Für das perfekte Potsdam-Erlebnis
Beratung zu Mobilität und Tourismus gibt es künftig an einem Ort

Ende Februar eröffnen ViP Verkehrsbetrieb Potsdam GmbH, Tourist Information, städtischer Verkehrsbetrieb und die Deutsche Bahn im Potsdamer Hauptbahnhof die mobiagentur Potsdam. Jörg Mühling, Abteilungsleiter Marketing/Vertrieb der ViP Verkehrsbetrieb Potsdam GmbH, Raimund Jennert, Geschäftsführer der PMSG Marketing und Service GmbH, Ingo Runge, DB Vertrieb GmbH, erklären im Gespräch, was Potsdams Einwohner und Touristen von der neuen mobiagentur erwarten dürfen.

 

Sie starten mit der mobiagentur ein völlig neues Konzept, wie kam es dazu?

Jörg Mühling: Begonnen haben die Überlegungen dazu bereits 2010 auf Basis des Klimaschutzkonzeptes der Landeshauptstadt Potsdam. Um zur Erreichung der Ziele zur CO2-Einsparung beizutragen, hat sich die Stadt Potsdam vorgenommen, den Umweltverbund zu stärken. Es sollen mehr Einwohner und Besucher zu Fuß gehen, das Rad oder den ÖPNV nutzen. Dafür sind besonders eine gelungene Verflechtung von Mobilitätsangeboten und die entsprechende Beratung entscheidend. Deshalb verknüpfen wir in der mobiagentur die Dienstleistungen der beteiligten Partner und präsentieren am gemeinsamen Standort die gesamte Reisekette inklusiv der touristischen Ziele.

Ingo Runge: Der Mobilitätsmarkt wächst, die Nachfrage spüren wir deutlich. Die Bereitschaft, sowohl im Freizeit- als auch im Berufsverkehr, vom Auto auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen, steigt. Diesen Kunden möchten wir es so einfach wie möglich machen. Dazu können wir am gemeinsamen Standort der verschiedenen Verkehrsträger besser für die gesamte Reisekette beraten, vom Zug über die Straßenbahn bis zum nextbike. Ein Vertriebspartner für alle Angebote erleichtert den Kunden den Ticketkauf.

 

Ingo Runge
Foto: DB AG
Jörg Mühling
Foto: Stadtwerke Potsdam
Raimund Jennert
Foto: PMSG/André Stiebitz

 

Sie reagieren mit der Zusammenlegung also auch auf Kundenwünsche?

Raimund Jennert: Es war für uns ein lang gehegter Wunsch, Informationen zu Sehenswürdigkeiten und Mobilität aus einer Hand anzubieten. Deshalb haben wir auch frühzeitig Kontakt zur ViP gesucht und uns um diese Kooperation bemüht. Nach unserer Erfahrung ist für die Kunden nur eine gemeinsame Anlaufstelle sinnvoll. Die Besucher, die zu uns in die Tourist Information kommen, wissen oft schon, was sie besichtigen möchten, kennen aber nicht immer den Weg dorthin. Eine der häufigsten Fragen ist: Wie komme ich von hier am schnellsten nach Sanssouci? Das konnten wir natürlich schon immer beantworten, aber in der mobiagentur bekommen die Besucher dann auch gleich die Fahrkarte und müssen nicht noch einmal woanders hin.

Ingo Runge: Das kann ich nur unterstreichen. Den Effekt, dass wir Kunden häufig weiter zur nächsten Anlaufstelle schicken mussten, kannten wir alle. Das gilt für die Kombination Tourismus und Mobilität genauso wie für Bahn und ViP. Der Vorteil für die Besucher, alles an einem Standort anzubieten und ihnen zusätzliche Wege zu ersparen, liegt auf der Hand.

 

Wie funktioniert die Zusammenarbeit genau, kennen sich denn alle Mitarbeiter bei allen Themen aus?

Raimund Jennert: Überschneidungen gab es ja auch bisher schon und nun sind wir endlich zusammengerückt und arbeiten noch enger und besser zusammen. Die zentrale Anlaufstelle für alle steht im Vordergrund, trotzdem haben wir zwei Counterseiten, die eine wird klar eher für Touristen erkennbar sein, die andere für Fragen rund um die Mobilität, so dass die Kunden gut geleitet werden.

Jörg Mühling: Außerdem gibt es einen VBB-Express-Schalter für alle, die eben einfach nur ein VBB-Ticket brauchen. Unsere Kundenberater von der ViP und die von der PMSG für den touristischen Bereich haben ihre Schwerpunkte. Durch die Zusammenlegung der Dienstleistung werden zu allen relevanten Fragen Berater zur Verfügung stehen. Damit jeder Mitarbeiter am Standort für alle Themen beraten und auch Tickets sowie Fahrausweise verkaufen kann, laufen gerade intensive Schulungen. Die Zusammenarbeit mit allen Beteiligten funktioniert bei diesem Projekt wirklich hervorragend. Dafür möchte ich mich ganz ausdrücklich bei den Kollegen bedanken.

Ingo Runge: Das Lob für die Zusammenarbeit kann ich nur zurückgeben. Es wird in der mobiagentur das komplette Angebot eines DB Reisezentrums geben. Damit das gut klappt, tun wir gerade viel für den Wissenstransfer. Alle Kollegen werden vom Fachtrainer in Tariffragen geschult. Eine Mitarbeiterin, die bisher im DB Reisezentrum tätig war, wechselt zur ViP und bringt so ihr Know How mit ein, außerdem wird im ersten halben Jahr ein weiterer DB-Kollege das Team beim Fahrkartenverkauf unterstützen. Wir gehen dabei richtig in die Tiefe – ob Sie nun ein Jahresabo abschließen oder mit dem Zug von Potsdam nach Madrid fahren und ihr Rad mitnehmen möchten, in der mobiagentur sind Sie richtig.

 

Es gab umfangreiche Bauarbeiten, was erwartet die Besucher in den umgestalteten Räumlichkeiten?

Raimund Jennert: Der gemeinsame Anlaufpunkt ist besonders modern und ansprechend gestaltet. Viele unserer Informationen sind digital aufbereitet. Fünf Touchscreens stehen für die Besucher bereit, darauf können sie zum Beispiel die aktuelle Verkehrslage mit der VBB-Livekarte beobachten und auf unsere gesamte Tourismusdatenbank „Mein Brandenburg“ zugreifen. Per QR-Code übertragen Sie sich die gewünschten Inhalte sogar einfach auf ihr Smartphone.

Jörg Mühling: Statt auf klassische Schalter setzen wir auf ein offenes einladendes Raumkonzept, wir möchten die Kunden in Potsdam willkommen heißen und mit ihnen in Kontakt treten und freuen uns  schon sehr auf viele Besucher.