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Im Fokus: Schwedter Industriestandorte
Mit dem Smartphone einen Stadtspaziergang wagen

Der Begriff Industriekultur stand bisher hauptsächlich für die Auseinandersetzung mit der Kulturgeschichte und der Kulturlandschaft des Industriezeitalters. Das Festival „Kulturland Brandenburg“ wagt mit dem Themenjahr „Zukunft der Vergangenheit – Industriekultur in Bewegung“ den Versuch eines Updates, bei dem es nicht nur um einen erhaltungsbemühten Rückblick, sondern auch um eine industrielle Zukunftsperspektive gehen soll. punkt 3 stellt in einer kleinen Serie einzelne Angebote aus dem vielfältigen Kulturland-Programm vor. Zu gewinnen gibt’s außerdem was.

Das Stadtmuseum Schwedt/Oder präsentiert im Themenjahr der Industriekultur den Stadtspaziergang „Schwedt in Bewegung“, der 20 Schwedter Industriestandorte in den Fokus rückt. Ausgerüstet mit einem Smartphone, kann man virtuell oder sinnlich vor Ort jederzeit auf Spurensuche gehen. Smart verpackt, warten historische Bilder und Filme, Geschichten, Videoclips und Luftaufnahmen auf die Industrieentdecker. Der virtuelle Spaziergang ist dauerhaft, unbegrenzt und kostenfrei zu nutzen. Wer möchte, startet klassisch vor der Tourist-Information in der Vierradener Straße. Jedoch erlaubt jeder der 20 Industrie­standorte den Ein- oder Ausstieg über einen QR-Code vor Ort.

In Schwedt führten der Verlust von Industriezweigen und die neue Stadtplanung in den 1960er-Jahren zum ungezügelten Abriss und Aufbau. Der Abriss betraf ganz massiv die Tabakbranche und angrenzende Wirtschaftszweige. Für den Aufbau stehen die politisch gewollten
Industriegiganten der papier- und erdölverarbeitenden Industrie. Erst spät gab es ein neues Bewusstsein dafür, dass Industrie auch regionale Identität stiften kann. Das touristische Interesse an historischen Bauwerken ist in Schwedt ungebrochen. Die „sozialistische Planstadt“ will zwar so gar nicht in das historische Raster passen, aber mit Neugier kann man der Stadtgeschichte auf den Grund gehen.

Auf dem touristisch ausgelegten Stadtspaziergang „Schwedt in Bewegung“ werden 20 Industriestandorte unter die Lupe genommen. Natürlich erfährt man etwas über die großen Industriestandorte PCK, Leipa und Butting, die für die Oderstadt so bedeutungsvoll sind. Aber was haben Neunaugen, Sauerkraut und Schokolade mit Schwedt zu tun? Besonders spannend sind Orte, die einem Wandel unterzogen wurden. Aus dem ehemaligen Hafen wurde Schwedts Wohlfühlseite am Wasser, das Sägewerksgelände zum Klinikum oder ein Tabakspeicher zur Galerie.

 

stadtmuseum-schwedt.de/tour