Ein geradezu exklusives Vergnügen, an den zwei letzten Novemberwochenenden, war der Besuch des „IdeenzugCity“ der DB Regio AG im S-Bahn-Werk Schöneweide. Das Publikumsinteresse war groß, doch pandemie­bedingt konnten nur 15 Personen pro Führung teilnehmen. Neu an dem Konzept des „Ideenzugs“ ist die Herangehensweise bei der Entwicklung: „Gemeinsam mit Fahrgästen und Partnern aus den unterschiedlichsten Branchen“ wie es Heiko Lindner, Leiter des Fahrgastmarketings und der Produktinnovation bei der S-Bahn Berlin, ausdrückte.

Allerdings werden nicht alle innovativen Elemente, die in dem begehbaren Modell zu sehen waren, genau so später einmal in Serie gehen. Vorerst handelt es sich um einen „Strauß der Möglich­keiten“ oder ein „Buffet“ von Ideen für die Entwicklung von S-Bahnen für Metropol­regionen in ganz Deutschland. Erklärtes Ziel: die S-Bahnen überall so attraktiv wie möglich zu machen, damit sich die Menschen in den Zügen so wohl fühlen, dass sie vom Auto auf die Bahn umsteigen.


Maximilian Höfner war angetan von der guten visuellen Orientierung auf City-Flex Displays in der Fensterscheibe, die hochauflösende Fahrgastinformation abbilden. Foto: André Groth

Und was begeisterte die Besucher:innen am IdeenzugCity?

Christian Ritthaler und Mathis Lübbert gefiel besonders die Innen­einrichtung, die je nach Tageszeit und Fahrgastaufkommen, durch das Personal der S-Bahnen angepasst werden kann, um Kapazitäten zu schaffen. Das Feature „FlexSeat“ macht aus zwei Sitzen einen, um den Fahrgastfluss im Eingangsbereich zu verbessern, und querstehende Sitz­bänke werden zu langen Sitzreihen.

Und auch die Overdoor-Displays über den Türen und die Displays in den Fenstern fanden bei den jungen Bahnfans großen Anklang. Denn sie und die herabhängenden Decken-Displays versorgen die Fahrgäste auf sehr übersichtliche und gut lesbare Art mit aktuellen Informationen zu Halte­stellen, Umsteigemöglichkeiten oder Störungen.


Anlassbezogene Beleuchtung als Einstimmung auf der Fahrt zum Stadion. Foto: André Groth

 

Familie Sagitora/Kaschek fand den perfekt ausgeleuchteten Bahnwaggon „echt cool, so ein bisschen futuristisch … auch wegen der Farben“ und „echt durchdacht, vor allem die Arbeits­plätze und Anzeigen, so dass man sich gut orientieren kann und sieht, wo man ist und wie es weitergeht.“

Die Arbeitsplätze in den Bereichen „City-Working“ und „City-Privacy“ schaffen Raum, um im Zug flexibel und funktional arbeiten zu können. Sie bestehen aus abgeschirmten Bereichen mit Stehstützen zum Anlehnen, integrierten Displays und einem Klapptisch. Zudem gibt es eine Arbeitstheke mit ausklappbaren Sitzen. Die Stehsitze „CityStanding“ können mit einem einfachen Handgriff zur Seite geschoben werden und schaffen somit Platz für einen Mehrzweckbereich. Die Multiflex-Sitze verwandeln sich automatisiert auf Kopfdruck von einer vis-a-vis-Anordnung in eine Längs-Bestuhlung entlang der Fensterfront, um mehr Raum für Fahrgäste zu schaffen.

Daniel und Till Bujack gefiel die Idee, die interaktiven Bildschirme zum Chatten und Skypen zu nutzen. Das Liniensignet an der Stirn des Zuges in der Farbe der Linie schreiben zu können und auch „die Linienfarben mit ins Fahrzeug zu bringen, dass man weiß, man ist richtig“ fanden beide nützlich und attraktiv.

Nach der Runde durch den Ideenzug ist die Begeisterung der Besucher:innen natürlich groß, doch sie und alle anderen Fahrgäste müssen sich gedulden. Denn mit dem „Ideenzug-City“ leisten die DB Regio und die S-Bahn Berlin lediglich einen Debattenbeitrag, wie künftig Fahrzeuge ausgestattet werden könnten.


Daniel und Till Bujack begeisterten sich für den Vorschlag, interaktive Bildschirme in die S-Bahnen der Zukunft einzubauen. Foto: André Groth

 

Mehr Informationen und eine Aufzeichnung der Auftaktveranstaltung mit Führung durch den IdeenzugCity gibt es unter sbahn.berlin/ideenzug

 

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