Das Projekt Langlebigkeit macht die Züge der Baureihe 481 fit für die nächsten zehn Jahre. Dazu gehören auch die Arbeiten an der Innen­einrichtung der Züge, die von Nils Theisselmann und Stephan Stauske, Mitarbeitern des Werkes Schöneweide, vorgestellt werden.

Neben den Arbeiten an der Karosserie, der veränderten Farbgebung sowie dem Fußboden erhalten die Fahrzeuge der BR 481 bei der Instandsetzung im Werk Schöneweide eine unübersehbar frisch gestaltete Inneneinrichtung. Markante Veränderungen sind die neuen blauen Polster, die neuen anthrazitfarbenen Windfangwände sowie die schwarzen Türen. Wer einen Blick an die Decke wirft, entdeckt die Kameras der Videoanlage. Zur „guten Stube“ zählen natürlich nicht nur die Möbel. Seitenwände und Verkleidungen gehören zur Erstausstattung der Fahrzeuge. Erst ihre liebe-volle Behandlung – sie werden einer gründlichen Reinigung unter­zogen beziehungsweise mit neuer Farbe versehen – lassen den Innenraum hell und kontrastreich erstrahlen.


Einbau des Sitzgestühls. Foto: Stephan Stauske

 

In der Realität bedeutet das, dass viele Anbauteile wie Leuchtbänder, Schalter, Haltestangen, Schlösser oder Verriegelungen demontiert, auf­­- gearbeitet und bis zum Wiedereinbau eingelagert werden müssen. Die farbliche Behandlung der Seitenwände und Verkleidungen setzt voraus, dass Verunreinigungen, so zum Beispiel durch Graffiti, im Vorfeld gründlich entfernt werden. Hier wird zwar mit Maschine, doch aber letztendlich durch Muskelkraft geschliffen. Das ist körperlich sehr anstrengend und nimmt viel Zeit in Anspruch.

 

Alle Komponenten müssen zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein

Ist der Zeitpunkt der Montage des Fahrgastraumes gekommen, müssen alle Komponenten des betreffenden Fahrzeuges zur Verfügung stehen. Ein Tausch der Teile des Innenraumes zwischen den Fahrzeugen ist nur in wenigen Fällen möglich. Das hat zur Folge, dass die ausgebauten Teile wieder an ihr Fahrzeug und in die Einbauposition müssen. Eine gut aufgestellte Logistik ist hierfür unersetzlich.

Die Lagerflächen des Werkes Schöneweide sind für Regelarbeiten konzipiert, der Fertigungsraum der Werkhalle ist nur sehr eingeschränkt als Lager nutzbar. Daher wurde für den zusätzlichen Platzbedarf eine Lagerhalle gebaut und Güterwagen angemietet. Das ermöglicht eine geordnete Zwischenlagerung der Teile.


Einbau der Türvouten. Foto: Stephan Stauske

 

Die Montage des Fahrgastinnen­raumes beginnt mit den Kanälen des Luftheizungssystems. Im Anschluss folgen Windfang- und Seitenwände. Anschließend die Montage des Sitzgestühls, an denen die Halte­stangen befestigt werden. Die Montage  der Deckenverkleidungen und der Türseitenverkleidungen bilden den Abschluss des Verkleidungssystems. Die gereinigte und geprüfte Fahrgastraumbeleuchtung wird eingebaut, parallel werden die neuen Türflügel montiert und elektrisch komplettiert.

 

So beschreibt Nils Theisselmann sein Aufgabengebiet

„Als Fachverantwortlicher für die Produktgüte ist es meine Aufgabe, den Überblick über diese Zusammenhänge zu behalten. Meine Priorität, die Qualität des Produktes, ist für mich Anspruch und Herausforderung. Ich begleite die De- und Montage des Fahrgastraumes unter dem Blick­winkel der Einhaltung des ‚konstruktionszeichnungsgerechten Zustandes‛. Die Sitzgestelle und Polster beherbergen eine Vielzahl unterschiedlichster Schrauben, Muttern und Distanzstücke, die leicht verwechselt werden können. Einbaumaße gilt es ständig zu überprüfen. Gleiches trifft aber auch auf die Güte der Produkte der Zulieferer zu. Trotz der mittlerweile über 100 Fahrzeuge im Rahmen des Projektes Langlebigkeit gibt es täglich neue Herausforderungen. Langeweile kommt hier nicht auf.“


Nils Theisselmann (li.) ist Fachverantwortlicher für Produktgüte bei der S-Bahn Berlin. Foto: Stephan Stauske

 

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