Drei junge Erwachsene bekommen bei der S-Bahn Berlin ihre Chance: Das Programm zur Berufsorientierung und Integration vermittelt das nötige Rüstzeug für den Einstieg in die technisch-gewerbliche Berufsausbildung. In der Ausbildungswerkstatt der Deutschen Bahn auf dem Gelände des S-Bahnwerkes Schöneweide herrscht geschäftiges Treiben. An einer der Werkbänke sind Ahmed Diallo, Abrar Ali und Ricardo Loschwitz tatkräftig beim Löten und Zusammenschrauben eines Klemmbrettes. Die jungen Männer starteten bei der S-Bahn Berlin gerade erst vor ein paar Tagen das Berufsvorbereitungs- und Integrationsprogramm Chance plus. Darin werden Allgemeinwissen und betriebliche Praxis vermittelt sowie Berufsorientierung und Integration geboten.

Das Programm richtet sich an alle, die Starthilfe benötigen, um Hürden beim Übergang von der Schule in den Beruf zu meistern, beispielsweise wenn die Zugangsvoraussetzungen für eine Berufsausbildung nicht reichen. In zehn Monaten werden die Teilnehmer intensiv auf eine – möglichst – anschließende Berufsausbildung vorbereitet. Praktische und schulische Ausbildungsphasen wechseln sich ab. Auf dem Praxis-Lehrplan stehen Grundlagen für die Elektro- und Metallbranche. Gemeinsam mit allen anderen Auszubildenden erhalten sie in der Ausbildungswerkstatt das nötige Rüstzeug für verschiedene Tätigkeiten, wie beispielsweise Leitungen verlegen, löten, feilen oder sägen.

Der schulische Teil, der – anders als bei der Berufsausbildung – über den Verein Zukunft plus im Werk Friedrichsfelde vermittelt wird, füllt eventuell bestehende Lücken in Mathematik und Physik, hält aber auch Lern-, Bewerbungsund Teamtrainings bereit. Für Geflüchtete gibt es zusätzliche Sprachkurse.

Nach erfolgreichem Abschluss des Programms steht für Ahmed, Ali und Ricardo dann der Weg offen, um bei der S-Bahn Berlin oder im DB-Konzern einen der technischgewerblichen Ausbildungsberufe zu erlernen“, erklärt Michael Hallmann, der dieses Projekt bei der S-Bahn Berlin maßgeblich initiiert hat. Er ist bei der S-Bahn Berlin verantwortlich für Personalentwicklung und Changemanagement und stolz auf seine Schützlinge. Seit dem Start im März 2016 haben 18 geflüchtete Jugendliche das Chance-Plus-Programm begonnen und 14 Jugendliche wurden schon in ein Ausbildungsverhältnis übernommen.

Kathrin Fiehn

 

ABRAR ALI kam vor einem Jahr aus Pakistan und ist 19 Jahre alt. Seinem Traum, Lokführer zu werden, kommt er durch das Programm näher. Sein älterer Bruder steht bereits kurz vor dem Abschluss des Chance plus Programms.

 

AHMED DIALLO ist aus Kenia, 17 Jahre alt und seit drei Jahren in Deutschland. Er hat den Ausbildungsvertrag für 2020 schon sicher und möchte gern Lokführer werden. In seiner Freizeit ist er begeisterter Leichtathlet.

 

RICARDO LOSCHWITZ ist 20 Jahre alt und kommt aus dem Berliner Bezirk Wedding. Ricardo möchte Industrieelektroniker werden. Er liest in seiner Freizeit gerne Science-Fiction-Bücher.

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