„Mein Heimatbahnhof ist Pankow“. „Meiner Bundesplatz.“ „Und meiner Petershagen“. Die Mitglieder des Beirats für Kund:innen der S-Bahn Berlin kommen aus den verschiedensten Stadtteilen Berlins und aus Brandenburg. Alle haben jedoch eins gemeinsam: Sie sind leidenschaftliche S-Bahn-Fahrer:in­nen und wollen die Rot-Gelbe besser für die Region machen. Jeder mit seiner persönlichen Erfahrung als Fahrgast – vom Schüler und Studenten über die Angestellten bis zu den Rentner:innen.

Anfang dieser Woche hat sich der Beirat zum ersten Mal in neuer Besetzung zum gegenseitigen Kennenlernen im Werk Schöneweide getroffen: Viele Mitglieder sind schon mehrere Jahre dabei, andere beginnen ihre erste Amtszeit, die bis 2025 dauert. „Wir freuen uns, Sie heute im Herzen der Berliner S-Bahn begrüßen zu können“, so S-Bahn-Chef Peter Buchner beim feierlichen Empfang. „Hier am Standort führen wir die schwere Instandhaltung unserer Züge durch und bilden unsere Lokfüh­rer:in­nen aus.“

 

15-jähriges Jubiläum

Seit 15 Jahren macht sich der Beirat ehrenamtlich für die Interessen der Kund:innen stark. Im Fokus stehen dabei Themen wie die Fahrgastinformation bei der S-Bahn Berlin, die Sicherheit und Sauberkeit sowie die Angebotsplanung und die Tarife. Vincent Hathaway ist in diesem Jahr zum ersten Mal dabei, ihm liegt die Fahrgastinformation besonders am Herzen. „Ich würde mir noch genauere Informationen zu Störungen wünschen“, sagte der Schüler. Ebenfalls neu an Bord ist Karl Beecken: „Ich fahre selbst viel mit der Bahn, und finde die Einzeltickets müssen günstiger werden, damit die Mobilitätswende gelingt.“

Schon seit seiner Gründung engagiert sich der ehemalige Lehrer Michael Mallow im Beirat. „Wir konnten in dieser Zeit einiges bewegen“, erklärt er. „Wir haben uns zum Beispiel bei der Entwicklung der neuen S-Bahn eingebracht: Mithilfe der schwarz lackierten Türen können sich Menschen mit Sehbehinderung leichter orientieren. Oder wir haben die Mobilitätsapp getestet und Verbesserungsvorschläge gemacht.“

 

Führung durch das Werk

Begeistert waren sowohl die alten als auch die neuen Mitglieder von der Führung durch die Werkshalle. „Bei unserem Projekt ,Langlebigkeit‘ werden die etwa 20 Jahre alten Fahrzeuge der Baureihe 481 komplett auseinandergenommen und bekommen eine Rundumkur“, erklärte der S-Bahn-Chef. „Anschließend werden Rostschäden entfernt. Die Fahrzeuge erhalten eine neue Inneneinrichtung, neue elektronische Komponenten sowie eine frische Lackierung.“

Durchschnittlich 55 Tage dauert diese Prozedur, danach sind die Züge wieder fit für weitere 15 Jahre auf der Schiene. Ein riesiges Plus für mehr Nachhaltigkeit. „Spannend, wie viele Dinge hinter den Kulissen laufen, damit die S-Bahn täglich so viele Fahrgäste befördern kann“, meinte Vincent Hathaway.

Seine Arbeit nimmt der neu aufgestellte Beirat offiziell mit der ersten gemeinsamen Sitzung auf. „15 weitere erfolgreiche Jahre“, wünschte der scheidende Sprecher und Gründungsmitglied Dr. Wolfgang Wilkening. Gemeinsam mit vier weiteren Kolleg:innen wurde er mit einem großen Dankeschön verabschiedet.


Michael Mallow (links) ist Gründungsmitglied, Karl Beecken (rechts) ganz neu dabei – S-Bahnchef Peter Buchner (Mitte) führte den Beirat für Kund:innen der S-Bahn Berlin durch das Werk. Foto: André Groth

 

image_printdrucken