Geimpft, genesen oder getestet: Seit dem 24. November darf nur noch mit Bussen und Bahnen fahren, wer einen dieser drei Nach­weise vorzeigen kann. Die Einhaltung der sogenannten 3G-Regel wird stichprobenartig überprüft. Wer sich nicht daran hält, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Es drohen der Beförderungsausschluss sowie eine Geldbuße.

Bei der S-Bahn sind für die stichproben­artigen Kontrollen auf den Bahn­höfen und in den Zügen Teams aus Mitarbei­ter:innen des Prüfper­sonals sowie Mitarbei­ter:innen der DB Sicherheit unterwegs. Bei Schwerpunktkontrollen werden diese von der Bundespolizei unterstützt. Sie prüfen mittels einer App die Gültigkeit der elektronischen Zertifikate, aber auch Nachweise in Papierform werden weiterhin anerkannt.

„90 Prozent der Menschen reagieren offen auf uns“, resümiert Detlef Schmal vom Prüfpersonal der S-Bahn Berlin nach einer dieser Kontrollen. „Natürlich bleibt eine geringe Restquote derer, die es nicht einsehen.“ Er ist jedoch überzeugt davon, dass es bei seiner Arbeit auch darauf ankommt, in welchem Ton man die Leute anspricht. „Wir versuchen, sie freundlich zu überzeugen. Die Pandemie ist nun mal da und wir können uns nur schützen, wenn die Regeln von allen eingehalten werden.“

Fragt man die Fahrgäste selbst, so wird Detlef Schmals Eindruck bestätigt. „Ich finde die 3G-Regel für den öffent­lichen Nahverkehr gut, man fühlt sich dadurch sicherer“, sagt Alea Burkhard. „Es sind zwar nur Stichproben – aber die sind besser, als gar nicht zu kontrollieren.“ Ähnlich sieht das auch Sandra Sefer. „Die Kontrollen sind absolut ok, schließlich möchte man sich so sicher wie möglich fühlen, wenn man unterwegs ist“, sagt die junge Frau.

Beim weiteren Gang durch die S-Bahn treffen die Kontrolleure dann aber doch noch auf zwei junge Männer, die beide keinen gültigen Nachweis vorzeigen können. Sie sind zwar einsichtig, aussteigen müssen sie trotzdem. Er habe nichts von der Regelung gewusst, sagt einer der beiden, werde aber täglich bei der Arbeit getestet. Um mit der Bahn fahren zu dürfen, müsse er diesen Test mit einem offiziellen Dokument nachweisen können, erklärt ihm das Sicherheitspersonal.

„Die Quote derer, die keinen Nachweis erbringen können, liegt im S-Bahn- und Regionalverkehr aktuell bereits unter drei Prozent – und es werden immer weniger“, sagt Sandra Spieker, Sprecherin der S-Bahn Berlin. „Die meisten Fahrgäste sind dankbar, dass Kontrollen stattfinden und fühlen sich dadurch sicherer“, hat auch sie beobachtet.

Seit Inkrafttreten der 3G-Regel wurden einige Kontrolleur:innen speziell nachgeschult. „Wir haben dafür erfahrene Mitarbei­ter:innen ausgewählt, die sich mit Konflikt­situationen auskennen.“Davon hat es aber – zumindest bei dieser Kontrolle – keine gegeben. „Es lief gut, obwohl die Züge heute etwas voller waren“, resümieren Andreas Kempcke und Stéfan Göpfert vom Team der DB Sicherheit. „Die Mehrheit der Fahrgäste ist vollständig geimpft, wir hatten nur zwei mit Testnachweis.“ Die beiden Männer wissen, worauf es bei der Kontrolle ankommt: „Die erste Form der Deeskalation ist, wenn man mit einem Lächeln auf die Leute zugeht“, sagen sie.

 

Fahrgäste müssen im ÖPNV einen der folgenden drei Nachweise mitführen:

  • Geimpft – vollständig (die letzte notwendige Impfdosis muss mindestens 14 Tage zurückliegen)
  • Genesen – nicht länger als 180 Tage
  • Getestet – dokumentierter negativer Antigen-Schnelltest, nicht älter als 24 Stunden (kein Selbsttest) oder aktueller negativer PCR-Test

Ausgenommen sind Kinder bis 6 Jahre sowie Schüler:innen. Bei der Kontrolle wird zusätzlich zum 3G-Nachweis (elektronisch oder in Papierform) auch die Identität der Fahrgäste anhand des Personalausweises oder anderer amtlicher Dokumente überprüft. Achtung! In Berlin gilt die 3G-Regel seit 8. Dezember nicht nur in den Zügen, sondern zusätzlich auch auf allen Bahnsteigen und deren Zugängen.

 

 

vbb.de | sbahn.berlin

 

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