Die wichtigsten Regeln, die es einzuhalten gilt und zu überprüfen galt, gleich zu Beginn: in den Zügen ist grundsätzlich eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen, in geschlossenen Bahnhöfen, also zum Beispiel allen unterirdischen, ebenso. Hauptbahnhof und Friedrich­straße beispielsweise zählen auch dazu, da hier viele untertunnelte Passagen zu finden sind. Ob und wie diese Regeln einge­halten werden und was zu tun ist, wenn sie nicht befolgt ­werden, war eine Fragestellung, die es bei einer konzertierten Präventions­aktion von DB Sicherheit, Ordnungsamt und Landes­polizei zu beantworten galt.

Darüber hinaus ging es auch darum, mit den Fahrgästen ins Gespräch zu kommen, aufzuklären, für Verständnis zu werben und ein Bewusstsein zu schaffen für die Dringlichkeit der Einhaltung der Corona-Abwehrmaßnahmen. Im Bahnhof Friedrichstraße gab es dafür einen Stand, an dem auch Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von S-Bahn Berlin und BVG infor­mierten. Mehrere Teams, bestehend aus Kolleginnen und Kollegen von DB Sicherheit, Ordnungsamt und Polizei, gingen zusammen in Zügen und Bahnhöfen auf Streife.

Stephanie G., Polizeikommissarin beim Abschnitt 28, erklärt die Aufgabenverteilung: „DB Sicherheit besitzt das Hausrecht, das Ordnungsamt ist verantwortlich beim Aus­sprechen von Bußgeldern und wir als Polizei kommen immer dann zum Einsatz, wenn es zusätzlicher Eingriffsbefugnisse bedarf und Betroffene beispielsweise ihre Personalien nicht preisgeben wollen.“ Zu letzterem kommt es an diesem Tag nicht, wohl aber zu vereinzelten Bußgeld­verfahren uneinsichtiger Fahrgäste. ­Serkan T., Außendienst­mitarbeiter beim Ordnungsamt, bewegt sich dabei im festgesetzten Ermessens­spiel­raum einer münd­lichen Verwarnung bis zu einem entsprechenden Bußgeld in Höhe von 50 Euro.

Dieses spricht er immer dann aus, wenn „Fahr­gäste, der Auffassung sind, keine Mund-Nase-Bedeckung tragen zu müssen und ener­gisch in ihrer Verweigerung sind.“ Ausgenommen davon sind natürlich Personen, die ein ärztliches Attest vorweisen können. Im Gegensatz zu Fahrgästen, die ihre „Masken auf Halbmast“, tragen und ihre Nase nicht bedecken, was immer häufiger vorkomme, so eines der Resümees.

 

Verständnisvolle und vernünftige Mehrheit

Letztlich bleibt jedoch die Erkenntnis, die Regeln werden verständnisvoll angenommen und die Vernunft der allermeisten Fahrgäste überwiegt. Dennoch kommt es vor, dass die ­solidarische Einsicht und das Bewusstsein für die potenzielle Gefährdung besonders schutzbedürftiger Menschen weniger ausgeprägt und somit noch ausbaufähig sind. Umso wichtiger sind solche Präven­tionsaktionen. Genauso wichtig allerdings ist auch Eigenverantwortung, die sich darin zeigt, sich und andere durch eine Mund-Nase-­Bedeckung zu schützen. | lk

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