DB Streckenagent
Ein zuverlässiger Begleiter für Pendler

Die App DB Streckenagent wartet mit neuen Funktionen auf und bringt ihre Nutzer jetzt auch von Haustür zu Haustür. Weitere Verbesserungen sind für Anfang 2021 geplant. Für die aktuelle Beta-Version werden noch Testnutzer gesucht. Bereits seit über drei Jahren informiert die App DB Streckenagent Pendler schnell und zuverlässig über Störungen auf der Strecke und bringt die Meldungen proaktiv zum Nutzer – über Pushnachrichten aufs Smartphone. Die Informationen für diese Nachrichten werden durch das Streckenagenten-Team stetig eingepflegt.

 

Daniel Preußer vom Team Produktinnovation der DB Regio AG ist für die stetige Weiterentwicklung und Verbesserung des Streckenagenten mitverantwortlich. Er betreut die App seit April 2017. Im punkt3-Interview spricht er über den Entstehungsprozess der App, das für Anfang 2021 geplante Update und wie Kundenwünsche im Entwicklungsprozess berücksichtigt werden.

 

Herr Preußer, wie sind die anfänglichen Überlegungen und Abläufe, wenn eine App wie der Streckenagent entstehen soll?
Daniel Preußer: In dem Fall war es so, dass wir uns die Reise eines Fahrgastes angeschaut haben. Man sieht dann: Was sind Schmerzpunkte und was sind Begeisterungsfaktoren? Die Störpunkte möchte man natürlich heilen – und dafür werden anschließend Ideen entwickelt.

 

Welche Schmerzpunkte haben zur Idee des Streckenagenten geführt?
Daniel Preußer: Es gibt in Deutschland durchschnittlich täglich drei Großstörungen. 2016 war es so, dass Pendler keine Informationen darüber bekommen haben, wie lange die Störung dauert oder wie sie alternativ mit dem Zug weiterkommen. Das haben wir mit der Entwicklung der App geändert.

 

Was unterscheidet den Streckenagenten zum Beispiel vom DB Navigator?
Daniel Preußer: Mit dem DB Navigator planen die Kunden eine konkrekte Reise und können über die App auch das Ticket dafür kaufen. Der Pendler aber plant keine Reise, er will flexibel im öffentlichen Nahverkehr unterwegs sein und nur bei Störungen informiert werden, die seine Züge innerhalb eines bestimmten Zeitfensters betreffen. Diese Möglichkeit geben wir ihm mit dem Streckenagenten – er kann eine oder mehrere Strecken über einen Zeitraum von bis zu zwei Stunden im Blick behalten.

 

Welche ist die jüngste Neuerung der App?
Daniel Preußer: Bislang hat der
DB Streckenagent nur Störungen und Alternativrouten für Zugfahrten unterstützt. Seit dem Sommer werden die Echtzeitdaten aller Verkehrsverbünde angezeigt – die Pendler können sich jetzt also von Haustür zu Haustür begleiten lassen und bekommen Meldungen aus dem kompletten Nahverkehr angezeigt.

 

Woraus resultieren Neuerungen wie diese?
Daniel Preußer: Wir behalten die Kennzahlen der App im Blick und schauen, ob sie richtig funktioniert oder nicht. Außerdem beobachten und analysieren wir die Vorgänge in den App Stores, wo uns die Kunden mit Sternen bewerten und Rezensionen hinterlassen. Das schauen wir uns wöchentlich an und sehen, wie wir auf akut auftretende Probleme reagieren – ob beispielsweise Daten fehlen oder Handymodelle nicht richtig unterstützt werden. Ein Problem war mal, dass Verspätungsnachrichten zu spät bei den Kunden angekommen sind. Und dort bekommen wir eben auch Hinweise auf gewünschte Funktionen. Wenn etwas häufiger genannt wird, schauen wir, wie wir das bei der Weiterentwicklung der App berücksichtigen können.

 

Wieviel Prozent der Kundenwünsche finden dann tatsächlich Eingang in die App?
Daniel Preußer: Die Frage ist eigentlich nicht, ob etwas umgesetzt wird – sondern eher wann. Wenn es zum Beispiel darum geht, die App künftig auch per Sprachsteuerung bedienen zu können, dann ist das ein Wunsch, der eher von jüngeren Nutzern ausgeht. Da schauen wir, wann die Zielgruppe der Pendler insgesamt für eine solche Neuerung bereit ist. Die Nutzerwünsche sind zudem nur eine Quelle, alle Ideen werden aufgenommen und sind willkommen.

 

Können Sie schon verraten, welche Features für die Zukunft noch geplant sind?
Daniel Preußer: Wir haben die Bedienung der App vereinfacht und den Kernnutzen, den Pendleralarm, in den Vordergrund gerückt. Der soll künftig noch einfacher einzurichten sein. Außerdem werden die Infos zum Schienenersatzverkehr noch besser integriert – also wo und wann der Ersatzbus genau abfährt.

 

Wann ist dieses Update verfügbar?
Daniel Preußer: Wir planen es für Anfang 2021. Anfang November haben wir unsere dreimonatige Beta-Testphase dafür gestartet. Bis zu 1.000 Beta-Testnutzer haben jetzt die Möglichkeit, neue Features vorab auszuprobieren und ihr Feedback für die weitere Entwicklung einzubringen. Infos dazu und die Anmeldung gibt es unter dbregio.de/streckenagent.

 

Ist so eine App eigentlich zu Ende entwickelt?
Daniel Preußer: Erst mit dem Verschwinden der Smartphones (lacht). Sonst muss eine App stetig weiterentwickelt werden, denn digitale Produkte altern generell schneller als analoge. Man muss deshalb immer auf neue Geräte und Betriebssysteme reagieren.

 

 

Jetzt Beta-Tester werden

Die Entwicklung der DB-Streckenagent-App geht auf eine gemeinsame Initiative von DB Regio in Bayern und der Bayerischen Eisenbahngesellschaft, die das Projekt intensiv gefördert und finanziell unterstützt hat, zurück. In Bayern startete die Anwendung bereits 2016. Weil sie dort so erfolgreich war, wurde sie schnell  auf ganz Deutschland ausgeweitet. Das Team der Streckenagenten, die jetzt mit in den regionalen Leitstellen sitzen, wurde 2017/2018 aufgebaut. Wer die neuen Features der App DB Streckenagent bereits vorab testen will, kann unter dbregio.de/streckenagent Beta-Tester werden.

 

 

Die Macher im Hintergrund

Damit die Informationen für Pendler schnell in der App landen, ist das Team der Streckenagenten von DB Regio Nordost täglich im Einsatz – und betreut seit diesem Jahr auch einen Twitterkanal.

 

Das Team der Streckenagenten von DB Regio hat seinen Arbeitsplatz in der Transportleitung und pflegt über ein Managementsystem alle für den Kunden wichtigen Infos in die App DB Streckenagent ein: Alternativrouten, Ausfälle, Ersatzzüge, Schienenersatzverkehre. Auch Qualitätsmängel werden weitergegeben, wenn beispielsweise kein rollstuhlgerechter Einstieg möglich ist. Die Streckenagenten sind täglich von 4 bis 24 Uhr im Einsatz. Möglich macht das eine neue Kooperation zwischen DB Regio Nordost und Südost. Silva Bartz ist eine der Streckenagenten bei DB Regio Nordost, die Störungsinformationen im System einpflegen. (Foto: André Groth)

 

Seit diesem Sommer haben die Streckenagenten von DB Regio Nordost auch einen eigenen Kanal auf Twitter twitter.com/DBRegio_BB. Dort finden Fahrgäste Antworten auf Fragen wie: Was ist passiert? Welche Auswirkungen hat das für mich und wie lange dauert es, bis die Störung behoben ist? Welche Alternativen gibt es? Durch diesen zusätzlichen Kanal soll die schnelle und punktgenaue Information bei Unregelmäßigkeiten im Nahverkehr weiter verbessert werden – und zwar vor allem für jene Fahrgäste, die keine zusätzliche App installieren möchten, aber gern Twitter nutzen. Der Streckenagent Christoph Sedner hat im Team ein besonderes Augenmerk auf den Twitterkanal. (Foto: André Groth)