Nichts weniger als „des Landes schönster Schmuck“, wie Karl Friedrich Schinkel das Kloster Chorin nannte, schmiegt sich an die Wälder, Wiesen und Seen des Biosphärenreservats Schorfheide-Chorin. Der Weg zum Kloster ist nicht weit, doch wer gern aktiv ist, kann den Besuch mit dieser insgesamt neun Kilometer langen Tour verbinden. Der dichte  Buchenwald und die erhabene Backsteingotik sind zu jeder Jahreszeit ein Erlebnis. Außerhalb der Sommersaison nimmt allerdings das gastronomische Angebot im Dorf Chorin ab, dann also besser neben warmer Kleidung auch einen Happen für unterwegs einpacken.

Vom Bahnhof aus biegen Sie links in die Choriner Bahnhofstraße ein und queren an der Schranke die Gleise. Bald entdecken Sie den Wegweiser „Rundwanderung Kroneneiche“ und folgen nun einfach der Markierung mit dem gelben Punkt. Der Wanderweg bringt Sie links über offene Wiesen in den Buchenwald, immer bergauf und an kleinen Waldsümpfen vorbei, bis Sie einen lauschigen kleinen Rastplatz erreichen. Das Naturdenkmal „Kroneneiche“ – eine über 550 Jahre alte Traubeneiche, die dem Rundweg seinen Namen gab – fiel leider einem Sturm zum Opfer. An die Försterfamilie Weber, die den Baum einst vor der Axt rettete, erinnert ein Gedenkstein. Sie könnten nun einfach wieder den gleichen Weg zurückgehen, für eine richtige Wanderung aber folgen Sie der Wegmarkierung weiter und kommen nach etwa vier Kilometern zurück nach Chorin.

Der Weg führt Sie links auf die von Senftenhütte kommende alte Kopfsteinpflasterstraße. Ein Hinweisschild lenkt Sie ein kurzes Stück zum ehemaligen Steinbruch, aus dem früher das Material für Häuserwände und Straßenpflaster entnommen wurde. Schließlich gelangen Sie auf den Golzower Weg und am Ortsrand von Chorin wieder über die Gleise. Spazieren Sie rechts auf dem mit einem blauen Strich markierten Radweg und über die langgezogene Allee, bis Sie die imposante Westfassade der gotischen Klosterkirche vor sich sehen. Das Ende des 13. Jahrhunderts errichtete Gemäuer entstand als Filiation des Klosters Lehnin und wurde von den brandenburgischen Markgrafen gestiftet. Bevor der Bau an der heutigen Stelle in Chorin erfolgte, wurde 1258 eine Abtei in Mariensee am Parsteiner See errichtet. Da sich der Platz jedoch für die wirtschaftliche Entwicklung als ungünstig erwies, erfolgte ein Umzug nach Chorin.

Nach Ihrem Einblick in das Leben der Zisterziensermönche können Sie sich im Klostercafé, geöffnet von April bis Dezember, ein kleines Gericht aus Bio-Produkten des nahegelegenen Ökodorfs Brodowin schmecken lassen. Für den knapp zweieinhalb Kilometer langen Rückweg zum Bahnhof nehmen Sie wieder den Wanderweg, der am Ufer des Amtssees entlang führt.

Die Tourempfehlung „Dichter Buchenwald trifft erhabene Backsteingotik“ mit Offlinekarte und nützlichen Serviceinfos gibt’s mit DB Ausflug kostenlos aufs Smartphone. Über den roten Button in der App geht’s direkt zur Reiseplanung anhand der aktuellen Fahrplandaten.

Dauer: ca. 5 h, Strecke: 9 km

 

Tipp
Über die Facetten der Kloster-Geschichte informiert die im April 2017 eröffnete Dauerausstellung. Während der Saison finden samstags und sonntags außerdem öffentliche Führungen statt. Auch der Veranstaltungskalender des Klosters ist das ganze Jahr über gut gefüllt. Die Kräuterund Keramiktage, ein Konzert des Choriner Musiksommers oder das kulturelle Familienprogramm an den Adventssonntagen sind stets einen Besuch wert.
kloster-chorin.info

Anreise
Hinfahrt: mit dem RE3, z. B. um 10.32 Uhr ab Berlin Hbf bis Chorin
Rückfahrt: z. B. um 16.43 Uhr Fahrzeit: ca. 45 Minuten

Ticket-Tipp
Das Brandenburg-Berlin-Ticket kostet 29 € und kann von Gruppen bis zu fünf Personen genutzt werden.
bahn.de/brandenburg

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