Die europäischen Metropolregionen Berlin-Brandenburg und Szczecin, in der beiderseits der Oder rund 1,5 Millionen Einwohner leben und arbeiten, werden mit einer modernen Bahnstrecke verbunden. Beschlossen wurde nun der Bahnausbau zwischen Angermünde und Szczecin. Der Bund stellt für den Ausbau und die Elektrifizierung der Strecke zwischen Angermünde und der deutsch-polnischen Grenze rund 380  Millionen Euro zur Verfügung. Zusätzlich beteiligen sich die Länder Berlin und Brandenburg mit je 50  Millionen Euro, um einen durchgehenden zweigleisigen Ausbau zu ermöglichen. Zwischen den Beteiligten und der Bahn wurden am 9. Juli in Angermünde die entsprechenden Bauarbeiten zwischen 2021 und 2026 verabredet.

„Wir schaffen die Voraussetzungen für mehr Verkehr auf der umweltfreundlichen Schiene, für schnellere und bessere Verbindungen zu unseren polnischen Nachbarn und schließen eine Lücke im europäischen Schienenverkehr.“
Ronald Pofalla, DB-Infrastrukturvorstand

Die gesamte Strecke wird für Tempo 160 ertüchtigt und durchgehend elektrifiziert. Zwischen Passow und der deutsch-polnischen Grenze verlegt die Deutsche Bahn ein zweites Gleis. Darüber hinaus werden fünf Bahnstationen in der Uckermark modernisiert. Auf polnischer Seite werden die rund zehn Kilometer parallel von der PKP PLK (Infrastruktur der Polnischen Staatsbahnen AG) geplant und gebaut. Nach Fertigstellung verbindet die Eisenbahn die deutsche Hauptstadt mit der polnischen Hafenstadt in 90  Minuten – 20  Minuten schneller als heute. Auch aus der Uckermark geht es künftig schneller nach Berlin und Szczecin.

„Mit Inbetriebnahme dieser attraktiven Schienenstrecke schaffen wir neue Potentiale für die Uckermark und stärken die engen Verflechtungen zwischen Brandenburg und Polen“, sagte Guido Beermann, Minister für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg. Die Strecke ist auch im europäischen Eisenbahnverkehr von großer Bedeutung: Sie verbessert die Verkehrsbeziehungen zwischen Skandinavien, Zentral- und Westeuropa sowie zwischen Deutschland und Polen. Gleichzeitig verknüpft der neue zweigleisige Lückenschluss verschiedene Kernnetzkorridore des Transeuropäischen Verkehrsnetzes (TEN-V) besser miteinander.

„Es ist die dritte grenzüberschreitende Strecke, die wir fit machen – nach dem elektrifizierten Grenzübergang in Frankfurt/Oder und dem Übergang bei Horka. Deutschland und Polen wachsen weiter zusammen. Mit der Schiene machen wir Europa stark.“
Tamara Zieschang, Staatssekretärin im Bundesverkehrsministerium

2013 starteten die Planungen für einen ersten Ausbau-Abschnitt zwischen Angermünde und Passow. Für diesen Abschnitt wird die Baugenehmigung im kommenden Jahr erwartet, anschließend können die Bauarbeiten beginnen. Für den Abschnitt zwischen Passow und der deutsch-polnischen Grenze wird jetzt der zweigleisige Ausbau geplant, hier sollen die Bauarbeiten 2024 starten.

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