Trotz Abfalleimern auf jedem Bahnsteig landen täglich Flaschen, Papier, Zigarettenkippen und Unmengen weiterer Müll im Gleisbett der Berliner S-Bahn, der Regional- und Fernzüge. Besonders auf der Strecke der Ringbahn ist auch die Böschung stark von illegaler Müllentsorgung betroffen. Kein schöner Anblick für die Fahrgäste und für viele ein großes Ärgernis. Eine punkt 3-Leserin, die dieses Thema sehr umtreibt, hat sogar schon den Wunsch geäußert, am liebsten selbst ins Gleis zu steigen, um dort einmal sauber zu machen. Das geht naürlich nicht, denn das Betreten der Gleise ist strengstens verboten, schließlich besteht Lebensgefahr durch heranrollende Züge genauso wie durch die Stromschiene. Deshalb ist die Reinigung von Gleisbett und Böschungen mit großem Aufwand, Sicherheitsvorkehrungen sowie teilweise betrieblichen Sperrungen verbunden und taucht sogar in den Fahrplanänderungen wegen Baumaßnahmen auf, wenn auch nur mit minimalen Auswirkungen für die Fahrgäste.

In der Nacht vom 27. auf den 28. Oktober zum Beispiel sammeln zwischen Warschauer Straße und Ostbahnhof Reinigungskräfte per Hand den Müll auf. Eine Zugfahrt endet deshalb früher. Neben der manuellen Reinigung gibt es ein Verfahren, bei dem der Unrat mit einem riesigen Schienenstaubsauger aus dem Gleisbett entfernt wird. Im November werden so die S-Bahngleise des Berliner Hauptbahnhofes nachts gereinigt, ebenfalls mit geringen Auswirkungen auf den Betrieb. 220 Tonnen Müll sammeln Reinigungskräfte pro Jahr aus den Gleisen in Berlin.

Weil das Problem zunimmt, wird seit diesem Jahr ein Konzept zur regelmäßigen Müllbeseitigung umgesetzt. Feste Teams sind im Stadt- gebiet unterwegs und beseitigen die Ablagerungen. Momentan wird nach und nach an Schwerpunkten gereinigt, künftig ist eine zyklische Reinigung vorgesehen. Die aktuellen konzentrierten Beräumungsaktionen bieten wichtige Informationen auf deren Grundlage dann der künftige Reinigungsturnus für die jeweiligen Streckenabschnitte festgelegt wird. Für die Müllbeseitigung auf den Grundstücken der Deutschen Bahn in und neben den Gleisen im Raum Berlin fallen jährlich Kos- ten von rund 750.000 Euro an. Wegen der negativen Tendenz werden diese Ausgaben noch steigen.

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