Damit für die Fahrgäste alles reibungslos läuft
Die Leitstelle+ von DB Regio Nordost hat Störungen jeder Art im Blick

Im Laufe einer Zugfahrt kann hin und wieder mal etwas Unvorhergesehenes passieren: ein Streckenabschnitt muss kurzfristig gesperrt werden, weil er nicht mehr befahrbar ist. Ein Zug ist beschädigt und muss ausgetauscht werden oder eine Fahrt hat Verspätung. All das hat die Leitstelle+ der Transportleitung von DB Regio Nordost im Blick, um im Fall der Fälle blitzschnell zu reagieren und Abhilfe zu schaffen.

Die 28 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Leitstelle+ sind dafür an sieben Tagen die Woche und rund um die Uhr im Einsatz. Sie werden aktiv, wenn auf einer der rund 1.500 Zugfahrten von DB Regio pro Tag in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern etwas schief läuft.

„Wenn ich beispielsweise einen Bahnhof aus irgendeinem Grund in einem bestimmten Zeitfenster nicht anfahren kann, dann greifen wir zu vorbereiteten Ersatzkonzepten um sowohl den Personal- als auch den Zugeinsatz neu zu koordinieren“, erläutert Oliver Konowalzyk von der Leitstelle+. „Gleiches gilt, wenn eine Oberleitung beschädigt ist oder ein Triebfahrzeugführer ausfällt.“

 

Homeoffice nur im Notfall

Alle Änderungen im laufenden Betrieb kommen dann über die Leitstelle+ in die Online-Fahrplanauskünfte, zu den Anzeigetafeln auf den Bahnhöfen. Die Infos werden außerdem an die Streckenagenten weitergegeben, die vor Corona ebenfalls direkt in der Leitstelle arbeiteten. „Sie sind natürlich ein wichtiger Baustein unserer Arbeit“, sagt Oliver Konowalzyk weiter.

„Die Kollegen arbeiten wegen Corona jetzt schon seit einem knappen Jahr im Homeoffice. Die Abstimmungen funktionieren trotzdem sehr gut.“ Für die Disponenten selbst ist Homeoffice aber nur im Notfall eine Option. Die Arbeit in der Leitstelle lebt vom Teamgeist und schnellen, direkten Abstimmungen. Daher musste die Arbeit weiterhin in der Leitstelle stattfinden. „Neben den üblichen Hygienemaßnahmen wurden die Kollegen in feste Teams aufgeteilt und vorsorglich jeder unserer Mitarbeiter zuhause mit entsprechender Technik ausgestattet, um so annähernd gleiche Arbeitsvoraussetzungen wie im Büro zu schaffen.“

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen hat das Virus die Leitstelle+ gegen Ende des vergangenen Jahres dann aber doch erreicht. Oliver Konowalzyk erinnert sich noch genau an den Tag, der die Arbeit vor Ort von jetzt auf gleich vor neue Herausforderungen stellte. „Es war am 30. November 2020, als ein Coronafall entdeckt wurde und von meinen 28 Leuten zeitweise 14 aufgrund von Infektionen beziehungsweise Quarantäne nicht arbeiten konnten – ein regulärer Schichtbetrieb war nicht mehr möglich“, sagt der Teamleiter. Viele seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hätten in dieser Zeit Überstunden gemacht und auf freie Wochenenden verzichtet, erinnert sich Oliver Konowalzyk.

„Auch der Dezember mit seinen Feiertagen war eine echte Herausforderung. Trotzdem waren wir darauf bedacht, die Qualität unserer Arbeit aufrechtzuerhalten, was wir auch geschafft haben.“ Während der Schicht sitzt jeder Disponent oder jede Disponentin der Leitstelle+ vor sechs Monitoren, um das Geschehen auf den Strecken zu überwachen. „Das Ganze ist eine sehr komplexe Angelegenheit, man muss die Bahnhöfe und die Strecken kennen und viel im Kopf haben“, sagt Oliver Konowalzyk. „Wer bei uns arbeiten will, sollte neben Fachwissen also auch Leidenschaft für die Eisenbahn mitbringen.“

Zu den größten Herausforderungen des Berufes zählen laut Konowalzyk Wettergeschehnisse, die man nicht beeinflussen kann. „Ich denke dabei sofort an Stürme wie Kyrill – da stand hier alles eine Woche lang Kopf“, sagt er. „Deutschland war auf einen Schlag lahmgelegt, wir hatten havarierte Züge und Bäume in den Gleisen. Wenn dann Fahrgäste unterwegs stranden, schicken wir den Notdienst raus.“ Auch viel Neuschnee und kalte Temperaturen wie in den vergangenen Tagen seien eine Herausforderung, auf die sich das Team extra und mit Blick auf die Wetterberichte vorbereite – um zusätzliches Personal und Ersatzzüge für alle Fälle vorzuhalten.