Toller Erfolg für DB Regio Nordost: Das Unternehmen hat im Wettbewerbsverfahren Netz Nord-Süd mit einem klar auf die Kunden ausgerichteten Konzept und vielfachen Mehrqualitäten wie zusätzlichen Sitzplätzen überzeugt – und den Zuschlag erhalten.

Konkret bedeutet das, dass DB Regio Nordost im Auftrag der Länder Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt ab Dezember 2026 für mehr Kapazität und Qualität im Regionalverkehr sorgen wird – mit mehr Fahrten, dichteren Takten, schnelleren Verbindungen, modernen Zügen mit mehr Sitzplätzen und deutlich mehr Fahrradstellplätzen.

„Mit dem neuen Netz Nord-Süd setzen die Länder auf mehr Kapazität und Qualität auf der Schiene. Gemeinsam bringen wir so die Verkehrswende und den Klimaschutz voran“, sagt Carsten Moll, DB Regio-Chef für Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.

„Über den Zuschlag und das in uns gesetzte Vertrauen freuen wir uns sehr, denn er bedeutet für rund 450 Mitarbeitende auch weiterhin eine sichere Perspek­tive für viele Jahre und einen nachhaltigen Attraktivitätsgewinn für unsere Fahrgäste.“

Den Zuschlag erteilt hat der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB). Er fungierte als Vergabebüro und hat das Wettbewerbsverfahren im Auftrag der Länder durchgeführt.
Die Vergabe Netz Nord-Süd umfasst die Linien RE3, RE4 und RE5. Die Leistungen enthalten rund 11,6 Millionen Zugkilometer pro Jahr.

Insgesamt wird das Angebot auf vielen Abschnitten ausgeweitet. Dies betrifft insbesondere die so­genannte Anhalter Bahn zwischen Berlin und Jüterbog sowie nach Lutherstadt Wittenberg und Falkenberg (Elster), die Lehrter Bahn nach Rathenow und Stendal sowie die Strecken von Berlin nach Rostock und Stralsund.

Besseres Angebot (Auswahl):

  • Auf der Anhalter Bahn (Berlin – Ludwigsfelde – Luckenwalde – Jüterbog – Lutherstadt Wittenberg/ Falkenberg (Elster)) fahren weiterhin gemeinsam die Linien RE3, RE4 und künftig auch die Linie RE5. Die Linie RE3 fährt ab Dezember 2026 von Berlin kommend Montag bis Freitag stündlich und mit allen Zügen, am Wochenende weiterhin zweistünd­lich, nach Lutherstadt Wittenberg.
  • Zwischen Berlin und Rathenow wird das Angebot ebenfalls ausgeweitet. Hierzu sind in den Spitzenzeiten zusätzliche Züge zwischen Berlin und der Havelstadt unterwegs. Ins­gesamt gibt es dann täglich in den besonders nachgefragten Zeiten ein Angebot von zwei Zügen pro Stunde auf diesem Linienabschnitt – konkret von morgens 5 Uhr bis 8 Uhr und nachmittags von 15 Uhr bis 20 Uhr.
  • Auch auf den Linienästen in Richtung Norden wird das Angebot ausgebaut. In den touristischen Spitzenzeiten im Sommer wird es eine Verdichtung zwischen Rostock und Neustrelitz geben, um die Tourismusregionen Seenplatte und Ostseeküste öfter zu verbinden.
  • Im Berufsverkehr sind unter der Woche zusätzliche Entlastungszüge zwischen Neubrandenburg und Berlin vorgesehen.

 

Fahrzeuge

Auf der Linie RE3 kommen künftig neue Züge von Stadler des Typs KISS mit 579 Sitzplätzen zum Einsatz. Die Mittelwagen verfügen über zwei Einstiegshöhen für den barrierefreien Ein- und Ausstieg an allen Bahn­steigen. Außerdem bieten die Züge extra viel Kopffreiheit im Oberdeck. Langfristig besteht die Option, die Sitzplatzkapazität zwischen Prenzlau/Schwedt und Berlin auf bis zu 780 Sitzplätze pro Zug zu erhöhen.

Bei den Bestandsfahrzeugen, die auf den Linien RE4 und RE5 zum Einsatz kommen, setzt DB Regio Nordost auf Nachhaltigkeit. Die Züge werden einem umfangreichen Redesign unterzogen. Im Netz Nord-Süd werden außerdem grundsätzlich Doppelstockzüge mit höheren Kapazitäten eingesetzt. Diese bieten dann ganz­jährig mindestens 500 Sitzplätze. Damit werden außerhalb der Sommersaison bis zu 20 Prozent mehr Sitz­plätze verfügbar sein.

Aufgrund der Bedeutung aller Linien für den Ausflugsverkehr werden pro Doppelstockzug mindestens 72 Fahrradstellplätze bereitgestellt, auf der Linie RE3 werde pro Zug 84 Plätze angeboten. Davon sind wenigstens 24 nicht durch Klappsitze eingeschränkt, die dementsprechend auch klar sichtbar markiert werden.

 

RE3 Stralsund bzw. Schwedt (Oder) – Berlin– Lutherstadt Wittenberg/Halle (Saale)

Für den RE3 beschafft DB Regio zwölf doppelstöckige Triebfahrzeuge des Herstellers Stadler vom Typ „KISS“. Diese verfügen über fünf doppelstöckige Wagen mit 579 Sitzplätzen.

 

RE4 Stendal – Rathenow – Berlin – Falkenberg (Elster)
RE5 Rostock bzw. Stralsund – Berlin – Ludwigsfelde

Auf den Linien RE4 und RE5 werden fünfteilige Doppelstockzüge mit der spurtstarken Lok der Baureihe 146 zum Einsatz kommen. Die Doppelstockwagen werden einem umfassenden Redesign unterzogen und bieten auf allen Fahrten 503 Sitz- und 72 Fahrradstellplätze.

 

RE5C Rostock Hbf – Neustrelitz – Berlin

Auf der RE5C zwischen Neustrelitz und Stralsund werden zusätzlich vierteilige „FLIRT XL“ von Stadler zum Einsatz kommen. Das einstöckige Triebfahrzeug bietet den Fahrgästen 275 Sitzplätze. (Grafiken: DB AG)

 

Qualität

Die Züge im Netz Nord-Süd sind besonders im Fahrgastraum qualitativ stark verbessert. Es wird kostenloses WLAN sowie ein für mobile End­geräte nutzbares dynamisches Informationsportal mit Aus­lastungs­anzeige per App verfügbar sein. Praktische Schmetterlings­tische sind auch in der 2. Klasse verbaut.

In den neuen Zügen wird das Laden über zusätzliche USB-C-Buchsen möglich sein sowie über induktive Ladung an den Tischen. Nicht zuletzt werden die technisch zeitgemäßen Toilettenanlagen mit einem ansprechenden Innenraum und mit einem hochwertigen, neuen Vandalismusschutz ausgestattet.

 

bahn.de/brandenburg
vbb.de

 

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