Die Deutsche Bahn hat Ende August gemeinsam mit der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (FBB) erfolgreich die Brandschutz- und Räumungsübung „Hot Quarter 2020“ im BER und im darunterliegenden Bahnhof durchgeführt. Es handelte sich dabei um eine sogenannte „­Vollübung“ mit mehr als 800 frei­willigen Komparsen und 40 Einsatz­kräften gemäß den Richtlinien der Agentur der Europäischen Union für Flug­sicher­heit EASA und der Internatio­nalen Zivilluftfahrtorganisation ICAO. Ursprünglich für April geplant, konnte die Übung corona­bedingt erst ein halbes Jahr später stattfinden. Das Gesundheitsamt Landkreis Dahme-­Spree erteilte dafür eine entsprechende Sonder­erlaubnis trotz des Verbots von Großveranstaltungen.

 

Alle DB-Geschäftsfelder ­beteiligt

Eineinhalb Jahre der Vorbereitung aller Beteiligten nahm die Übung in Anspruch, an der die unterschiedlichsten Geschäftsbereiche der DB beteiligt waren. Die DB Netz AG war und ist dabei beispielsweise für die Infrastruktur zuständig, DB Station&Service unter anderem für die Ansagetechnik und DB Regio für die Bereitstellung des Sonderzugs, an dem der Brand simuliert wurde. Im Rahmen der aufwendigen Übung wurden zwei Übungsszenarien bewältigt. Das erste Szenario bestand aus einem brennenden Zug im Bahnhof, an dem eine sogenannte „Fire-Box“ den Brand möglichst echt simulierte. Die Flughafenfeuerwehr musste mit einem wirksamen Löschangriff innerhalb von 15 Minuten ab Alar­mierung (dem sogenannten „Hot Quarter“) beginnen. Das zweite Übungsszenario bestand aus einem Brand im Terminal. Weitere Übungsziele waren die unmittelbare Räumung der kritischen Bereiche sowie die Rettung von mobilitätseingeschränkten Personen, der Aufbau einer Einsatzleitung vor Ort und die Überprüfung der Alarmierungswege.

 

Erfolgreicher Ablauf der Übung

Gegen 7.30 Uhr fuhr der von DB Regio bereitgestellte Sonderzug bereits als Shuttle-Service für die Komparsen von Berlin-Lichtenberg direkt unter Terminal 1 ein und war damit der erste Zug mit Fahrgästen am BER. Anschließend wurden die Komparsen in verschiedene Gruppen aufgeteilt. Diese erhielten unterschiedliche Aufgaben, die sie beispielsweise mit Rollkoffern oder Kinderwagen zu bestehen hatten. Der genaue Ablauf der Übung war den Komparsen dabei nicht bekannt. Der offizielle Beginn der Übung wurde eingeleitet durch einen Alarm und einen vom Lokführer des „brennenden“ Zuges abgesetzten Notruf.

Dieser läuft dann beim Fahrdienstleiter auf und führt gleichzeitig zu einer Brandmeldung der Brandmeldeanlage. Die Notfallleitstelle der DB Netz AG rief im Anschluss daran externe Hilfe in Form von Feuerwehr und Bundespolizei und interne Hilfe in Form des Notfallmanagers bei DB Netz, der für den Schutz der Einsatzkräfte zuständig ist. Entscheidend dafür ist eine sofortige ­Steckensperrung und das Abschalten und Erden der Oberleitung.

Parallel dazu verlief die Evakuierung der Personen. Die Flughafen­feuer­wehr konnte dann deutlich unter dem entscheidenden „Hot Quarter“ anrücken und ihren Einsatz unter besonderen Vorschriften beginnen. Diese umfassten das Löschen unter einer 15.000 Volt-Hochspannungs­leitung im Sicherheitsabstand von drei Metern und nur mit Sprühstößen, damit kein durchgehender Löschstrahl einen möglichen Stromrückfluss verursachen kann. Insgesamt bleibt festzuhalten, dass die Brand­anlagen problemlos funktionierten. Die Übung verlief somit positiv und die Zusammenarbeit aller Beteiligten funktionierte sehr gut, sodass einer Eröffnung des BER seitens der DB AG nichts mehr im Wege steht.


Über 800 freiwillige Komparsen machten mit bei der großen Brandschutz- und Räumungsübung.

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