Eigentlich fehle bei ihrem neuen Job nur der Wagen mit Snacks und Getränken, sagt Diana Hartwig und lacht. Sonst ähnele die Tätigkeit als Kundenbetreuerin im Nahverkehr (KiN) schon der der Stewardessen, zu denen auch Diana Hartwig bis zur Insolvenz der Fluglinie „Air Berlin“gehörte. Auf der Suche nach einer neuen und vor allem sicheren Anstellung, entschied sie sich schließlich, als Quereinsteigerin bei DB Regio Nordost anzufangen. „Die Bahn als Konzern gibt mir das Gefühl der Sicherheit, das mir wichtig war“, sagt Diana Hartwig.

„Ich wollte beruflich nicht wieder so schnell auf der Straße stehen.“ Sie habe zwar nach den 15 Jahren bei „Air Berlin“ zunächst im Flugbetrieb bleiben wollen und machte deshalb am Flughafen Schönefeld eine Ausbildung zum Luftsicherheitsassistenten – sie hätte dann also Personen- und Gepäckkontrollen vor Abflug durchgeführt. Doch die Arbeitsbedingungen hätten letztendlich nicht gepasst.

„Wir waren nach der Insolvenz alle eine Zeit lang freigestellt und mussten gucken, wo es perspektivisch hingehen soll“, erzählt die 45-Jährige. „Ich bin Langstrecke geflogen und wollte das auch gerne weiter machen. Aber ich wollte in Berlin bleiben – und da gab es keine Alternative.“ Eine Freundin, die selbst als Kundenbetreuerin bei der Bahn arbeite, habe sie schließlich mal mitgenommen und so habe Diana Hartwig sich die Aufgaben des Berufes ansehen können. Als Quereinsteigerin habe sie dann eine verkürzte Ausbildung über drei Monate absolviert.

Natürlich sei der Wechsel von der Luft auf die Schiene eine Umstellung gewesen, sagt die Marwitzerin. „Die Arbeit an sich weniger, weil ich hier auch mit Menschen zu tun habe, auf die ich eingehen muss. Es war eher die Umstellung, im Schichtdienst zu arbeiten – da brauchte ich eine gewisse Eingewöhnungszeit.“ Dennoch schätze sie an ihrem neuen Job, dass sie nach der Arbeit täglich zu Hause und nicht mehr ständig auf Reisen sei, sagt Diana Hartwig. „Denn mit Familie ist das schon eine Herausforderung und man verpasst auch viel.“

Für die Arbeit als Kundenbetreuer brauche man Fingerspitzengefühl, sagt die Quereinsteigerin. Deshalb lautet auch einer der Ratschläge an jene, die es ihr gleichtun wollen: „Es ist von Vorteil, wenn man schon mal im Service und mit Menschen gearbeitet hat. Denn man muss auf die Leute eingehen und vielleicht auch eine gewisse Menschenkenntnis mitbringen, um Situationen und Begegnungen einschätzen zu können.“

Und dann erlebe man auf der Strecke natürlich auch tolle Momente. „Man hat schon so manchen Stammkunden, dem man regelmäßiger begegnet, wenn man in den Zügen unterwegs ist“, berichtet Diana Hartwig. „Da entwickeln sich Gespräche, es wird gefragt, wie es so geht – man hat eine kleine persönliche Bindung. Dieser Beruf ist wirklich sehr vielfältig.“

Die besten Voraussetzungen für den Quereinstieg bringen Menschen aus Gastronomie, Hotelfach und Touristik mit. Besonders geeignet sind beispielsweise Servicekräfte aus Verkehrsberufen, Tourismus-, Hotel- und Gaststättenberufe sowie Verkaufsberufe. Bewerber sollten Einsatzbereitschaft, Engagement und Teamfähigkeit mitbringen. Außerdem Belastbarkeit, Durchsetzungsvermögen und Verantwortungsbereitschaft. Infos und Bewerbungen unter: facharbeiter-ost@deutschebahn.com

image_printdrucken