Vor nunmehr 25 Jahren ist die S-Bahnstrecke zwischen Schönholz und Tegel (S25) reaktiviert worden. Die Stilllegung des sieben Kilometer langen Bereiches war am 9. Januar 1984 erfolgt – nach dem Übergang der Betriebsrechte des Westberliner Teils der S-Bahn an die BVG. Eine Wiederinbetriebnahme war zunächst nicht vorgesehen. Nördlich von Tegel wurde ein Teil des Bahndamms abgetragen und die Fläche zum Bau der Hamburger Autobahn verwendet. Güterverkehr fand auf dem Teilstück bis Tegel jedoch weiterhin statt. Die Militärzüge aus der Zeit der französischen Besatzung fuhren noch bis 1994 weiter – von Tegel über Gesundbrunnen und die Ringbahn bis nach Straßburg. Ab 1995 wurde die Strecke schließlich – zunächst jedoch nur bis Tegel – für die S-Bahn reaktiviert.

Zur Feier des Tages hat die S-Bahn seinerzeit eine „Ersttagsfahrkarte“ ausgestellt. Damit konnten alle Fahrgäste am 28. Mai 1995 von Betriebsbeginn bis Betriebsende beliebig oft kreuz und quer mit der S-Bahn durch Berlin fahren – zum Preis von fünf D-Mark.

In den nächsten Jahren wird eine Grundsanierung des Streckenabschnitts zwischen Schönholz und Tegel notwendig.

Ebenfalls am 28. Mai 1995 wurde die Strecke zwischen Priesterweg und Lichterfelde Ost (S25 und S26) reaktiviert. Diese vier Kilometer gehören zur sogenannten Anhalter Vorortbahn. 1961 wurde sie durch den Bau der Berliner Mauer an der Stadtgrenze unterbrochen und im Januar 1984 wurde der Verkehr nach der Übernahme durch die BVG zwischen Priesterweg und Lichterfelde Süd schließlich ganz eingestellt, weil der Senat diese Strecke im Betriebskonzept als nicht rentabel für eine Betriebsfortführung eingestuft hatte. Nach der Wende erfolgte die Wiedereröffnung in mehreren Etappen – zunächst mit dem Abschnitt von Priesterweg nach Lichterfelde Ost.

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