Wer bringt uns zum Messebesuch, zum Hertha-Spiel oder zum Konzert in der Waldbühne? Die S-Bahn, ist doch klar! Zumindest seit bald 25 Jahren wieder, denn die ungefähr fünf Kilometer lange Strecke zwischen Westkreuz und Pichelsberg wurde am 16. Januar 1998 wieder­eröffnet. Genau wie viele andere West-Berliner S-Bahnstrecken war die seit 1928 elektrifizierte Verbindung nach Spandau 1980 in den Dorn­röschenschlaf geschickt worden.

Der Betrieb wurde wegen des Personalmangels nach der Kündigungswelle der Deutschen Reichsbahn gegen in West-Berlin ansässige Beschäftigte und dem darauffolgenden Reichs­bahner:in­nen-Streik nicht mehr angeboten.

Während der 17 Jahre, die sie stilllag, wurde die Strecke – nicht nur bei Großveranstaltungen – so schmerzlich vermisst, dass Bürgerinitiativen die Wiederinbetriebnahme forderten. Und so war die Freude groß, als die wichtige Verbindung vor 25 Jahren reaktiviert wurde. Mit 160 Millionen DM hatte der Bund die Ertüchtigung der Gleise, Weichen und der teils ver­fallenen Bahnhöfe Eichkamp (heute Messe Süd), Heerstraße, Olympia­stadion sowie Pichelsberg finanziert.

Das Ergebnis lockte gleich am ersten Tag ein riesiges Publikum an. Mit großem Hallo begrüßte es den Eröffnungszug an allen sanierten Bahnhöfen, der brandneue Zug der Baureihe 481 wurde teilweise von Berlins damaligen regierenden Bürger­meister Eberhard Diepgen gesteuert.

Ende 1998 folgte dann die Wieder­inbetriebnahme des Abschnittes bis nach Spandau. Heute fährt mit den Linien S3 und S9 alle zehn Minuten ein S-Bahnzug pro Richtung über die Strecke.

 

image_printdrucken