensive setzen Deutsche Bahn und S-Bahn Berlin derzeit großangelegte Maßnahmen an den Bahnhöfen und in den Zügen um. Trotz pandemiebedingter Ausnahmesituation sollen die Kunden sicher an ihr Ziel kommen. Am Berliner Hauptbahnhof als einem der höchstfrequentierten Bahnhöfe mit entsprechend aufwendiger Infrastruktur wird deshalb laut Cornelia Kadatz, Leiterin des Managements der Berliner Fernbahnhöfe und Chefin des Berliner Hauptbahnhofs, auch gezielt „das Komplettprogramm ausgerollt.“ Auch die S-Bahn Berlin fährt ein verstärktes Konzept zur Reinigung und Desinfektion ihres Fuhrparks.

Bereits an den Eingängen des Berliner Hauptbahnhofs haben die Reisenden die Möglichkeit, sich an prominent platzierten Stationen die Hände zu desinfizieren. Vor den Stützpunkten der DB Information finden sich dafür ebenso eigens konzipierte Desinfektionsspender. Damit auch hier die Sicherheit von Kunden und Mitarbeitern gewährleistet ist, wurden neben Abstandshaltern auch entsprechende Spuckschutzscheiben installiert. Darüber hinaus können sich Fahrgäste in den Waschräumen der Sanitäranlagen im Hauptbahnhof kostenfrei die Hände waschen.


Handläufe an Rolltreppen innovativ desinfiziert durch UV-C-Licht.
Foto: Lionel Kregliger

Weitere wichtige Elemente des Hygiene- und Schutzkonzepts sind einerseits die Kommunikation der geltenden Abstandsempfehlungen mittels regelmäßiger Durchsagen, Bodenmarkierungen, Anzeigetafeln, Plakaten und Monitoren und andererseits die Schaffung der bestmöglichen Voraussetzungen zur Einhaltung selbiger. Am zunehmend wieder geschäftigen Hauptbahnhof findet sich dafür zum Beispiel auch ein auf der Grün-Rot-Logik basierendes Wegeleitsystem. Grün signalisiert den Fahrgästen dabei die empfohlene Gehrichtung, um sich besser zu schützen. Rot das Gegenteil. „Gegenseitige Rücksichtnahme und Eigenverantwortung kommen im Idealfall dann noch obendrauf,“ zeigt sich Bahnhofschefin Kadatz optimistisch.

Sauberkeit und Hygiene spielten am Berliner Hauptbahnhof schon immer eine große Rolle. Mit dem Aufkommen der Corona-Pandemie wurden die Reinigungszyklen zusätzlich erhöht: Mehrmals täglich werden alle Kontaktflächen intensiv desinfiziert. Ein verantwortungs-
voller Aufgabenbereich, um den sich am Berliner Hauptbahnhof insgesamt 63 Reinigungskräfte kümmern. Rund um die Uhr. Im Fokus stehen vor allem die Flächen, die Reisende regelmäßig anfassen. Dazu zählen Türgriffe, Handläufe oder Knöpfe an Aufzügen, Fahrkarten- und Snackautomaten.

Des Weiteren testet die DB beispielsweise auch am Hauptbahnhof innovative Technologien zur Desinfektion an den Handläufen von Rolltreppen. Unter Zuhilfenahme von UV-C-Licht werden dabei 99 Prozent aller Bakterien und Viren sicher abgetötet.

 

Wendereinigung für S-Bahnzüge

Die gewissenhafte Reinigung und Desinfektion des Fuhrparks der S-Bahn Berlin steht in Zeiten von Corona natürlich ebenfalls an übergeordneter Stelle. Um den Kunden ein angenehmes und sicheres Gefühl zu geben, sind allein 51 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der DB-Services ausschließlich für die Reinigung der Fahrzeuge im laufenden Betrieb zuständig. Größtenteils an den Endstationen werden die Züge bei sogenannten Wendereinigungen gesäubert und desinfiziert. Um einen optimalen Schutz von Fahrgästen und Mitarbeitern gleichermaßen zu garantieren, finden diese erst statt, wenn die Fahrgäste ausgestiegen sind. Auch hier liegt der Schwerpunkt der Reinigung nun auf Kontaktflächen wie Türdrückern, Griffen und Haltestangen.

Meikel Roloff, langjähriger Mitarbeiter der DB-Services, kann der speziellen Corona-Zeit durchaus auch etwas Positives abgewinnen: „Gut möglich, dass das Tragen von Mund-Nase-Bedeckungen Auswirkungen auf das Essverhalten in den Zügen hat. Und somit auch auf gröbere Verschmutzungen.“


Meikel Roloff und Bianka Remter reinigen über 20 S-Bahnzüge täglich.
Foto: Lionel Kregliger

 

Per Whats-App Verschmutzungen melden

In diesem Zusammenhang verweist er auch gerne nochmal auf den beliebten Kundenservice der sogenannten WhatsApp-Reinigung: Fahrgäste können hier per Nachricht an die Nummer h   0157 923 628 36 Verschmutzungen in Zügen oder Bahnhöfen melden. Das entsprechend beauftragte Reinigungsteam kümmert sich dann schnellstmöglich um die Beseitigung. Alles im Geist von mehr Hygiene und einem guten Gefühl beim Zugfahren.

Lionel Kreglinger

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