Die Sturmtiefs „Ylenia“, „Zeynep“ und „Antonia“ haben den öffentlichen Nahverkehr in Berlin und Brandenburg Mitte Februar zeitweise zum Erliegen gebracht und viele Schäden verursacht. Menschen wurden dabei zum Glück nicht verletzt. Was passiert bei derartigen Wetterphänomenen im Hintergrund? Können Unternehmen wie DB Regio Nordost und die S-Bahn Berlin sich auf solche Extremsituationen vorbereiten?

Bei DB Regio Nordost liefen die Vorbereitungen bereits einige Tage vorher, wie Jens Homeyer, Leiter der Leitstelle+, erklärt. Nächster Schritt: zusätzliche Ressourcen mobilisieren. Dazu gehört beispiels­weise extra Personal für die Transportleitung.

Am Tag des Sturms selbst habe schließlich ein Krisenstab alle paar Stunden über die aktuelle Situation informiert – und die Leitstelle+ konnte entsprechend reagieren. Zu den Entscheidungen, die in solchen Fällen getroffen werden, gehört zum Beispiel, den Betrieb abends früher runter­­zu­fahren. Am Morgen konnte dann mit Erkundungsfahrten und reduzierten Geschwindigkeiten gestartet werden.

Trotz aller Vorbereitungen sind Schäden nicht ausgeblieben. Es wurden insgesamt sechs Fahrzeuge beschädigt, davon zwei stärker, sodass es gegebenenfalls zu Kapazitätseinschränkungen auf der Linie RE7 kommen kann. Die Auf­räumarbeiten werden nach Angaben von DB Regio Nordost noch mehrere Wochen andauern.

 

Ähnliches Vorgehen bei der S-Bahn Berlin

Ganz ähnlich haben die Arbeits­abläufe bei der S-Bahn Berlin ausgesehen. „Unser Groß-Störungsmanagement wurde ausgerufen, um mit zusätzlichen Ressourcen den S-Bahnbetrieb an die sich ständig ändernde Situation anpassen zu können“, erläutert Tobias Mertens, Leiter der Leitstelle+.

„Auch in den regionalen Notdiensten wurden die Mitarbeitenden im Bereitschaftsdienst personell verstärkt.“ Diese fahren im Ernstfall zur Störungsstelle und sorgen dafür, dass ein beschädigtes Fahrzeug geborgen wird. In der Leitstelle führte das extreme Wetter ständig zu neuen Herausforderungen.

„Der Schichtleiter musste zum Beispiel bei einer bestimmten Anzahl von Bäumen auf den Gleisen anordnen, dass die Geschwindigkeit auf 60 Kilometer pro Stunde gesenkt wird“, schildert Tobias Mertens. „Das dient dazu, die Fahrgäste im Falle einer Kollision mit einem Baum vor Verletzungen zu schützen und schwere Schäden an den Fahrzeugen zu vermeiden.“

 

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