1

Im Einsatz für die Schwächeren
Projekt „Henry“ dank Förderung der S-Bahn Berlin erfolgreich umgesetzt

In der Thermometersiedlung un-weit des S-Bahnhofs Lichterfelde Süd zeigt das Thermometer am 17. Dezember deut­liche Minusgrade. Das hält das Team des DRK-Kreisverbands Berlin Steglitz-Zehlendorf e. V. jedoch nicht davon ab, mit seiner mobilen Ausgabestation vorzufahren und für ein bisschen Wärme zu sorgen – vor allem von innen heraus.

Verteilt werden heiße Getränke und warme Mahlzeiten, zur Auswahl stehen heute Kartoffelsuppe und Nudeln mit Tomatensoße. Der heimliche Star dieser Ausgabe ist der Hänger, aus dem heraus das Essen gereicht wird. Denn ihm wurde in den vergangenen Monaten dank vieler fleißiger Unterstützer:innen neues Leben eingehaucht.

Eine dieser Unterstützerinnen ist die S-Bahn Berlin. Das Unternehmen und der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) fördern jedes Jahr besondere soziale Projekte, die sich aktiv für die Gesellschaft oder die Umwelt einsetzen. Der Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) hat sich mit seiner Projektidee „Henry“ beworben – und den Zuschlag erhalten. Der Name geht zurück auf Henry Dunant, der als Begründer der internationalen Rotkreuz-Bewegung gilt.

Mit den insgesamt zur Verfügung gestellten 8.500 Euro konnte der über 30 Jahre alte frühere Werkstatt­anhänger zum Versorgungs­anhänger umgerüstet und fit für die Zukunft gemacht werden. So können die Ehrenamtlichen schneller, flexibler und umweltfreundlich in einen Betreuungs- oder Verpflegungsein­satz starten.

„Wir haben vorne die Klappe neu eingebaut, hier erfolgt bei den Einsätzen die Ausgabe“, erläutert Tobias Homann, Leiter Einsatzstab Winterhilfe, Rettungssanitäter und Zugführer. „Auf dem Dach haben wir außerdem Solarzellen, um eigenen Strom produzieren zu können und autark zu sein.“ Die größte Verwandlung aber hat der Hänger im Inneren erfahren.

„Die Wandverkleidung und der Boden sind neu, alles abwischbar. Rechts sieht man ein Regalsystem aus Aluminiumprofilen. Das ermöglicht uns, je nach Einsatz, unterschiedliche Kisten zu packen und mitzunehmen“, erzählt Tobias Homann weiter. „Auf der linken Seite wurden ein Spülbecken, ein großer Industriekühlschrank und weitere Regale verbaut.“


Die Kartoffelsuppe ist bei diesen beiden Besucherinnen besonders gut angekommen. Foto: André Groth

 

Dankbar für die Förderung

Inzwischen sind die ersten Mahl­zeiten an die Bewohner:innen der Siedlung verteilt worden. Das Essen wurde frisch gekocht, unter anderem 15 Kilogramm Kartoffeln haben die Ehrenamtlichen dafür geschält und geschnippelt. „Das ist auch eine Frage der Ehre“, sagt Andreas Kugler lachend. Er ist seit einem Jahr Präsident des Kreisverbands.

„Wir sind der S-Bahn Berlin sehr dankbar, dass es solche Fördermöglichkeiten gibt“, sagt Andreas Kugler weiter. „Denn die Finanzierung von Hilfsorganisationen ist eine echte Herausforderung. In den vergangenen zwei Jahren haben viele gemerkt, wie wichtig es ist, dass es solche Organisationen gibt. Das muss jetzt hinsichtlich der finanziellen Unterstützung auch in den Bezirken ankommen.“

Der soziale Ansatz sei eine der Wurzeln des Deutschen Roten Kreuzes, ergänzt Tobias Homann. „Gerade in diesem Winter rechnen wir damit, dass viele Menschen den Euro mehr als zweimal umdrehen müssen. Dann wollen wir da sein und Hilfe leisten“, sagt er. „Aber das ist ein Prozess. Die Menschen müssen wissen, dass es uns gibt – und dann Vertrauen fassen.“ Dieser erste Besuch des Kreisverbands in der Thermometersiedlung wird also sicher nicht der letzte gewesen sein.


Andreas Kugler, Präsident des Kreisverbands (vorne links) und Tobias Homann, Leiter Einsatzstab Winterhilfe. Foto: André Groth

 

Rund 250 aktive Mitglieder

Der DRK-Kreisverband Berlin Steglitz-Zehlendorf e. V. zählt insgesamt etwa 6.000 Mitglieder. Die meisten davon sind Fördermitglieder, die Zahl der Aktiven liegt bei rund 250. Sieben Einsätze konnten mit dem neuen Hänger im vergangenen Jahr bereits realisiert werden, für 2023 sind bislang vier weitere geplant. Für die Zukunft wünscht sich das Team, den Anhänger innen mit noch mehr Edelstahl ausstatten zu können sowie eine Außenbeleuchtung für die bessere Sichtbarkeit – gerade in der dunklen Jahreszeit. Auch ein Geschirr­spüler steht noch auf der Wunschliste, um langfristig auf Mehrweggeschirr umstellen zu können.

 

rk-sz.de