Kodokushi steht im Japanischen für den Tod von Menschen, die allein in ihrer Wohnung verstarben und lange Zeit unentdeckt bleiben. Suzu, die junge Protagonistin, arbeitet nach ihrem Rauswurf aus einem Café („Suchen Sie sich einen Job, der möglichst wenig mit Menschen zu tun hat!“) in einer Reinigungsfirma für Leichenfundorte. Ihr Alltag dort und die Zusammenarbeit mit schrägen Kollegen bildet die Rahmenhandlung für diese wunderbar-wunderliche Geschichte, die uns etwas über den würdevollen Umgang mit dem letzten Kapitel des Lebens lehrt und nicht nur Japanophile faszinieren wird. Schließlich haben wir es in Deutschland mit demselben gesellschaftlichen Phänomen der Überalterung und dem Zerfall sozialer Strukturen zu tun.

 

Milena Michiko Flašar, „Oben Erde, unten Himmel“, Verlag: Klaus Wagenbach, 2023, 304 Seiten, 26 €

 

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