Hochspannung im Netz
Die neue Miniserie der S-Bahn geht viral

Alim hat einen großen Traum und ein konkretes Ziel vor Augen: König unter den App-Entwicklern werden! Vorerst allerdings muss er sich mit niederen Botengängen im Baklava-Business seines Bruders begnügen. Doch am Ende seiner filmwürdigen Odyssee durch den Berliner Großstadtdschungel winkt – falls alles nach Plan verläuft – ein hollywoodreifes Happy End.

So lässt sich der grobe Plot der neuen S-Bahn-Miniserie Das Netz auf YouTube umreißen. Hochkarätig mit Schauspielern aus der Erfolgsserie 4 Blocks besetzt, spielt die heimliche Hauptrolle allerdings die Berliner S-Bahn. Was die Serie und die S-Bahn verbindet? Beides sind echte Berliner Originale!

 


Heiko Lindner, Marketing-Chef der S-Bahn Berlin
Foto: FischerAppelt play

 

Mutig-modernes Marketing mit Augenzwinkern

Besonders witzig wird es immer dann, wenn das Format ihrer „großen Schwester“ 4 Blocks ironisch aufgebrochen wird. In Folge vier stolpert Alim beispielsweise statt in die eigentlich „generische Verfolgungsjagd, für die uns aber leider das Geld ausgegangen ist“ in einen Spontanwerbespot in Shopping-Channel-Optik, der für die „viel interessantere S-Bahn App“ wirbt. Werbeprodukt, Werbebotschaft, Selbstironie und Unterhaltung werden so clever unter einen Hut gebracht. Heiko Lindner, Marketing-Chef der S-Bahn Berlin, sieht darin auch die Stoßrichtung der Kampagne: „Wir wollten mit einer Webserie auf Basis von 4 Blocks neues Terrain betreten mit mutigem, experimentell-modernem Marketing.“ Ziel sei es gewesen, nicht auf plumpe Art Klischees zu bedienen, sondern sie immer mit einem Augenzwinkern und Humor aufzulösen.

 

Hoher Qualitätsanspruch bei S-Bahn und Serie

Hinter all der amüsanten Unterhaltung steht jedoch eine wichtige Kernbotschaft: keine leeren Marketingversprechungen, sondern Darstellung eines sympathischen Produkts mit hoher Qualität. Zu diesem Zweck fährt die S-Bahn Berlin zusammen mit dem DB-Konzern seit Juli 2018 eine erfolgreiche Qualitätsoffensive. So konnte im Jahr 2019 erstmals eine Pünktlichkeit von über 96 Prozent erreicht werden, was im laufenden Jahr nochmals übertroffen wurde. Auch Zugausfälle und Störungen sind zurückgegangen.

All diese trockenen Fakten werden nun also gespiegelt im trockenen Humor der Miniserie, der sich nicht zuletzt in der Besetzung zeigt. Eigentlich sind die drei bekannten Gesichter (neben Rauand Taleb, Sami Nasser und Amer El-Erwadi) in der beliebten Vorbildserie nämlich keine starken Sympathieträger. Genau dieser Bruch jedoch bereitete Hauptdarsteller Taleb (und dem gesamten Team) größte Freude beim Drehen. So konnte er „endlich mal der Gute sein und nicht immer die ‚Ratte‘.“

Alle fünf Episoden wurden übrigens in nur einer Woche im Dezember letzten Jahres und im laufenden „Echtbetrieb“ der S-Bahn gedreht, was eine immense Herausforderung für die gesamte Crew darstellte und, laut Hauptdarsteller Taleb, einen besonderen Drive in die Machart brachte. Diese authentische Unmittelbarkeit und die atemlose Geschwindigkeit sind dann auch im Endprodukt deutlich spürbar und nicht die letzte Parallele zur Erfolgsserie 4 Blocks. | lk